. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
20. Juni 2008, 17:18 Uhr

Mit der EU-Trickkiste gegen irisches "Nein"

Positives Signal vom Gipfel des Europäischen Rates in Brüssel: Auch das irische "Nein" zum Lissabon-Vertrag kann den EU-Reformprozess nicht aufhalten. Selbst wenn dafür Politiker in die juristische Trickkiste greifen müssen. Von Johannes Röhrig, Brüssel

Rechte Abgeordnete zeigen ihre Unterstützung für das irische "Nein" zum Reformvertrag. Die EU muss jetzt in die juristische Trickkiste greifen© Christophe Karaba/DPA

"No means No" plakatierten EU-Kritiker zum Auftakt des Gipfels vor dem Gebäude des Europäischen Rates. Doch Brüssel ist nicht Dublin, das merken EU-Gegner schnell: Die kleine Schar von Demonstranten blieb fast unbeachtet; eine Woche nach dem "Nein" der Iren zum EU-Reformvertrag haben die Staats- und Regierungschefs Volkes Stimme wieder die Mechanik der Diplomatie entgegen gesetzt.

Erstaunlich schnell konnte der slowenische Ministerpräsident Janez Jansa, der die Geschäfte der Union derzeit leitet, die Regierungen auf einen Minimalkompromiss einschwören: Der Ratifizierungsprozess geht weiter. Unterstützung kam dabei von der deutschen Kanzlerin, der es gelang, die tschechische Delegation am Tisch zu halten.

Tschechische Abstimmung erst nach Urteil

Tschechien ist nach den Iren der größte Wackelkandidat in dem Procedere. Die Ratifizierung des Reformvertrags hängt dort - wie übrigens auch noch in Deutschland - vom Segen des Verfassungsgerichts ab; anders als hierzulande, wo der Vertrag schon die Zustimmung des Parlaments erhielt, wollen die tschechischen Abgeordneten über die Causa jedoch erst nach dem Gerichtsurteil abstimmen.

Die Gefahr bestand, dass Prag den Prozess nach dem irischen "Nein" stoppen oder zumindest schleifen lassen könnte. Das scheint fürs erste gebannt. Das Signal des Gipfels nach außen ist: Selbst wenn die Iren stehen bleiben, die anderen marschieren weiter. Sicher wird es dabei allerdings zu Verzögerungen kommen; schließlich soll auch Irland wieder Anschluss an die Gruppe finden. "No" heißt in Brüssel also noch lange nicht "No".

Ein Griff in die juristische Trickkiste ist nötig

Wie die EU das irische Votum umgeht, ist noch offen. Nach derzeitiger Lesart müssen alle 27 EU-Mitglieder den Vertrag von Lissabon unterschreiben, wenn er in Kraft treten soll. Es dürfte also ein beherzter Griff in die juristische Trickkiste nötig sein, damit das Projekt am Leben bleibt. Wer das vertrackte Austarieren mit Protokollen, Erklärungen und Gesetzesanhängen kennt, das innerhalb der EU üblich ist, hält nicht für ausgeschlossen, dass sich auch in diesem Fall ein Weg auftut.

Wenn der Plan aufgehen soll, müssen die Iren außerdem irgendwie wieder in die Wahllokale getrieben werden. Premier Brian Cowen lehnt dazu Spekulationen ab - wohl um die Gemüter zu Hause erst einmal zu beruhigen. Am Ende dürfte es jedoch auf ein zweites Referendum hinaus laufen. Der Reformvertrag müsste im Annex um einige Passagen ergänzt werden, die die irische Seele beruhigen.

Die EU kommt bei Bürgern nicht richtig an

Der Preis für eine solche Politik ist hoch, denn sie betreibt die Entfremdung zwischen Europa und seinen Bürgern. Mehr als die Hälfte der irischen Nichtwähler gaben nach dem Referendum bei einer Telefonumfrage an, sich in den komplexen EU-Themen nicht zurechtzufinden. Die "Nein"-Kampagne sei überzeugender gewesen als die des Pro-Lagers, räumte sogar die Mehrheit derer ein, die mit Ja stimmten.

Das lehrt: Die EU kommt bei den Menschen nicht richtig an. Die Reform der EU ist ebenso wünschenswert wie schwierig. Aber wenn die politische Elite das irische "Nein" nun mit Winkelzügen aushebelt, muss das als Arroganz der Macht wahrgenommen werden - nicht nur in Irland.

Johannes Röhrig

Johannes Röhrig Johannes Röhrig ist stern-Korrespondent in Brüssel. In seiner Kolumne "Brüssel en bloc" schreibt er regelmäßig über Figuren, Hintergründe und Skurrilitäten im EU-Zirkus.

