. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
8. Juli 2009, 06:36 Uhr

Chinas Präsident sagt Teilnahme an G8-Gipfel ab

Der chinesische Präsident Hu Jintao nimmt nicht am G8-Gipfel teil. Er ist bereits aus Italien abgereist. Der Grund: die blutigen Unruhen in seinem Land. In der betroffenen Stadt Urumqi haben die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, die Lage hat sich offenbar leicht entspannt, die Stimmung bleibt aber "aggressiv".

Hu Jintao, G-8, Uiguren, China, Urumqi, Xinjiang

Chinas Präsident Hu Jintao hatte sich bereits in Italien aufgehalten, doch jetzt hat er die Rückreise angetreten© Giampiero Sposito/Reuters

Wegen der blutigen Unruhen in der chinesischen Region Xinjiang nimmt Staatspräsident Hu Jintao nicht am G8-Gipfel in L'Aquila teil. Hu flog von Italien aus zurück nach China, wie das Außenministerium in Peking mitteilte. Auch ein Besuch in Portugal wurde gestrichen. Hu wollte eigentlich an den Gesprächen am Donnerstag teilnehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zudem angekündigt, mit Hu am Rande des Gipfels über die Lage in Xinjiang zu sprechen.

Nach nächtlichen Ausgangssperren hat sich die Situation dort offenbar leicht entspannt. "Es ist relativ normal", beschrieb ein westlicher Journalist die Lage in der Hauptstadt Urumqi am frühen Mittwochmorgen am Telefon. Auch wenn es im Zentrum nach einem Wiederaufleben des Geschäftslebens aussehe, herrschte in der Stadt noch eine "aggressive Stimmung". Vielerorts seien noch starke Polizeiverbände unterwegs. Das Staatsfernsehen berichtete, dass in der Stadt mit 2,3 Millionen Einwohnern viele Geschäfte und Märkte wieder geöffnet hätten. Die Behörden hatten am Vortag für Urumqi eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, um weiteren Unruhen vorzubeugen. Die Sicherheitskräfte sind massiv vor Ort, um Zusammenstöße zwischen den beiden den muslimischen Uiguren und Han-Chinesen zu verhindern. Sie setzten auch Hubschrauber ein.

Han-Chinesen machen Jagd auf Uiguren

Am Dienstag war die Lage in Xinjiang noch außer Kontrolle, obwohl Hunderte Sicherheitskräfte in den Straßen patrouillierten. Trotzdem kam es zu Protesten sowohl von Uiguren als auch Hunderten Han-Chinesen. Eine Gruppe von Uiguren griff am Bahnhof von Urumqi Menschen an, in einem anderen Stadtteil lieferte sich eine Gruppe von 200 zumeist weiblichen uigurischen Demonstranten ein Handgemenge mit der Polizei. Am Nachmittag zogen rund 1000 Han-Chinesen mit Knüppeln bewaffnet wütend durch die Straßen und versuchten, in die von Uiguren bewohnten Viertel vorzustoßen. Sie wurden von der Polizei abgedrängt.

