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Junge Frau aus Aachen unter den Todesopfern

Drei Tage nach den Terroranschlägen in Brüssel fahnden die Ermittler mit Hochdruck nach den weiteren Drahtziehern. In Deutschland werden zwei Männer festgenommen. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Einsatzkräfte während der Razzia im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek

Einsatzkräfte während der Razzia im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek

Drei Tage nach den Terroranschlägen in Brüssel fahnden die Behörden mit Hochdruck nach den weiteren Drahtziehern der Attacken. In Frankreich gelang es Ermittlern offenbar, einen bevorstehenden Anschlag zu verhindern. Auch in Deutschland werden zwei Männer festgenommen.

Die Ereignisse des Tages im Rückblick.

+++ 19.56 Uhr: Disziplinarverfahren wegen Fahndungspanne um Attentäter +++

Eine Fahndungspanne vor den Terroranschlägen in Brüssel soll nun konkrete Folgen haben: Nach dem Willen des belgischen Innenministers Jan Jambon soll es ein Disziplinarverfahren gegen einen Polizisten geben, der als Verbindungsoffizier in Istanbul tätig war. "Jemand aus dem Polizeiapparat hat gepatzt", sagte der Minister laut Nachrichtenagentur Belga. 

Der Polizist habe im vergangenen Jahr erfahren, dass die Türkei einen der späteren Selbstmordattentäter von Brüssel, Ibrahim El Bakraoui, wegen Terrorverdachts festgenommen und schließlich in die Niederlande ausgewiesen hatte. Auf diese Information habe der Verbindungsoffizier nicht schnell genug reagiert, so Jambon. 

+++ 19.08 Uhr: Abdeslam will nach Anschlägen nicht mehr mit Ermittlern sprechen+++

Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam will seit den Anschlägen von Brüssel nicht mehr mit Ermittlern sprechen. Das sagt der belgische Justizminister Koen Geens im Parlament. Laut Nachrichtenagentur Belga bezieht sich der christdemokratische Minister auf Informationen der Staatsanwaltschaft. Diese bestätigt, dass der vor einer Woche festgenommene Abdeslam unmittelbar nach den Anschlägen am vergangenen Dienstag verhört wurde, aber nichts gesagt habe

+++ 17.55 Uhr: Aachenerin wollte in die USA fliegen +++

Mehr Details zu der getöteten Deutschen werden bekannt. Nach Informationen der "Bild" war die Aachenerin 29 Jahre alt und stand zum Zeitpunkt des Anschlages zusammen mit ihrem Mann an einem Check-In-Schalter, um in die USA zu fliegen. Das Paar soll sich die Reise vor einem Jahr zur Hochzeit geschenkt haben.

+++ 17.22 Uhr: Hollande: Extremisten-Netzwerk wird ausgelöscht +++

Frankreichs Präsident Francois Hollande sagt, die Sicherheitsbehörden seien im Begriff, das militante Extremisten-Netzwerk hinter den Anschlägen in Paris und Brüssel auszulöschen. Die Bedrohung bleibe aber bestehen: "Wir wissen, es gibt andere Netzwerke."

+++ 16.43 Uhr: Staatsanwaltschaft spricht nun von drei Festgenommenen in Brüssel +++

Die Polizei in Brüssel hat an diesem Tag insgesamt drei Personen im Zusammenhang mit den in Frankreich vereitelten Anschlagsplänen festgenommen. Zwei davon seien am Bein verletzt worden, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Einer von ihnen sei beim Polizeieinsatz in Schaerbeek in Gewahrsam genommen worden. Von den sechs am Donnerstag festgenommenen Personen seien mittlerweile drei wieder auf freiem Fuß.

+++ 16.14 Uhr: Staatsanwalt bestätigt Laachraouis Tod +++

Nun ist es offiziell: Der 24-jährige Najim Laachraoui ist einer der beiden Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen. Damit bestätigt die Staatsanwaltschaft übereinstimmende Berichte belgischer Medien der vergangenen Tage. Laachraoui war auf Bildern einer Überwachungskamera links zu sehen. Er gilt als Komplize des am vergangenen Freitag festgenommenen Salah Abdeslam.

  Najim Laachraoui auf Fotos, die von der Polizei veröffentlicht wurden

Najim Laachraoui auf Fotos, die von der Polizei veröffentlicht wurden


+++ 15.55 Uhr: Verdächtiger soll Koffer mit Sprengstoff bei sich getragen haben +++

Insgesamt seien bei dem Einsatz drei Explosionen zu hören gewesen, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Schaerbeek dem staatlichen Rundfunksender RTBF zufolge. Es habe sich um kontrollierte Sprengungen gehandelt. Der Festgenommene habe einen Koffer mit Sprengstoff bei sich getragen, berichtet der Sender zudem unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. 

+++ 15.53 Uhr: Festgenommener wurde offenbar angeschossen +++

Wie stern-Reporter Philipp Weber in Brüssel berichtet, wurde der bei der Razzia gefasste Mann vor seiner Ergreifung von einem Scharfschützen angeschossen. Er sei auf dem Platz zusammengebrochen und dann festgenommen worden.

+++ 15.51 Uhr: Aachenerin unter den Todesopfern von Brüssel +++

Unter den Todesopfern der Anschläge von Brüssel ist auch eine Frau aus Aachen. Das teilt die Aachener Polizei mit. Die Frau galt nach den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt am Dienstag zunächst als vermisst, ihr Mann wurde schwer verletzt in ein belgisches Krankenhaus eingeliefert. "Nach heutigen Hinweisen der belgischen Polizei teilen wir mit, dass die bislang als vermisst geltende Ehefrau als ein Todesopfer des Anschlages am Brüsseler Flughafen identifiziert wurde", heißt es in einer Erklärung der Aachener Polizei.

+++ 15.31 Uhr: Keine konkrete Terrorwarnung vor Länderspiel in Berlin +++

 Das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und England am Samstag (20.45 Uhr) in Berlin wird nach jüngstem Stand stattfinden. Es gebe keine neuen Erkenntnisse zur Gefährdungslage, erklärt ein Sprecher der Bundespolizei. Nach den Terroranschlägen von Brüssel wird die Partie unter erhöhter Polizeipräsenz angepfiffen.

+++ 15.23 Uhr: Düsseldorfer Ermittler bestätigen Identität von Terrorverdächtigem +++

Nach der Festnahme eines Terrorverdächtigen in Düsseldorf bestätigt die Polizei seine Identität. Es handele sich um den 28 Jahre alten deutschen Staatsbürger Samir E., sagt ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft und bestätigt damit den Bericht des Magazins "Der Spiegel". Der Haftbefehl sei wegen Bandendiebstahls vollstreckt worden. Gegen den Mann werde aber auch "wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" ermittelt. 

+++ 15.08 Uhr: Ein Verdächtiger verletzt +++

Bei dem Einsatz in Schaerbeck ist ein Verdächtiger verletzt und festgenommen worden. Der Mann stehe im Zusammenhang mit den Attentaten in Brüssel vom Dienstag, sagt der Bürgermeister der Gemeinde, Bernard Clerfayt, dem öffentlichen Sender RTBF.

+++ 14.07 Uhr: Explosion bei Anti-Terror-Einsatz in Brüssel +++

In Brüssel läuft nach Medienberichten ein neuer Anti-Terror-Einsatz der Polizei. Bei dem Großeinsatz im Stadtteil Schaerbeek sei eine Explosion zu hören gewesen, meldet die Nachrichtenagentur Belga. Die Umgebung sei abgeriegelt worden, schwerbewaffnete und maskierte Kräfte sowie Armeefahrzeuge seien im Einsatz. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden, meldet der öffentlich-rechtliche Sender RTBF. Aus französischen Polizeikreisen heißt es, die Razzia stehe in Zusammenhang mit der Festnahme eines Islamisten bei Paris vom Vortag. 

