. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
13. Juni 2011, 17:11 Uhr

Westerwelle erkennt Rebellen an

Bei einem überraschenden Besuch in Bengasi hat Außenminister Guido Westerwelle den Übergangsrat der Rebellen als legitime Vertretung des libyschen Volkes anerkannt. Dem Gaddafi-Regime sagte er ein baldiges Ende voraus.

Gaddafi, Libyen, Westerwelle, Niebel, Bengasi, Rebellen, Übergangsrat

Symbolischer Händedruck: Guido Westerwelle (l.) und Dirk Niebel (r.) stehen auf der Seite von Ali al Essawi, Außenminister des Übergangsrats© Gianluigi Guercia/AFP

Votum für die Aufständischen: Im UN-Sicherheitsrat stimmte Bundesaußenminister Guido Westerwelle einem Militäreinsatz gegen Libyen nicht zu, nun hat er den Aufständischen demonstrativ den Rücken gestärkt. Beim ersten Besuch deutscher Regierungsvertreter seit Kriegsbeginn erkannte Westerwelle den Übergangsrat der Rebellen als legitime Vertretung an. In der Hafenstadt Bengasi kamen Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel mit Vertretern des Übergangsrates zusammen und eröffneten ein deutsches Verbindungsbüro. Die Aufständischen verstärkten unterdessen ihre Aktivitäten um Tripolis.

"Wir sind nicht neutral, sondern wir stehen an der Seite der Demokratie und der Freiheit", sagte Westerwelle nach einem Treffen mit dem Außenminister des Übergangsrats, Ali al Essawi. Bisher wurde die Übergangsregierung von deutscher Seite lediglich als "ein" legitimer Vertreter bezeichnet.

Westerwelle: Gaddafi wird gehen

Westerwelle verteidigte erneut die deutsche Haltung, sich nicht an den Militärschlägen gegen Gaddafi zu beteiligen. "Das wird respektiert, weil wir sehr viel humanitär tun." Anlässlich des Besuchs verdoppelten Westerwelle und Niebel die Mittel für humanitäre Hilfe auf mehr als 15 Millionen Euro.

Der Außenminister zeigte sich sicher, dass das Ende des Gaddafi-Regimes "nur noch eine Frage der Zeit" sei. "Er muss gehen und er wird gehen. Davon sind wir fest überzeugt", sagte Westerwelle. Gaddafi führe einen Krieg gegen das eigene Volk. "Unser Ziel ist ein freies, friedliches und demokratisches Libyen ohne Gaddafi", sagte Westerwelle.

Al Essawi, sprach von "sehr großen Chancen" für die künftige Zusammenarbeit zwischen Libyen und Deutschland. Er zeigte Verständnis für das Ausscheren aus der internationalen Militäraktion gegen Gaddafi. Es gebe andere Wege, den Libyern zu helfen, zu ihren Rechten zu kommen.

Rebellen nächste Woche in Tripolis?

Trotz verstärkter Aktivitäten an den verschiedenen Brennpunkten des Wüstenkriegs konnten die Rebellen in den vergangenen Tagen keine Geländegewinne erzielen. Ein Vorstoß in der Küstenstadt Al Sawija wurde von den Regimetruppen zurückgeschlagen. Auch aus dem Gebiet zwischen Jafran, 110 Kilometer südwestlich von Tripolis, und Al Sintan wurden schwere Kämpfe gemeldet, bei denen sich die Rebellen gegen die weit besser bewaffneten Gaddafi-Verbände nicht durchzusetzen vermochten.

Von Rückschlägen und Patt-Situationen scheinen sich die Rebellen im Westen dennoch nicht abschrecken zu lassen. Eine deutsche Mitarbeiterin der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Westlibyen sagte der dpa in einem Telefoninterview, bei einem Gefecht zwischen Rebellen und Regierungstruppen seien neun Menschen getötet und 60 verletzt worden. Die Rebellen, die ihre verletzten Kameraden in die Klinik brachten, erklärten, sie wollten trotz der hohen Verluste weiter versuchen, auf die Hauptstadt vorzustoßen. "Nächste Woche sind wir in Tripolis", meinten sie.

Gaddafi übte unterdessen neue Winkelzüge. Das Staatsfernsehen zeigte am Sonntag Bilder von Gaddafi beim Schachspiel mit dem Präsidenten des Weltschachverbandes Fide dem Russen Kirsan Iljumschinow.

bel/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Krieg in Libyen Gaddafi spielt seelenruhig Schach

Abwarten und Schach spielen heißt die Devise von Libyens Machthaber Gaddafi. Der Diktator ließ sich in Tripolis bei einer Partie mit dem Präsidenten des Weltschachverbands filmen. In der Rebellenhochburg Bengasi haben derweil zwei deutsche Minister Station gemacht. mehr...

Vorwurf der Vergewaltigungen in Libyen Gaddafi soll Truppen mit Viagra anstacheln

Sexuelle Gewalt als Waffe gegen Aufständische: Laut dem Internationalen Strafgericht in Den Haag mehren sich Hinweise, dass die libyschen Truppen auch vor Massenvergewaltigungen nicht zurückschrecken. Diktator Gaddafi soll dafür extra Potenzmittel verteilen lassen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe