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Rechtes US-Portal macht Lukas Podolski für einige Tage zum Flüchtling

Irgendwas mit Ski - für eine Geschichte über Flüchtlinge, die mit Jet-Skis nach Spanien kommen, hat das rechte US-Portal "Breitbart.com" ein Foto von Lukas Podolski benutzt. Offenbar versehentlich, denn das Foto wurde wieder ausgetauscht.

Breitbart News Lukas Podolski

Irgendwas mit Ski - "Breitbart News" benutzt einen fröhlichen Lukas Podolski für eine Geschichte über Flüchtlinge, die mit Jet-Skis nach Spanien kommen.

Absicht? Versehen? Oder einfach nur Nachlässigkeit? Das ultrarechte US-Newsportal "Breitbart.com" hat in seiner britischen Ausgabe eine Geschichte über Migranten in Spanien mit einem Bild von bebildert. Die Meldung an sich stammt von der französischen Nachrichtenagentur AFP und wurde unverändert übernommen. Darin geht es um die Zerschlagung eines Menschenschmugglerrings, der Flüchtlinge mit Hilfe von Jet-Skis nach Spanien bringt. Das Foto jedoch zeigt den gut gelaunten Fußball-Profi auf einem Jet-Ski sitzend, das Victory-Zeichen machend. Die Aufnahme entstand in Brasilien kurz vor dem Start der Weltmeisterschaft 2014.

Bild am Sonntagnachmittag wieder ausgetauscht

Warum "Breitbart News", das unter anderem von Ex-Berater Stephen Bannon geleitet wird, sich ausgerechnet für dieses Foto entscheiden hat, ist nicht klar. Möglicherweise war es nur das erstbeste Bild in der Fotodatenbank. Möglicherweise hat der Redakteur auch nur nach "SKI" gesucht und ist so auf PodolSKI und Jet-SKI stoßen. Möglicherweise ist das Motiv auch eine Anspielung auf die deutsche Flüchtlingspolitik. Was auch immer der Hintergrund für die Wahl war, die Aussage ist eindeutig: "Unerwünschte" Migranten lassen sich fröhlich feixend in den gelobten Westen chauffieren.

Nachdem die Bebilderung hämisch in den sozialen Medien diskutiert wurde, hat es die Redaktion im Laufe des Sonntagnachmittags geändert. Statt Poldi auf einem Jet-Ski sind nun Schwarze auf einem Boot zu sehen.

Breitbart Flüchtlinge neu

Schwarze auf Boot: So sieht die Bebilderung der Geschichte nun aus

"Breitbart News" ist bekannt dafür, es mit der Wahrheit nicht immer so genau zu nehmen. Anfang des Jahres etwas titelte das Portal reißerisch: "1000-Mann-Mob setzt Deutschlands älteste Kirche in Brand". In dem Artikel hieß es, Ausländer hätten die Reinoldikirche angezündet. Abgesehen davon, dass das älteste deutsche Gotteshaus in Trier steht, brannte lediglich ein Gitterschutznetz an der Kirche, in das eine Silvesterrakete versehentlich gelandet war.

Die Seite ist bekannt dafür, Nachrichten zu verzerren, zu verfälschen und nicht selten pure Hetze zu betreiben. In den USA ist "Breitbart" das Lieblingsmedium der Rechten und Rechtsextremen, deren Anhänger Donald Trump mit zum Sieg verholfen haben. Chefredakteur war früher Steve Bannon, bis vor kurzem noch Chefberater von Donald Trump. Nach seinem Abschied aus dem Weißen Haus ist Bannon als Vorstand zu "Breitbart News" zurückgekehrt. Das Portal hat außerhalb der USA bereits Ausgaben in Großbritannien und Israel und plant auch nach Frankreich und Deutschland zu kommen.

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