Bei den heftigsten Zusammenstößen am Sonntag waren über 150 Menschen getötet und rund 800 weitere verletzt worden. Der Verband der Exil-Uiguren sprach gar von 800 Toten. Die Polizei nahm bisher fast 1400 Verdächtige fest. Die Gewalt ist ein herber Rückschlag für die chinesische Regierung, die zum 60. Jahrestag der kommunistischen Herrschaft im Oktober das Bild einer "harmonischen Gesellschaft" präsentieren wollte. Trotz des jahrelangen wirtschaftlichen Aufschwunges ist es noch nicht gelungen, die Gräben zwischen den Volksgruppen zu überwinden.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Oetker333 (08.07.2009, 23:46 Uhr)
@jimpanse
Sie können nicht leugnen dass die ersten zivilen Opfer der Proteste Han-Chinesen waren. Die Uiguren haben bei ihren berechtigten Protesten wahllos chinesische Zivilisten angegriffen und deren Geschäfte zerstört. Und derzeit gibt es nur wenige unabhängige Quellen und dazu gehören die Berichte des uigurischen Weltkongresses nicht dazu. Über die oben genannten Sachen wurde auf n-tv berichtet. Und dass die Polizisten rassistisch agieren ist falsch. Sie verhaften sogar chinesische Demonstranten.
JimPanse (08.07.2009, 15:29 Uhr)
Eine Frage...
...an dich BMoench.
Hast du auch eine Nachrichtenquelle, die nicht aus China kommt oder sich nicht chinesischer Berichterstattung bedient, unabhängige Quellen die deine These BESTÄTIGEN? Dann bitte mal hier posten. Aber ich denke da wirst du leider keine Antwort finden bzw. du wirst dir nicht die Blösse geben darauf einzugehen, nicht wahr?
Warum das Ganze? Nun, das Ergebnis nennt sich freie Meinungsbildung, du wirst sicherlich mal davon gehört haben. Bis dahin lohnt es sich nicht solchen Spam zu verlinken, der nur auf eine chin. Seite verweist ohne Bilder von denen du so angetan bist.
Bettlermoensch1 (08.07.2009, 14:37 Uhr)
MR
Von allen Bildern, die von den einheimischen Bevölkerungen und ausländischen Touristen gemachte werden, sehen wir deutlich, dass die Opfer eindeutig Han-Chinesen sind. Das sind wirklich Horrorbilder. Ich meine, egal ob wir gegen China sind oder nicht, egal ob wir Chinesen mögen oder nicht mögen, wir dürfen nicht das Leben und den Leiden der Zivilisten ignorieren und zeigen vor Toten keinen Respekt. Wenn wir so das menschliche Leben verachten, sind wir nicht mehr würdig, vor Chinesen, vor Russen oder vor irgendeinem Volk über Menschenrechte zu reden.
Bettlermoensch1 (08.07.2009, 14:35 Uhr)
Frage
Warum zeigt der deutsche Journalismus nicht ein klein ein bisschen Mitleid zu den Todesopfern, die durch grausamsterweise vom Mob umgebracht werden? Die Journalisten müssen für die folgenden Fotos dem Publikum (http://web.wenxuecity.com/BBSView.ph...y&MsgID=189671) erklären und begründen, warum sie Mitleidgefühl zu diesen getöteten Zivilisten völlig verlieren. Oder ist es so, um anti-chinesische-Berichterstattung zu „produzieren“, dann rechtfertigen wir auch für solche kriminelle Gräueltaten?
gmathol (08.07.2009, 11:58 Uhr)
Russland und China wollten eine neue Leitwaehrung...
...bei der G8 vorschlagen, daraus wird jetzt wohl nichts.
Es waren uebrigens die US Master die China zur Atombombe verhalfen!
JimPanse (08.07.2009, 11:14 Uhr)
Stimme Hennings...
...etwas eingeschüchtert klingenden, nasse-Hose-Beitrag teilweise zu. Das Ausland sollte sich mit pro Forma Reaktionen zurückhalten, da Diese meistens nur heisse Luft und Hilflosigkeit darstellen und stattdessen effiziente Förderung der Opposition und Einflussnahme durch Wirtschaftbeziehungen und Lobbys verstärken. So erreicht man den Kern einer Veränderung.
Asien tickt in der Tat anders, aber "unmöglich zu verstehen" ist der falsche Ansatz. Manchmal muss man nicht alles verstehen, es reicht gewisse Dinge zu wissen und sich zu arrangieren. Vollkommen anpassen sollte man sich nie.
Gisella (08.07.2009, 11:05 Uhr)
Hu-
ist abgereist weil- er angst hatte vor Frau Merkels erhobenem zeigefinger.Sie hätte gesagt "Dont do that"-er-"yes we can".
Malt (08.07.2009, 09:34 Uhr)
Na, der wird sich gedacht haben:
"Wenn ich Polizisten sehen möchte, die mit übertrieben harter Gewalt gegen Demonstranten vorgehen, dann kann ich mir das zuhause auch anschauen...."
Henning100 (08.07.2009, 08:15 Uhr)
Asien ist voellig anders
Wohne seit mehreren Jahren in verschiedenen ost-asiatischen Staaten und versuche, deren Mentalitaet zu verstehen. Dies ist voellig unmoeglich. Hier spielt eine andere Musik. Den einzigen Rat, den ich allen Westlern geben kann, ist, sich da gaenzlich rauszuhalten. Speziell China, welches fuer mich das maechtigste Land der Welt ist, verbietet sich jegliche Einmischung von aussen.
MEHR ZUM ARTIKEL
L'Aquila vor dem G8-Treffen Auf das Beben folgt der Gipfel

Anfang April erschütterte ein Erdbeben das italienische L'Aquila. Nun fliegen dort die Mächtigen dieser Welt zum G8-Gipfel ein. Fluch oder Segen? Was haben die Menschen vor Ort von der Polit-Show mit Zeremonienmeister Silvio Berlusconi? Der Bürgermeister L'Aquilas jedenfalls schimpft - und bleibt deshalb schon mal außen vor. Ein Besuch in einer geschundenen Region. mehr...

1400 Festnahmen Uiguren-Unruhen lösen Verhaftungswelle aus

Die chinesische Polizei greift nach den gewalttätigen Protesten muslimischer Uiguren in der Unruheprovinz Xinjiang hart durch. Rund 1400 Verdächtige sind inzwischen verhaftet worden. Die Festnahmen lösten weitere Protestaktionen aus. Angeblich gab es dabei erneut Tote. mehr...

Unruhen in Xinjiang Ein zweites Tibet

Die Ähnlichkeiten sind frappierend: Wie die Tibeter sehen die Uiguren in den Chinesen und der Zentralregierung in Peking nur Besatzer und wollen ihren eigenen Staat. Dass die Gewalt jetzt in der Provinz Xinjiang eskaliert, ist nicht überraschend – und wahrscheinlich erst der Anfang. mehr...

Unruhen in Nordwestchina Peking macht Exil-Uiguren verantwortlich

Noch sind die genauen Umstände der blutigen Unruhen im nordwestchinesischen Urumqi nicht geklärt, da hat die Regierung in Peking schon eine Schuldige parat: die Uiguren-Führerin Rabiya Kadeer, die im amerikanischen Exil lebt. Diese wiederum warnte China. Der Konflikt habe nun einen kritischen Punkt erreicht. mehr...

140 Tote in Nordwestchina Schlimmste Unruhen seit Jahrzehnten

Als die Behörden den friedlichen Protest beenden wollten, brach die Gewalt los: Hunderte muslimische Uiguren lieferten sich in der nordwestchinesischen Provinzhauptstadt Urumqi Straßenschlachten mit der Polizei. Mindestens 140 Menschen starben. Es waren die schlimmsten Ausschreitungen seit Jahrzehnten in der Krisenprovinz Xinjiang. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe