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3. November 2004, 07:55 Uhr

Wie ein schwarzer Bill Clinton

Für viele US-Bürger stellt er die Erfüllung des amerikanischen Traums dar: Barack Obama. Der Shooting Star der Demokraten hat als erster Schwarzer den Einzug in den Senat geschafft.

Ein stolzer Bruder: Abongo Malik Obama in Kenia mit einem Foto seines Bruders Barack Obama© Karel Prinsloo/AP

Für echte Obama-Fans ist eins schon heute klar: In dieser Wahlnacht ist auch der übernächste amerikanische Präsident auf die nationale Polit-Bühne getreten. Barack Obama, 43, der in Illinois mit 71 Prozent der Stimmen in den US-Senat gewählt wurde, ist seit dem demokratischen Parteitag im Juli in Boston die Lichtgestalt der jungen Liberalen. "Als Obama auf der Bühne stand, war mir klar: Wir blicken auf den ersten schwarzen Präsidenten der USA", meinte Amy Sullivan, Soziologin an der Princeton-Universität und Kolumnistin der Zeitschrift "Washington Monthly".

Für viele bald der erste schwarze Präsident der USA: Barack Obama© Matt Campbell/DPA

Ruf zur Einigkeit

"Dieser junge Mann hat Illinois elektrisiert, er hat Amerika elektrisiert!" frohlockte Gwendolynne Moore in Wisconsin bei einem Wahlkampfauftritt des Publikumsmagnets, um den sich die Demokraten im ganzen Land vor den Wahlen nur so rissen. Auf dem Parteitag hat sich der Rechtsanwalt in 18 Minuten mit einer Rede, die die Delegierten aus den Sesseln riss, ins Rampenlicht katapultiert .

Seine Botschaft war ein Ruf zur Einheit in dem spätestens seit George W. Bush tief gespaltenen Land, und voller Optimismus. "Es gibt nicht ein liberales und ein konservatives Amerika, es gibt die Vereinigten Staaten von Amerika!" rief Obama unter tosendem Applaus.

Ein amerikanischer Traum aus Kenia

Wie kaum ein anderer verkörpert er für viele den amerikanischen Traum. Er wurde auf Hawaii geboren, sein Vater ein Student aus Kenia, seine Mutter eine weiße Amerikanerin. Nach der Scheidung der Eltern zog er mit seiner Mutter und dem Stiefvater nach Indonesien. Obama kehrte in die USA zurück und studierte Jura an der Harvard- Universität. Bislang saß der Vater zweier junger Töchter im Parlament des Bundesstaates und lehrt nebenbei Jura an der Universität in Illinois.

Bei allem Ruhm, der ihm seit dem Parteitag vorauseilt, versucht Obama, nicht abzuheben. "Ich misstraue dem Ruhmeskult", sagte er in einem Interview. "Was zählt, ist die wirkliche Arbeit." Dass er was schafft, hat Obama als Abgeordneter in Illinois gezeigt. Er kämpfte erfolgreich für eine Krankenversicherung und Steuererleichterungen für Arme. "Obama ist einer der beeindruckendsten Abgeordneten", lobte die "Chicago Tribune".

"Es ist in den vergangenen Monaten schon ziemlich gut gelaufen. Einige sagen, das ist Glück", sagte Obama vor der Wahl. "Ich für meinen Teil bete jeden Abend, dass Gott mir hilft, dieser Segnungen würdig zu sein." Die Voraussetzungen dafür hat sein Vater schon geschaffen: "Der von Gott gesegnete", bedeutet sein Name in Swahili.

DPA
 
 
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