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Bob Corker, Senator und Republikaner: Trump riskiert den Dritten Weltkrieg

Zwischen Donald Trump und Bob Corker hätte eine mächtige Männerfreundschaft entstehen können. Trump, der Präsident, Corker sein Vize. Heute sagt der einflussreiche Senator aus Tennessee: Trump riskiert den Dritten Weltkrieg.

US-Präsident Donald Trump hat sich mit einem der einflussreichsten Senatoren Washingtons angelegt: Bob Corker

US-Präsident Donald Trump hat sich mit einem der einflussreichsten Senatoren Washingtons angelegt: Bob Corker (im Bild). Doch der schlägt zurück

Bob Corker ist ein Mann, der selbst Absagen diplomatisch verpacken kann. "Es gibt Menschen, die für die Kandidatur als Vizepräsident weit geeigneter sind als ich", sagte der Republikaner vor etwas mehr als einem Jahr der "Washington Post" und nahm sich mit diesen Worten selbst aus dem Rennen um den Posten als Donald Trumps "running mate" bei den Präsidentschaftswahlen 2016. Trumps Vize wurde Mike Pence. Bob Corker blieb das, was er seit 2007 war: Senator aus Tennessee, einer der einflussreichsten Politiker in Washington. "Ich mache weiter", sagte Bob Corker damals im Juli, er freue sich darauf, Trump in den kommenden Monaten zu beraten. "Er lobte Trump immer wieder", schrieb damals die "Post".

Nun, 14 Monate nach dem Bericht, sprach Bob Corker am Sonntag mit der "New York Times". Das Ergebnis ist ein Artikel, der diplomatische Formulierungen weitgehend ausspart, von Lob keine Spur mehr. Senator Corker wirft US-Präsident Trump offen vor, mit seinen rücksichtslosen Drohungen gegen andere Länder, die USA "auf den Weg in den Dritten Weltkrieg zu führen". Trump verhalte sich in seinem Amt "wie in 'The Apprentice'". Der Präsident bereite ihm Sorgen, wie jedem, "dem unser Land wichtig ist". "Ich weiß, dass im Weißen Haus jeden Tag daran gearbeitet wird, ihn im Zaum zu halten", sagte er. 

Donald Trump vs. Bob Corker: Schlammschlacht auf Twitter

In einer außergewöhnlich offenen Fehde hatten sich Corker und Trum bereits zuvor einen Schlagabtausch über Twitter geliefert. Corker ist Vorsitzender des wichtigen Auswärtigen Ausschusses des Senats. Trump hatte am Sonntag in dem Kurznachrichtendienst Breitseiten gegen Corker abgefeuert, nachdem dieser mitgeteilt hatte, dass er bei der Kongresswahl im November 2018 nicht erneut kandidiere.


Corker hätte darum "gebettelt", dass er, Trump, sich für seine Wiederwahl stark mache. Das habe er aber abgelehnt und Corker habe daher auf eine erneute Kandidatur verzichtet und dies damit begründet, "dass er ohne meine Unterstützung nicht gewinnen kann". Er, Trump, habe auch "Nein, danke" zu Corkers Ersuchen gesagt, Außenminister zu werden.

Zudem sei Corker weitgehend für den "horrenden" Atomdeal mit dem Iran verantwortlich. Trump bezog sich dabei auf die Multi-Staaten-Vereinbarung, die Teheran im Gegenzug zur Aufhebung internationaler Sanktionen zur Begrenzung seines Atomprogrammes verpflichtet.

Senator Bob Corker: Trump twittert Dinge, die nicht wahr sind

Corker schoss prompt zurück. "Es ist eine Schande, dass das Weiße Haus eine Tagesbetreuung für Erwachsene geworden ist", twitterte Corker. "Jemand hat offensichtlich heute Morgen seine Schicht versäumt."


Im Gespräch mit der "New York Times" sagte er: "Ich weiß nicht, warum der Präsident auf Twitter Dinge schreibt, die nicht wahr sind." Anders als vom Präsident behauptet, hätte ihn Trump mehrfach von einer Wiederkandidatur überzeugen wollen.

Corker: Trump "ist sich der Macht seines Amtes nicht gänzlich bewusst"

Hintergrund für Attacken sind anscheinend Äußerungen Corkers in der vergangenen Woche. Da hatte der Senator angedeutet, dass Trump dringend beaufsichtigt werden müsse. Außenminister Rex Tillerson, Verteidigungsminister Jim Mattis und der Stabschef im Weißen Haus, John Kelly, würden "unser Land vom Chaos bewahren".

"Solange solche Leute um ihn herum sind, die auf ihn einreden, ihn beruhigen und mit ihm arbeiten, bevor eine Entscheidung getroffen wird, geht es uns, denke ich, gut", sagte Corker jetzt der "New York Times". Auf die Frage, ob er denke, dass Donald Trump für das Amt des US-Präsidenten geeignet sei, wollte Corker so direkt nicht antworten - nur so viel: Der Mann sei sich der Macht seines Amtes wohl nicht gänzlich bewusst. 

pg/DPA

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