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8. März 2010, 18:40 Uhr

Westerwelle droht der nächste Aufreger

Der Ärger um seine Hartz-IV-Äußerungen ist noch in aller Gedächtnis, der Spott über seine Englischkenntnisse ebenfalls, da lauert der nächste Fettnapf auf Guido Westerwelle: Seine Begleitungen auf Auslandsreisen, nicht nur Partner Michael Mronz, geben Anlass zur Diskussion.

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"Türöffner" für deutsche Unternehmen: Guido Westerwelle bei einem Vortrag an der Deutsch-Argentinischen Industrie- und Handelskammer in Buenos Aires© Arno Brugi/DPA

Eigentlich klang es wie eine Selbstverständlichkeit, was Außenminister Guido Westerwelle da am Montag vor der Deutsch-Argentinischen Handelskammer in Bunenos Aires sagte: "Es wird ein Kernanliegen meiner Außenpolitik sein, Türen für deutsche Unternehmer zu öffnen", betonte der Vizekanzler in einer Ansprache. Schließlich hingen da Arbeitsplätze dran, andere Staaten machten das noch viel stärker. "Das wird dem einen oder anderen eine gewisse Gewöhnung abverlangen." Aber er halte es für unverzichtbar.

Den Unternehmern, mehr noch der hochrangigen Wirtschaftsdelegation, die den FDP-Chef auf seiner einwöchigen Lateinamerika-Reise begleitet, dürfte das wie Musik in den Ohren geklungen haben. Denn die Schlagzeilen vom Wochenende haben auch ihr Engagement in neues Licht getaucht.

Empörter Westerwelle

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete, Westerwelle nehme Manager auf Auslandsreisen mit, die zuvor für die FDP gespendet hätten. Als Beispiel nennt das Blatt Ralph Dommermuth, der mit in Lateinamerika ist. 2005 soll der Gründer von United Internet 48.000 Euro an die FDP überwiesen haben.

Bei Westerwelles Antrittsbesuchen in Estland, Japan und China im Januar war dem Bericht zufolge Cornelius Boersch mit dabei, der Gründer der Schweizer Beratungs- und Beteiligungsfirma Mountain Partners Group. Er hat der FDP laut "Spiegel" bislang über 160.000 Euro gespendet. Bis kurz nach der Wahl sei Westerwelle ferner im Beirat eines Tochter-Unternehmens gewesen und habe dafür jährlich mindestens 7000 Euro kassiert. Westerwelle reagierte empört auf die Vorwürfe. Er habe nicht vor, sich hier mit diesen haltlosen Vorwürfen auseinanderzusetzen, sagte er in die Kameras von ZDF und N24, kurz bevor er am späten Sonntagabend in Santiago de Chile wieder in die Regierungsmaschine kletterte. Die Einladungspraxis laufe bei ihm wie bei allen seinen Vorgängern auch. Darauf weist auch das Auswärtige Amt immer wieder hin.

Kritik an Mronz

Neben Westerwelle ist auch sein Lebensgefährte Michael Mronz in die Kritik geraten, der den Außenminister in Lateinamerika begleitet. Westerwelle soll bei der Eröffnung des Bonner Luxushotels Kameha Grand aufgetreten sein, bei der Mronz Mitveranstalter war. Das Außenamt stellte klar, Mronz nutze die Reisen mit dem Minister nicht zur Geschäftsanbahnung. Vielmehr habe er Westerwelle sowohl nach Japan und China als auch nach Cordoba und derzeit nach Lateinamerika privat begleitet. "Herr Mronz ist nicht Teil der Wirtschaftsdelegation", erklärte der Sprecher des Auswärtigen Amts.

Zum Auftakt der Lateinamerika-Reise jedenfalls hielt sich Mronz im Hintergrund. Während Westerwelle am Sonntag in Santiago de Chile mit der politischen Spitze weitere Hilfen für die Erdbebenopfer erörterte, besuchte er die Stiftung "Cristo Vive", die sich für arme Kinder einsetzt. Dort überreichte er Schwester Karoline Mayer einen Scheck über 20.000 Euro für einen Kindergarten. Und zwar nicht als Unternehmer, sondern als Vorstandsmitglied der Organisation "Ein Herz für Kinder".

Von Uta Winkhaus, APN
 
 
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