5. Januar 2010, 21:59 Uhr

"Das System hat auf desaströse Weise versagt"

Nach dem vereitelten Attentat auf ein US-Passagierflugzeug hat Barack Obama die Chefs seiner Geheimdienste ins Kreuzverhör genommen. Sichtlich verärgert forderte der Präsident rasches Handeln, um die Lücken im Sicherheitssystem zu schließen.

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US-Präsident Obama will Konsequenzen aus den Sicherheitsmängeln im Vorfeld der Beinahe-Katastrophe bei Detroit ziehen©

Die Sicherheitsdienste der USA haben nach dem Urteil von US-Präsident Barack Obama rund um den Beinahe-Anschlag auf ein Passagierflugzeug ihre Aufgaben nicht erfüllt. "Wenn ein mutmaßlicher Terrorist an Weihnachten mit Sprengstoff ein Flugzeug besteigen kann, dann hat das System auf höchst desaströse Weise versagt", sagte der sichtlich verärgerte US-Präsident nach einem Treffen mit seinen Geheimdienstchefs und ranghohen Sicherheitsberatern am Dienstag im Weißen Haus. "Es ist meine Verantwortung herauszufinden warum und den Fehler zu korrigieren, damit wir solche Attacken künftig verhindern können."

Obama forderte "schnelles Handeln", um die Sicherheitslücken im System zu schließen. Er kündigte eine Überarbeitung des Erfassungssystems an, um terrorverdächtige Personen zu identifizieren und sie etwa an Flügen zu hindern. Personelle Konsequenzen für seine Sicherheitsdienste zog Obama vorerst nicht.

Teilnehmer des Treffens waren unter anderem CIA-Direktor Leon Panetta, der Chef der Nationalen Nachrichtendienste, Dennis Blair, FBI-Direktor Robert Mueller sowie Obamas Sicherheitsberater James Jones und sein Terrorismus-Berater John Brennan. Zu dem Kreis gehört auch Verteidigungsminister Robert Gates, Heimatschutz-Ministerin Janet Napolitano und Außenministerin Hillary Clinton.

Hinter verschlossenen Türen ging es vor allem um die Frage, warum vor dem vereitelten Attentat am ersten Weihnachtstag mehrere Warnungen und Hinweise nicht ernst genug genommen wurden.

Als erste Konsequenz hatten die USA ihre Sicherheitskontrollen an den Flughäfen deutlich verschärft. Der 23-jährige Nigerianer, der Weihnachten an Bord eines US-Flugzeugs mit Ziel Detroit versucht hatte einen Sprengsatz zu zünden, hatte den Sprengstoff PETN offenbar in seiner Unterhose versteckt durch die Sicherheitskontrollen und an Bord geschmuggelt. Die niederländische Staatsanwaltschaft teilte am Dienstag mit, dass der Nigerianer offenbar schon vor seiner Zwischenlandung in Amsterdam im Besitz des Sprengstoffs gewesen sei.

Nach dem vereitelten Flugzeugattentat an Weihnachten ist der Jemen und die Rolle, die das Terrornetzwerk al Kaida dort spielt, wieder ins Visier der Terrorfahnder geraten. Offenbar hat sich der mutmaßliche Attentäter dort auf seinen Anschlag vorbereitet. Er soll auch Kontakt zu entlassenen ehemaligen Guantanamo-Häftlingen gehabt haben.

Deswegen werden Guantanamo-Häftlinge aus dem Jemen vorerst nicht mehr in ihre Heimat überstellt. Das sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, in Washington. Die US-Behörden hätten den Transfer vorerst aus Sicherheitsgründen gestoppt. Nahezu die Hälfte der noch Inhaftierten in dem Gefangenenlager auf Kuba stammen aus dem arabischen Land.

AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
bernie-abg (06.01.2010, 16:30 Uhr)
Nachwehen...
...der Bush-Regierung.
jsmooth (06.01.2010, 10:02 Uhr)
Genau...
Inkompetente Leute sind nicht dafür verantwortlich, die Sicherheitskontrollen sind schuld und müssen umgehend verschärft werden. Von den Ungereimtheiten wie der Durchschleuse ohne Pass des "angeblichen" Terroristen ganz zu schweigen.

Das Jahr 2010 beginnt, wie das Jahr 2009 aufgehört hat. Naja, immerhin etwas Konstantes in unserem Leben.
facilidad_de_ser (06.01.2010, 01:19 Uhr)
Obama verdient den Oscar!
Der US-Präsident hat am Donnerstag den 17.12. Raketenangriffe auf den Jemen befohlen.
Am 22.12.2009 ist darüber in der Welt berichtet worden (googeln: Barack-Obamas-neue-Terrorfront-im-Jemen)

Der "Anschlag" in Detroit war bekanntlich am 25.12.2009, also eine Woche später.



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