+++ 12.41 Uhr: Belgien prüft zusätzliches Engagement im Anti-IS-Kampf +++

Nach den Selbstmordattentaten zieht Belgiens Premierminister Charles Michel eine zusätzliche Unterstützung der internationalen Koalition gegen den IS in Erwägung. Es werde entsprechende Gespräche in der Regierung und im Parlament geben, sagte er am Freitag bei einer Pressekonferenz mit US-Außenminister John Kerry in Brüssel.

+++ 12.07 Uhr: Festnahmen in Deutschland +++

Nach den Anschlägen in Brüssel hat es nach einem Bericht des Magazins "Spiegel" Festnahmen auch in Deutschland gegeben. Nach nicht näher bezeichneten Informationen des "Spiegel" griff die Polizei je einen Mann im Großraum Gießen und im Raum Düsseldorf auf, bei denen es Verbindungen zu einem der Brüsseler Attentäter geben soll. Art und Ausmaß dieser Verbindungen wurden demnach noch untersucht.

Bei dem am Donnerstagnachmittag von einem Spezialeinsatzkommando im Raum Düsseldorf Festgenommenen handelt es sich dem Bericht zufolge um Samir E., der dort der salafistischen Szene zugeordnet werde. Er sei ebenso wie der Brüsseler U-Bahn-Attentäter Khalid El Bakraoui im Sommer 2015 von türkischen Behörden im Grenzgebiet zu Syrien unter dem Verdacht aufgegriffen worden, für Islamisten dort kämpfen zu wollen. Beide seien nach Amsterdam abgeschoben worden, von wo sie in die Türkei aufgebrochen waren.

Bereits am Mittwochabend wurde demnach zudem im Raum Gießen ein Mann aufgegriffen, der zwei verdächtige SMS vom Tag der Brüsseler Anschläge auf seinem Telefon gehabt haben soll. Eine davon enthalte den Namen von Khalid El Bakraoui. Eine weitere Nachricht bestehe nur aus dem französischen Wort "fin" (deutsch: Ende) und sei gesendet worden drei Minuten bevor sich Bakraoui in die Luft sprengte.

+++ 11.47 Uhr: Polizei löscht Fahndungsaufruf nach Laachraoui +++

Die belgische Polizei hat den Fahndungsaufruf nach einem der mutmaßlichen islamistischen Terroristen Najim Laachraoui von ihrer Webseite genommen. Der 24-Jährige soll laut Medienberichten als zweiter Selbstmordattentäter vom Flughafen identifiziert worden sein. Die Staatsanwaltschaft hat dies noch nicht offiziell bestätigt. Dass Laachraoui nicht mehr zur Fahndung ausgeschrieben ist, könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Ermittler ihn für tot halten. 

+++ 9.30 Uhr: BKA-Präsident warnt vor weiteren IS-Anschlägen +++

Die Terrorattacken in Brüssel könnten nur der Anfang gewesen sein, glaubt Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts. "Europa steht schon seit Langem im Spektrum islamistischer Propaganda. Aktuell kommt hinzu, dass der sogenannte Islamische Staat in Syrien und im Irak geschwächt ist. Damit steht die Terrorgruppe unter Druck und braucht spektakuläre Aktionen, um Aufmerksamkeit zu erregen und Macht zu demonstrieren", sagte er der "Bild"-Zeitung. Derzeit rufe der IS seine Anhänger verstärkt auf, Anschläge in Europa zu verüben. "Die Bedrohungslage in Europa bleibt hoch, weitere Anschläge sind nicht auszuschließen“, sagt Münch.

+++ 6.15 Uhr: Sechs weitere Festnahmen in Brüssel +++

Im Zusammenhang mit den Anschlägen in Brüssel sind am Donnerstagabend in der belgischen Hauptstadt sechs Menschen festgenommen worden. Im Laufe des Freitags werde über Haftbefehle entschieden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. Ob unter den Festgenommenen zwei von Überwachungskameras aufgenommene Komplizen der Attentäter waren, war zunächst unklar.

