Assange bleibt weiterhin in ecuadorianischer Botschaft

17. Juni 2013, 16:38 Uhr

Großbritannien und Ecuador haben im Streit um den Wikileaks-Gründer Julian Assange keine Fortschritte gemacht. Für eine diplomatische Lösung wollen beide Seiten eine Arbeitsgruppe einrichten.

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Wikileaks-Gründer Julian Assange würde nach eigenen Angaben bis zu fünf Jahre in der ecuadorianischen Botschaft verharren©

Trotz britischer Auslieferungsbemühungen wird Wikileaks-Gründer Julian Assange die ecuadorianische Botschaft in London vermutlich bis auf Weiteres nicht verlassen. Der Australier sei notfalls bereit, noch "mindestens fünf weitere Jahre" in dem Diplomatengebäude auszuharren, sagte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño am Montag nach einem Gespräch mit seinem britischen Kollegen William Hague, das keine Annäherung zwischen beiden Staaten brachte. Eines sei jedenfalls sicher, sagte Patiño: "Durch einen Tunnel oder im Kofferraum eines Autos" werde der Gründer von Wikileaks keinesfalls aus der Botschaft geschleust.

Beide Außenminister wollten zwar "die Kommunikationskanäle offen halten, erzielten aber keinen Durchbruch", erklärte das britische Außenministerium - fast exakt ein Jahr nach Assanges Flucht in das Botschaftsgebäude am 19. Juni 2012. Während London dem Wikileaks-Gründer freies Geleit verwehrt, beharrt Ecuador auf "unwiderruflichen Garantien, dass er nicht an einen Drittstaat" ausgeliefert wird.

Europaweiter Haftbefehl

Assange sitzt seit fast einem Jahr in der Botschaft Ecuadors in der Innenstadt von London fest. Patiño hatte ihn dort am Sonntag kurz besucht. Assange sei bereit, bis zu fünf Jahre in der Botschaft zu bleiben, sagte Patiño am Montag in London.

Der 41-jährige Assange war am 19. Juni vergangenen Jahres in einer spektakulären Aktion in die Botschaft geflüchtet. Er wollte eine Auslieferung nach Schweden - und später vielleicht in die USA - umgehen. Assange wird in Schweden verdächtigt, Sexualstraftaten begangen zu haben. Gegen den Australier liegt ein EU-weiter Haftbefehl vor. Sollte er die ecuadorianische Botschaft in London verlassen, droht seine sofortige Festnahme.

ds/AFP/DPA
 
 
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