Zehntausende Menschen haben in Tunis den ermordeten Oppositionspolitiker Belaid zu Grabe getragen. Bei der größten Trauerfeier seit dem Jahr 2000 setzte die Polizei Warnschüsse und Tränengas ein.
Zehntausende Menschen haben in Tunis den ermordeten Oppositionspolitiker Chokri Belaid zu Grabe getragen. Trotz Regens kamen mindestens 50.000 Menschen. Sie trugen Bilder Belaids und machten in Sprechchören die regierenden Islamisten für dessen Tod verantwortlich. Die Trauernden umringten den auf einem Armee-Lkw liegenden Sarg Belaids, als dieser aus einem Kulturzentrum im Heimatbezirk des Politikers gebracht wurde. Es war die größte Trauerfeier seit dem Tod des ersten tunesischen Präsidenten, Habib Bourguiba, im Jahr 2000.
Die Demonstranten riefen. "Das Volk will eine neue Revolution!" und "Belaid, ruhe in Frieden, wir setzen den Kampf fort!" Einige machten den Chef der regierenden Ennahda-Partei, Rachid Ghannouchi für den Mord verantwortlich. "Ghannouchi Mörder, Verbrecher", riefen sie. Belaid war am Mittwoch erschossen worden. Zu der Tat hatte sich niemand bekannt.
Oben: In der Nähe des Friedhofs gehen Polizisten mit Tränengas und Warnschüssen gegen Jugendliche vor, die Autos zertrümmern und in Brand setzen.