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31. Dezember 2007, 16:58 Uhr

Omas Sorgen und Hoffnungen

Der US-Demokrat Barack Obama will als erster Schwarzer ins Weiße Haus ziehen. Als er vor 20 Jahren auf der Suche nach seinen Wurzeln war, reiste er zum ersten Mal nach Afrika. Dort bewirtschaftet seine Großmutter Sarah auch heute noch ihre Farm. Die beiden haben aber Verständigungsprobleme.

Barack Obamas Großmutter Sarah zeigt ein Foto mit ihrem Enkel© Eva Krafczyk/DPA

Trotz des ständigen Besucherstroms hat Sarah Obama ihre Gelassenheit behalten. Ruhig und aufrecht sitzt die 85-Jährige in ihrem geblümten Kleid auf dem Sofa ihres bescheidenen Hauses in Kogelo, einem kleinen Dorf im Westen Kenias. Die nächste größere Stadt, Kisumu, ist mehr als 70 Kilometer entfernt. Noch immer bewirtschaftet Sarah Obama ihre kleine Farm weitgehend selbst, füttert jeden Morgen die Hühner, jätet ihren Gemüsegarten. Ein Junge aus dem Dorf hilft bei der Feldarbeit und holt Wasser vom Brunnen. Der Kontrast zum Leben ihres berühmten Enkels Barack Obama könnte kaum größer sein.

Obamas Identitätssuche in Kenia

Voller Stolz blickt Sarah Obama auf die Familienfotos an den Wänden ihres mit einem Metalldach bedeckten Häuschens. Eines der Bilder zeigt einen jungen Mann mit einem Sack auf dem Rücken in Begleitung einer viele Jahre jüngeren Sarah. "Das war 1987, fünf Jahre nach dem Tod seines Vaters, als Barack zum ersten Mal nach Afrika kam", sagt sie. Der junge Amerikaner war eines Tages einfach da, auf der Suche nach seinen afrikanischen Wurzeln.

Sein Buch über diese Identitätssuche, "Die Träume meines Vaters", ist in Kenia ein Bestseller. Verständigen kann sich Sarah Obama mit ihrem berühmten Enkel nur mit Hilfe von Verwandten - sie spricht nur ihre Stammessprache Luo und ein bisschen Suaheli. "Aber Barack lernt ein bisschen Luo", lächelt sie. Der Stoff, aus dem Immigrantenlegenden sind "Ich hätte nie gedacht, dass jemand aus unserer Familie einmal so viel erreichen kann", sagt Sarah Obama. So ganz kann sie es immer noch nicht fassen, dass der schlaksige Student, der ihr einst half, Mais zum Dorfmarkt zu schleppen, jetzt US-Senator ist und nun darum kämpft, als erster schwarzer Präsident ins Weiße Haus einzuziehen. "Es gibt ja auch viele schlechte und gefährliche Dinge in so einer Position", sagt sie und klingt auf einmal ganz wie eine besorgte Großmutter. "Barack hat einen ganz anderen Hintergrund als die anderen Bewerber um das Präsidentenamt", meint die 85-Jährige. "Ich glaube, für die Dritte Welt wäre es gut, wenn jemand wie er US-Präsident wird." Ein Mann im Weißen Haus mit Wurzeln in Kogelo, wo sein Vater einst Ziegen hütete - das klingt nach dem Stoff, aus dem Immigrantenlegenden sind. Viele Menschen in Kogelo knüpfen daran Wünsche und Erwartungen, Hoffnungen, dass der berühmte Spross der Obama-Familie etwas für das Dorf seiner Familie tun wird. Bildung, der Schlüssel zu allem Sarah Obama kann darüber nur den Kopf schütteln. "Barack ist Amerikaner, sein Platz ist dort", betont sie. Die Menschen müssten selbst an der Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse arbeiten, so wie Baracks Vater, ihr Stiefsohn. Sarah brachte den lernbegierigen Jungen jeden Tag in die neun Kilometer entfernte Grundschule, arbeitete hart, damit er in einem Internat eine höhere Schulbildung erwarb. Inzwischen trägt eine Schule in Kogelo den Namen des US-Senators. Für Sarah Obama ist Bildung der Schlüssel zu allem. "Mein Mann hat allen seinen Kindern eine ordentliche Schulbildung ermöglicht", sagt sie. Wenn Barack Obama US-Präsidenten werde oder auch nur die Vorwahlen der Demokraten gewinne, kämen dadurch vielleicht weder Elektrizität noch bessere Straßen nach Kogelo. "Aber sein Beispiel kann die Menschen hier inspirieren, dass es sich lohnt zu lernen und seinen Träumen zu folgen."

Eva Krafczyk/DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
ganzbaf (01.01.2008, 10:02 Uhr)
Warum sollte sich das lohnen?...
Nur um als lausiger Amerikaner zu enden??
;-Pp
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