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"Behandlungen" gegen Homosexualität wieder erlaubt

Bislang war es Psychologen in Brasilien untersagt, "Behandlungen" gegen Homosexualität anzubieten. Ausgerechnet der Menschenrechtsausschuss des Parlaments hat das Verbot jetzt gekippt.

  Aktivisten hängten am 24. April 2013 eine Regenbogenflagge aus einem Fenster des brasilianischen Parlaments. Sie werfen Marco Feliciano, Leiter des Menschenrechtsausschuss, Homophobie vor.

Aktivisten hängten am 24. April 2013 eine Regenbogenflagge aus einem Fenster des brasilianischen Parlaments. Sie werfen Marco Feliciano, Leiter des Menschenrechtsausschuss, Homophobie vor.

Als wäre gleichgeschlechtliche Liebe eine Krankheit: Der Menschenrechtsausschuss im Unterhaus des brasilianischen Parlaments hat einem Gesetzentwurf zugestimmt, der Maßnahmen zur "Heilung" von Homosexualität vorsieht. Der Ausschuss unter dem Vorsitz des umstrittenen evangelikalen Pastors Marco Feliciano setzte am Dienstag ein Regelwerk außer Kraft, wonach es Psychologen untersagt ist, Klienten "Behandlungen" gegen Homosexualität anzubieten.

"Es gibt keine Behandlung für etwas, das keine Krankheit ist", empörte sich der sozialistische Abgeordnete Simplicio Araujo. Als einziges Ausschussmitglied protestierte er gegen die Entscheidung. Der Ausschussvorsitzende Feliciano ist wegen seiner homophoben und rassistischen Äußerungen berüchtigt. Dass ausgerechnet der Pastor im März zum Leiter des Ausschusses ernannt wurde, hatte vor allem in liberalen Teilen der Bevölkerung scharfen Widerspruch ausgelöst. Feliciano hatte den Posten laut britischem "Guardian" als Teil eines Kuhhandels der großen Parteien erhalten.

Die Ministerin für Menschenrechte, Maria do Rosario, sprach dagegen von einer "rückwärtsgewandten" und "absurden" Maßnahme. Was Brasilien benötige, seien Gesetze zur "Kriminalisierung von Homophobie". Die brasilianische Psychologenvereinigung verwies darauf, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Einstufung von Homosexualität als "Geisteskrankheit" schon "vor mehr als 20 Jahren" gestrichen habe.

Starke Anti-Homo-Lobby im Kongress

Im Mai hatte die Aufsichtsbehörde der brasilianischen Justiz grundsätzlich grünes Licht für die Homoehe gegeben. Der Nationale Rat der Justiz, der vom Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs geleitet wird, erklärte, Standesbeamten hätten nicht das Recht, schwulen oder lesbischen Paaren den Trauschein zu verweigern. Seit 2011 trauen einige Standesämter gleichgeschlechtliche Paare, andere jedoch nicht.

Einige Bundesstaaten erkennen die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren an, auf nationaler Ebene gibt es bisher allerdings keine Regelung. Im Kongress blockiert bislang eine starke Gruppe religiöser Abgeordneter die Homoehe. Die Mehrheit der 196 Millionen Einwohner Brasiliens ist katholischen Glaubens. Bisher haben nur zwei lateinamerikanische Staaten die Homoehe eingeführt.

jwi/AFP/AFP

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