Fünf Festnahmen erfolgten laut der Staatsanwaltanschaft an zwei verschiedenen Orten im Zentrum von Brüssel, eine weitere in dem Vorort Jette. Details sollten erst am Freitag bekannt gegeben werden. Bereits vor den Festnahmen hatte Belgien die höchste Terrorwarnstufe wieder aufgehoben. 

+++ 1:13 Uhr: Abdeslam vor Brüsseler Anschlägen nur einmal vernommen +++

Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam ist zwischen seiner Festnahme und den vier Tage später folgenden Anschlägen laut einem Medienbericht nur einmal verhört worden. Sven Mary, der Rechtsbeistand des 26-jährigen Franzosen, habe dies am Donnerstag bestätigt, berichtete das Nachrichtenportal "Politico". Laut zwei Quellen aus Ermittlungskreisen gab es demnach gesundheitliche Gründe dafür, dass die Vernehmung nur etwa eine Stunde dauerte. So habe Abdeslam, der bei seiner Festnahme am Freitag leicht am Bein verletzt und anschließend operiert worden war, während des Verhörs in seinem Gefängnis in Brügge "sehr müde gewirkt".
Das Verhör am Samstag habe keinerlei Hinweise auf die bevorstehenden Anschläge in Brüssel ergeben, sagten beide Informanten dem Bericht zufolge. Das habe vermutlich daran gelegen, dass die Ermittler bei der Befragung chronologisch vorgegangen seien und Abdeslam zunächst nur zu den Pariser Anschlägen vom 13. November vernommen hätten.

+++ 0.10 Uhr: Durchsuchung bei Paris nach verhindertem Anschlagsplan +++

Zwei Tage nach den Anschlägen von Brüssel haben französische Behörden mit der Festnahme eines Verdächtigen nach eigenen Angaben einen Anschlagsplan durchkreuzt. Das Terrorvorhaben sei in einem "fortgeschrittenen Stadium" gewesen, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am späten Donnerstagabend.

Zeitgleich zu seiner Stellungnahme lief in einem Vorort von Paris ein Anti-Terror-Einsatz. Beamte durchsuchten in Argenteuil nordwestlich der Hauptstadt ein Apartment in einem Wohngebäude, sagte Cazeneuve. Der Minister sprach von einer bedeutenden Festnahme. Die betreffende Person sei Franzose und stehe im Verdacht, eine wichtige Rolle bei der Anschlagsplanung gespielt zu haben. Sie habe sich in einem Terrornetzwerk bewegt, das in Frankreich zuschlagen wollte.

+++ 0.00 Uhr: Sechs Festnahmen in Verbindung mit Brüsseler Anschlägen +++

Im Zusammenhang mit den Anschlägen in Brüssel sind am Donnerstagabend in der belgischen Hauptstadt sechs Menschen festgenommen worden. Drei davon seien "direkt vor unserer Tür" festgenommen worden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. Ob unter ihnen noch flüchtige Komplizen der Attentäter waren, war zunächst unklar. Bei den Anschlägen waren am Dienstag mehr als 30 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden.

Drei der Attentäter, die sich am Flughafen und in einer U-Bahnstation in die Luft gesprengt hatten, sind mittlerweile identifiziert. Nach mindestens zwei weiteren Tätern, die auf Überwachungskameras zu sehen waren, wurde noch gefahndet.

Die belgischen Sicherheitsbehörden stehen schon seit den Pariser Anschlägen vom November massiv in der Kritik, weil diese in Belgien vorbereitet wurden. Mehrere belgische Medien spekulierten, dass das Land einer noch größeren Katastrophe entgangen sein könnte. Möglicherweise seien Anschläge nach Pariser Vorbild geplant gewesen, wo im November 130 Menschen getötet wurden. In Paris hatten mehrere Attentäter auch mit Schusswaffen auf Restaurant- und Café-Gäste geschossen. 

cf/mit Augenturen
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