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12. Dezember 2005, 17:32 Uhr

Spielt Howard die Menschenjagden runter?

Rund 5000 Jugendliche haben sich am Sonntag im australischen Sydney zusammengerottet und Jagd auf Ausländer gemacht. Regierungschef Howard wollte dennoch nicht von "Rassismus" sprechen.

Rassistische Treibjagden in Sidney© AFP

Der australische Regierungschef John Howard hat die Bevölkerung aufgefordert, mehr Toleranz zu zeigen. Ausländer nur aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit anzugreifen, sei "völlig inakzeptabel", so Howard.

Am Sonntag hatten sich in Sydney etwa 5000 meist weiße Jugendliche zusammengerorttet. Fahnen schwenkend und rassistische Sprüche skandierend hatten sie Menschen mit arabischem Aussehen gejagt. Bei den Krawallen wurden 24 Personen verletzt und etwa 100 Autos angezündet. Polizeibeamte, die gegen die Randalierer vorgingen, wurden mit Bierflaschen beworfen. Auslöser der Ausschreitungen war ein Bericht, wonach Australier libanesischer Herkunft zwei Rettungsschwimmer am Strand von Cronulla zusammengeschlagen hätten.

"Die hässliche Fratze des Rassismus"

Der konservative Regierungschef Howard lehnte es allerdings ab, die Randalierer Rassisten zu nennen. "Das ist ein Begriff, mit dem so oft um sich geworfen wird, dass ich das nicht auch tun werde", sagte er. Ganz anders reagierte der Ministerpräsident des Bundesstaates New South Wales, Morris Iemma: Am Wochende habe sich die "hässliche Fratze des Rassismus" gezeigt. "Dieses schändliche, feige Verhalten darf nirgendwo geduldet werden."

Der Chef des "Forums für Australiens Beziehung zum Islam", Kuranda Seyit, erkannte in den Krawallen einen "Rassismus, der tief in der australischen Psyche sitzt ist und der seit einigen Jahre vor sich hin schwelt". Der Sprecher der rechtspopulistischen "Australien Zuerst"-Partei, John Moffitt, schob die Veranwortung der Einwanderungspolitik der vergangenen Jahrzehnte zu.

DPA
 
 
 
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