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3. März 2009, 14:38 Uhr

Diplomatie statt Raketenabwehr

Es ist der größte Streitpunkt zwischen den USA und Russland: das geplante Raketenabwehrsystem. George W. Bush hat es vorangetrieben, US-Präsident Barack Obama ist jetzt offenbar zum Verzicht bereit - und bietet den Russen einen Deal an. Polens Präsident ist enttäuscht und will weiter für den Raketenschild in seinem Land kämpfen.

Obama Raketenabwehr USA Russland Iran

Geht offenbar auf Russland zu: Laut einem Zeitungsbericht will Barack Obama das umstrittene Raketenabwehrsystem der USA stoppen

Die USA haben einer Zeitung zufolge Russland angeboten, auf den Aufbau eines Raketenschildes in Osteuropa zu verzichten. Im Gegenzug müsse Russland jedoch dabei helfen, den Iran von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten, berichtete die "New York Times" am Montag unter Berufung auf amerikanische Regierungskreise. US-Präsident Barack Obama habe seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew das Angebot im Februar in einem Brief vorgelegt. Eine russische Regierungssprecherin bestätigte den Eingang eines Briefes, erklärte jedoch, er enthalte "keine konkreten Vorschläge zu einem verbindlichen gemeinsamen Vorgehen".

Der "geheime" Brief Obamas ist der "Times" zufolge Medwedew von einem hochrangigen US-Regierungsbeamten vor drei Wochen überreicht worden. Darin heiße es, die USA benötigten das Raketenabwehrsystem nicht, falls der Iran jede Anstrengungen einstelle, Nuklearsprengköpfe und ballistische Raketen zu bauen. Russland hatte sich vehement gegen die Raketenpläne gewandt, die Obamas Vorgänger George W. Bush initiiert hatte.

Obama und der russische Präsident Medwedew werden sich am 2. April erstmals beim G20-Gipfel in London treffen. Nach den Bush-Plänen wollen die Amerikaner in Polen zehn Abwehrraketen stationieren und in Tschechien die dazugehörige Radaranlage installieren.

Bereits am kommenden Freitag wird sich Putins Außenminister Sergej Lawrow mit seiner amerikanischen Kollegin Hillary Clinton treffen, laut "New York Times" ist die Raketenabwehr ein Thema. Lawrow forderte die USA am Montag auf, die diplomatischen Beziehungen zum Iran wiederaufzunehmen. Dies wäre ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Region.

Polens Präsident enttäuscht

Die Kanzlei des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski reagierte mit Enttäuschung auf die Berichte über Obamas Raketenschild-Pläne. Dies sei eine "schlechte Nachricht", sagte der stellvertretende Kanzleichef Kaczynskis, Wladyslaw Stasiak. Polen solle für die Raketenabwehr weiter kämpfen. Stasiak warf der Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk eine Verschleppung der Verhandlungen mit Washington vor.

Nach den Plänen des früheren US-Präsidenten George W. Bush wollen die Amerikaner in Polen zehn Abwehrraketen stationieren und in Tschechien die dazugehörige Radaranlage installieren.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
sonnenschein1 (03.03.2009, 16:14 Uhr)
Korrektur der Bush-Politik
Barack Obama tut gut daran, die völlig verfehlte Bush-Politik zu ändern und seine dummen Aktionen rückgängig zu machen Raketen haben noch nirgends Frieden gebracht und darum geht es in erster Linie. Verhandlungen sind allemal besser, als militärische Gewalt. Und langsam geht den Amis vermutlich auch das Geld dafür aus. Und das ist gut so!
Countryjoe (03.03.2009, 13:26 Uhr)
Gute Idee!
Das freut mich ungemein. Denn einen neuen kalten Krieg brauchen wir bestimmt nicht.
Was die Polen angeht, so gibt es sicherlich in China momentan preiswerte Feuerwerksraketen mit denen sich ein eigener Raketenschild installieren ließe. Auch eventuelle Eroberer würden durch das vermeintliche Begrüßungsfeuerwerk sicher milde gestimmt.
Mensch.Student (03.03.2009, 10:01 Uhr)
Deutsche interessen sind Sekundär ...
Verstehe nicht wie die Bundesregierung gegen ein Land hetzen kann welches nicht nur für die Energieversorgung an Bedeutung gewinnt, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftspartner gewesen ist / hätte sein können ... aber Hauptsache das Schäfchen darf Määäähh´en ...
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