Assad entkommt knapp Rebellen-Attentat

8. August 2013, 08:25 Uhr

Rebellen berichten von einem Angriff auf den Konvoi des syrischen Machthabers. Baschar al Assad scheint aber nicht verletzt worden zu sein. Stimmen die Berichte, kamen ihm die Rebellen so nah wie nie.

Syrien, Baschar al Assad, Rebellen, USA

Nachdem Rebellen von einem Anschlag auf ihn berichteten, zeigte sich Präsident Assad (M.) unverletzt bei den Feierlichkeiten zum Ende des Ramadans in einer Moschee©

Syrische Rebellen haben in Damaskus den Konvoi von Präsident Baschar al Assad angegriffen. Assad soll dabei aber unverletzt geblieben sein. Aktivisten hatten von mehreren Explosionen in einem Viertel berichtet, das neben der Residenz des Präsidenten liegt.

Über die genauen Umstände des Angriffs gibt es unterschiedliche Angaben. Die islamistische Rebellen-Organisation Liwa al Islam berichtete der Nachrichtenagentur Reuters, Aufständische hätten am Donnerstag mit Raketen auf Assads Konvoi geschossen, als dieser auf dem Weg zu einer Moschee nahe seines Wohnsitzes im Bezirk Malki gewesen sei. Die Nachrichtenagentur DPA berichtet, die Ahrar-al-Scham-Brigade habe sich dazu bekannt, Assad mit Granaten angegriffen zu haben. Sollte der Konvoi tatsächlich getroffen worden sein, wären die Rebellen so nah wie nie zuvor an den Präsidenten herangekommen. Die syrische Regierung dementiert die Rebellenberichte. "Die Nachricht ist komplett unwahr", sagte Informationsminister Omran al Sohni im Staatsfernsehen. Es habe keinen Anschlag gegeben.

TV-Bilder zeigen Assad unverletzt

Das syrische Staatsfernsehen verbreitete später Bilder, die Assad beim Gebet in einer Moschee zeigten. Auf diesen Bildern wirkt er unversehrt. Seit Beginn des Bürgerkriegs zeigt sich Assad nur noch selten in der Öffentlichkeit, so dass der Auftritt im Staatsfernsehen außergewöhnlich war. Nach Angaben von Liwa al Islam sollen bei der angeblichen Attacke auf den Konvoi einige von Assads Begleitern getroffen worden sein. In der islamischen Welt hat an diesem Donnerstag das hohe Fest des Fastenbrechens (Eid al Fitr) begonnen, das den Fastenmonat Ramadan beendet.

Auch der syrische Oppositionsführer, Ahmed al Dscharba, setzte sich zum Beginn des Ramadan-Festes medienwirksam in Szene. Der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Koalition, die ihren Sitz in Istanbul hat, tauchte unangekündigt zum Gebet in einer Moschee in der umkämpften Stadt Daraa auf. Nach Angaben von Regimegegnern war er von Jordanien aus nach Syrien gereist.

Obama erhöht Syrien-Hilfen auf über eine Milliarde Dollar

Zum Ende des Ramadans kündigten die USA an, ihre humanitäre Hilfe für Syrien auf mehr als eine Milliarde Dollar erhöhen. Präsident Barack Obama kündigte am Mittwoch in einer Mitteilung an, dass die Amerikaner 196 Millionen Dollar zusätzlich für Syrien bereitstellen. "Viele von uns hatten die Gelegenheit des Fastenbrechens mit unseren muslimischen Freunden und Kollegen - eine Tradition, die uns daran erinnert, dankbar für unsere Segnungen zu sein und Mitgefühl mit den weniger Wohlhabenden unter uns zu zeigen", sagte er. Dazu gehörten Millionen Syrier, die fern ihrer Heimat, Familien und Lieben seien. Von der neuen Hilfssumme sollen 155 Millionen direkt nach Syrien fließen und 41 Millionen an syrische Flüchtlinge in Jordanien, dem Libanon, der Türkei, dem Irak und Ägypten.

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