Von Johannes Röhrig, Brüssel
 
 
KOMMENTARE (10 von 71)
 
Kommentator21 (23.06.2008, 17:12 Uhr)
Noch mal der Link
http://www.welt.de/finanzen/article2127500/FBI_verhaftet_wegen_Finanzkrise_400_Personen.html
http://www.welt.de/finanzen/article2091999/Raetselhaftes_Verschwinden_eines_Spekulanten.html
Kommentator21 (23.06.2008, 17:08 Uhr)
vor allem diese Leute....
....haben etliches Interesse an einer Neuen Weltordnung und an einem gehorchenden EU Apparat, man schaue sich den Anteil der Bankenvertreter an dem Bilderbergertreffen 2008 an, das die angeblich in der Politik zu melden haben ist eine Legende, allem, wenn man die Verschuldung der Industrieländer an den gängingen Banken sieht, die USA ist z. Bsp. zu tiefst verschuldet, wessen brot ich fress, dessen Lied ich Pfeif, natürlich setz man solche Leuten in Positonen die man leicht steuern kann und die im Interesse der Auftraggeber handel, mit Demokratie hat dies per Saldo nichts zu tun.
Auch solche Leute haben ein vitales Interesse und die Macht die Politik weltweit im eigenen Interesse zu beeinflussen:
http://www.welt.de/finanzen/article2091999/Raetselhaftes_Verschwinden_eines_Spekulanten.
http://www.welt.de/finanzen/article2127500/FBI_verhaftet_wegen_Finanzkrise_400_Personen.html#article_readcomments
MamfredBuchholz (23.06.2008, 15:10 Uhr)
herrlich
...was Drogen so anrichten können ;-)
Is2a3bella (22.06.2008, 17:43 Uhr)
@ ganzbaf
Was, wenn die "EU-Elite" sich dem Bundesverfassungsgericht gegenüber ähnlich verhält wie gegenüber den Iren?
ganzbaf (22.06.2008, 15:40 Uhr)
Bilderzwerg...

nichts anderes als eine elitäre und antidemokratische Lobbyistentruppe.
Geld soll die Welt regieren.
.
Da stehe unser GG vor.
Kommentator21 (22.06.2008, 15:37 Uhr)
die EU ein Baustein der Neuen Weltordnung
http://www.secret.tv/artikel1487531/Neue_Weltordnung
interessanter Film
Kommentator21 (22.06.2008, 15:00 Uhr)
Bilderberger
http://www.0815-info.de/News-file-article-sid-10167.html
Estulins Buch macht die Tatsache deutlich, daß die Bilderberger, zusammen mit dem CFR und der TC zu einer Schattenregierung geworden sind, deren vorrangiges Ziel es ist, die Souveränität aller Nationalstaaten abzuschaffen und deren Wirtschaft unter globale Kontrolle der Konzerne zu stellen, überwacht durch einen „elektronischen globalen Polizeistaat“ (S.xv)
deutlich in der Brd,USA , Schweden etc. pp zu erkennen.
manesse (22.06.2008, 13:08 Uhr)
@terrax
Sie haben mich durchschaut, ich bin die Bundeskanzlerin!
MamfredBuchholz (22.06.2008, 09:04 Uhr)
natürlich gibt es Bilderberg
sowie es auch den Weltwirtschaftsgipfel in Davos gibt. Und es ist äußerst begrüßenswert, wenn sich Persönlichkeiten, die über den Tellerrand hinausschauen, zusammenfinden, um über die Weltlage zu diskutieren. Verbindliche Beschlüsse werden dort übrigens nicht gefasst.
terrax (21.06.2008, 20:28 Uhr)
@MamfredBuchholz
D.h. dann spinnen die Alle ihrer Meinung nach wie u.. auch der Ex-Bundespräsident Herzog usw.?
http://www.eu-vertrag-stoppen.de/artikel/herzog.html
http://www.eu-vertrag-stoppen.de/zitate/zitate.html
MEHR ZUM ARTIKEL
EU-Vertrag Sonderbedingung für Tschechien

Auch nach dem Nein Irlands zum Reformvertrag der Europäischen Union soll die Ratifizierung in den anderen Ländern weitergehen. Darauf haben sich die Regierungschefs geeinigt. Tschechien setzte für sich allerdings eine besondere Fußnote durch. mehr...

EU-Reform Juncker warnt vor Isolation Irlands

Der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker rechnet nach dem Nein der Iren mit deutlichen Verzögerungen beim EU-Reformvertrag. Er warnt jedoch davor, Irland deswegen unter Druck zu setzen. Es sei arrogant, den Iren zu sagen, ihr Votum zähle nicht. mehr...

EU-Reformvertrag Irland fordert Respekt vor seinem Nein

Mit ihrem Nein zum EU-Reformvertrag haben die Iren die Europäische Union in eine schwere Krise gestürzt. Zudem fordert das Land Respekt vor der Entscheidung seiner Bürger. Bei ihrem Treffen in Luxemburg haben die Außenminister der 27 EU-Staaten deshalb alle Hoffnungen auf eine rasche Lösung vorsichtshalber gedämpft. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe