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30. Dezember 2007, 15:17 Uhr

19-jähriger Erbprinz tritt Nachfolge an

Drei Tage nach der Ermordung ihrer Chefin Benazir Bhutto hat die größte pakistanische Oppositionspartei Bhuttos Sohn Bilawal zum Vorsitzenden ernannt. An die Seite des 19-Jährigen stellte die Spitze der PPP Bhuttos Ehemann Asif Ali Zardari.

Die Anhänger trauern um die Ermordete© Ed Wray/AP

Damit bleibt die Führung in den Händen der politischen Dynastie, die vom ersten gewählten Ministerprä-sidenten Pakistans, Zulfikar Ali Bhutto, begründet worden ist.

"Bilawal wird Vorsitzender und Herr Zardari wird Co-Vorsitzender", sagte ein Parteivertreter, der am Sonntag an den Beratungen der Pakistans People’s Party (PPP) in Bhuttos Heimatort Naudero in der süd-lichen Provinz Sindh teilnahm. Die von Bhuttos Vater gegründete Partei hatte angekündigt, die Entschei-dung nach der Verlesung des Testaments ihrer am Donnerstag getöteten Chefin zu treffen. Diese Aufgabe war bereits Bilawal zugefallen.

Der direkte Nachkomme Zulfikars und Benazirs galt im Vorfeld der Entscheidung zwar als möglicherwei-se zu jung für den Posten. Die Partei wurde jedoch seit ihrer Gründung 1968 so sehr von den beiden Bhut-tos dominiert, dass kaum einem Parteipolitiker zugetraut wurde, das drohende Machtvakuum zu füllen.

Der schlanke, groß gewachsene 19-Jährige erinnert äußerlich an seine charismatische Mutter und studiert derzeit in Oxford Jura. Er ist das älteste der drei Kinder des Paares, das viele Jahre im Exil verbracht hat, bevor es vor wenigen Wochen nach Pakistan zurückkehrte, um die PPP in die für Januar geplanten Wah-len zu führen. Parteibeobachter erwarteten, dass Zardari großen Einfluss auf die anstehenden Entschei-dungen ausüben werde. Der ehemalige Zementfabrikant war der engste politische Vertraute der zweimali-gen Ministerpräsidentin und war während ihrer Regierungsperiode von 1993 bis 1996 Industrieminister.

PPP nimmt an Wahl teil

Die Parteispitze sprach sich Teilnehmern zufolge zudem mit überwältigender Mehrheit dafür aus, bei der bislang für den 8. Januar geplanten Wahl anzutreten. Trotz ihrer starken Verankerung in der Elite der Landbesitzer wird die Partei von Millionen Armen im Land unterstützt, die auf einen größeren Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung hoffen. Die zweite Oppositionskraft unter Führung von Nawaz Sharif hat dagegen zu einem Boykott der Abstimmung aufgerufen.

Der Partei von Musharraf zufolge wird die Parlamentswahl voraussichtlich verschoben. Die Abstimmung werde wohl sechs bis acht Wochen später stattfinden, sagte ein hochrangiges Mitglied der Pakistanischen Muslim Liga-Q. Die Wahlkommission hat für Montag eine Dringlichkeitssitzung angesetzt, bei der es auch um den Termin des Urnengangs geht.

Al.Kaida weist Vorwürfe zurück

Die PPP wolle zudem die Vereinten Nationen um eine unabhängige Untersuchung des Attentats bitten, sagten Teilnehmer der Sitzung in Naudero. Die Partei hat Zweifel an der Darstellung des Innenministeri-ums geäußert, wonach es Hinweise auf eine Täterschaft der radikal-muslimischen Organisation Al-Kaida gibt.

Ein Sprecher der pakistanischen Untergruppe der Al-Kaida wies die Beschuldigungen am Samstag zurück. Die PPP wirft der Regierung von Präsident Pervez Musharraf und den Geheimdiensten vor, Bhutto nicht ausreichend geschützt zu haben oder sogar hinter dem Attentat zu stehen.

Die tagelangen Unruhen bei Protesten gegen das Attentat und Musharraf ebbten am Wochenende ab. Am Sonntag herrschte landesweit eine angespannte Ruhe. Seit Donnerstag wurden offiziellen Angaben zufol-ge 47 Menschen getötet.

Kamran Haider/Reuters

 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
mramorak (02.01.2008, 00:07 Uhr)
W're es besser, der junge Mann wäre in Cuba erzogen?
Der Junge Mann sagte, was seine Mutter ihm beibrachte - zu vielen der Kommentarschreiber wurde dieses Gold nicht in die Wiege gelegt - "Demokratie ist die beste Rache". Und so wollen die auch keine Demokratie - ausser es ist eine chinesisch-cubanische "demokratie".
Und solchen leuten ist es auch gleichgültig, wer in einem Land regiert -auch unserem - solange es keine linke Diktatur ist.
gmathol (30.12.2007, 23:31 Uhr)
3 Milliarden USD auf ein Schweizer Konto hat der Bhutto Klan bereits aus Pakistan herausgeschafft.
Die kriegen wohl offensichtlich nicht genug.
Pakistan ist wohl eine Monarchie? Was soll die Bezeichnung Prinz und Sohn?
scully78 (30.12.2007, 19:23 Uhr)
hmm
ob jetzt ein Land von einem verdorbenen amerikafreundlichen 19jährigen regiert wird, oder von einem von der USA unterstützen Diktator ist meiner Meinung nach gleich schlimm.Gell albundy???Es gibt keine bessere alternative, leider...
Nefas (30.12.2007, 17:03 Uhr)
Total Irrsinn
Die Bhutto-Familie sehen Pakistan als ihr Eigentum als würden nur sie die Führung von Pakistan übernhemen können. Das jetzt der Sohn der grade mal 19 Jahre alt ist und jetzt auch noch an der Spitze der Partei gewählt wurde, zeigt nur, dass ausschließlich Popularitätspolitik geführt wird. Die Bevölkerung ist sich der Ernst der Lage nicht bewußt, suchen vergebens nach einem Führer der sie aus dem Armut und Chaos im Land befreit. Die Familie ist korrupt, siehe den Vater, der auch "10 Prozent" genannt wird und nichts anderes als Geld in seine eigene Familie geschöpfelt hat. Daran wird sich auch nichts ändern. Jetzt profitiert er durch den Tod seiner eigenen Frau und hofft wiedermal an die Macht zu kommen mit einem 19jährigen Jungen Mann, der keinerlei Ahnung von Politik hat. Unmoralisch !!!
sandraberlin (30.12.2007, 17:03 Uhr)
Recht hat Bundy
Ich bin der gleichen Meinung wie Bundy. Auch wenn dieser "new leader" als Galionsfigur herhalten wird, so ist er nie er selbst, sondern immer nur "shield" seines Vaters, "hope" seiner Mutter und "vision" seines Grossvaters. Das kann man der gegenwärtigen politischen Lage keinem 19-jährigem zutrauen. Der Ton von "Wurst"´s Antwort zeugt aus meiner Sicht nicht von herausragender Intelligenz.
TheWurst (30.12.2007, 16:38 Uhr)
@ albundy
Was das soll, wird in dem Artikel erklärt. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!
albundy69 (30.12.2007, 16:01 Uhr)
Was soll das ?
Ein 19-jähriger Schnösel, (v)erzogen in den reichsten und eloquentesten Schulen von "merry old England", dem "verdorbenen Amerika" sowie auf dem Partykontinent Australien, dieser Mensch soll Kraft seines Namens den Machthaber einer Atommacht herausfordern ? WAS SOLL DAS ?????
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