7. Februar 2012, 11:54 Uhr

Bundesanwaltschaft nimmt mutmaßliche Spione fest

Ein Syrer und ein Deutsch-Libanese sollen in Deutschland syrische Oppositionelle ausgeforscht haben. Gegen sechs weitere Beschuldigte laufen Ermittlungen. Derweil umjubeln Aassad-Getreue in Damaskus Russlands Außenminister Lawrow.

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Demonstranten protestieren am Brandenburger Tor gegen den syrischen Machthaber Assad©

Zwei mutmaßliche Spione aus dem Libanon und Syrien sind in Berlin festgenommen worden. Sie würden verdächtigt, für einen syrischen Geheimdienst in Deutschland lebende Oppositionelle beobachtet und ausgeforscht zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Zudem werde gegen sechs weitere Beschuldigte ermittelt, die an den Ausspähungen beteiligt gewesen sein sollen. Erkenntnisse erhoffen sich die Fahnder von der zurzeit laufenden Durchsuchung der Wohnungen. Dabei sind etwa 70 Beamte im Einsatz.

Festgenommen wurden der 47-jährige Mahmoud El A., der die deutsche und die libanesische Staatsangehörigkeit besitzt, sowie der 34 Jahre alte Syrer Akram O. Sie waren seit einiger Zeit vom Verfassungsschutz beobachtet worden und sollen am Mittwoch in Berlin dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Russischer Außenminister in Damaskus umjubelt

Drei Tage nach dem Scheitern einer Resolution zum Syrien-Konflikt im UN-Sicherheitsrat ist der russische Außenminister Sergej Lawrow zu Gesprächen mit Präsident Baschar al Assad in Damaskus eingetroffen. Lawrow wurde in einem Vorort der syrischen Hauptstadt von einer jubelnden Menge begrüßt, die wegen des Doppel-Vetos von Moskau und Peking bei der UNO "Danke Russland! Danke China!" skandierte. Das Staatsfernsehen berichtete, die mehreren tausend Kundgebungsteilnehmer wollten Russland für die "Unterstützung Syriens und die eingeleiteten Reformen" danken.

Das Außenministerium in Moskau teilte mit, Lawrow sei in Begleitung des Chefs des russischen Auslandsgeheimdienstes, Michail Fradkow, nach Damaskus gereist. Nach Informationen russischer Staatsmedien will Lawrow eine Botschaft von Präsident Dmitri Medwedew an Assad überbringen. Der Inhalt ist nicht bekannt. Das Außenministerium in Moskau teilte mit, Lawrow werde in Damaskus auf "notwendige demokratische Reformen" dringen. 13 Mitglieder des UN-Sicherheitsrates waren bei der Sitzung am Samstag dafür, im Syrien-Konflikt einen Friedensplan der Arabischen Liga zu unterstützen, die einen Amtsverzicht Assads befürwortet.

iml/dpa
 
 
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