24. Juli 2012, 11:02 Uhr

Opposition offenbar uneins über Assad-Nachfolge

Syriens Opposition scheint uneins: Ein Sprecher sagte, der Nationalrat sei bereit, einem Vertrauten Assads vorübergehend die Führung des Landes zu überlassen. Eine andere Sprecherin dementierte.

Syrien, Opposition, Assad

Zerstörtes Gebäude in Homs: Nach Angaben der Opposition wurde bisher mehr als 19.000 Menschen getötet©

Widersprüchliche Aussagen der syrischen Opposition stiften Verwirrung: Erst sagte ein Sprecher des Syrischen Nationalrats (SNC), die Opposition sei nach eigenen Angaben zu einer Übergangsregierung unter einem Vertrauten von Präsident Baschar al Assad bereit. "Wir sind mit einem Rückzug Assads und der Übertragung seiner Aufgaben an eine der Persönlichkeiten des Regimes einverstanden", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Anschließend dementierte die SNC-Sprecherin Bassma Kodmani in Paris diese Aussage. "Es bestand nie die Frage einer Regierung der nationalen Einheit unter Führung eines Mitglieds des Regimes", sagte sie in Paris. Eine Übergangsregierung müsse von der Opposition geführt werden.

Der Nationalrat ist die wichtigste Vereinigung der syrischen Opposition, die seit Monaten den Rücktritt des Staatschefs fordert. Assad weigert sich jedoch kategorisch. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius lehnte am Dienstag einen Vorschlag der Arabischen Liga ab, einen Gang Assads ins Exil zu unterstützen.

Laut US-Experten verfügt Syrien über Senfgas, Saringas und VX

Seit dem Beginn des Aufstands gegen Assad Mitte März 2011 wurden nach Angaben der Opposition mehr als 19.000 Menschen in Syrien getötet. Allein am Montag wurden laut der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 116 Menschen getötet.

Nach Angaben der gegen Assad kämpfenden Rebellen ließ die syrische Führung Chemiewaffen an grenznahe Flughäfen des Landes verlegen. Die Freie Syrische Armee (FSA) teilte am Dienstag mit, sie habe "genaue" Kenntnisse über die Standorte der Waffen sowie die Anlagen zu ihrer Herstellung und könne bestätigen, dass entsprechende Verlagerungen stattgefunden hätten. Um welche Flughäfen oder welche Grenze es sich handeln soll, ließen die Aufständischen offen.

Die syrische Regierung hatte am Montag gedroht, ihre Chemiewaffen im Fall eines Angriffs aus dem Ausland einzusetzen, nicht jedoch gegen die syrische Bevölkerung. Sowohl die Europäische Union als auch die USA warnten vor jeglichem Einsatz der Waffen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte es "verwerflich", einen Einsatz überhaupt in Betracht zu ziehen. Nach Erkenntnissen von US-Experten verfügt das Land unter anderem über Senfgas, Saringas und das tödliche Nervengas VX.

fro/AFP
 
 
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