14. August 2012, 14:14 Uhr

Übergelaufener Ex-Premier sieht Assad-Regime vor Zerfall

Erstmals meldet sich Syriens übergelaufener Regierungschef zu Wort. Das Assad-Regime kontrolliere nur noch 30 Prozent des Landes, sagte Riad Hidschab in Jordanien. Es stehe kurz vor dem Zusammenbruch.

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Ruft die Rebellen zur Fortsetzung ihres Kampfes auf: Assads übergelaufener ehemaliger Regierungschef Riad Hidschab©

Die Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad kontrolliert nach Angaben des zur Opposition übergelaufenen früheren Regierungschefs Riad Hidschab nur noch 30 Prozent des Landes. Die Führung sei militärisch, wirtschaftlich und moralisch zusammengebrochen, sagte Hidschab am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Jordaniens Hauptstadt Amman. Aufgrund seiner Erfahrung könne er sagen, dass die Führung angeschlagen sei.

Hidschab war Anfang August gemeinsam mit seiner Familie, zwei Ministern und drei Offizieren nach Jordanien geflohen. Er hatte seine Flucht mit den "Kriegsverbrechen und dem Völkermord" in seinem Heimatland begründet. Der frühere Landwirtschaftsminister war erst am 6. Juni von Assad auf den Posten des Ministerpräsidenten berufen worden. Die Exil-Opposition reagierte zurückhaltend auf den Seitenwechsel Hidschabs.

Hidschab sagte am Dienstag, er habe die Entscheidung zur Flucht am 5. August getroffen, nachdem er die Hoffnung verloren habe, dass das "brutale und korrupte Regime" sich ändern werde. Hidschab versicherte, er habe weder jetzt noch nach der "Befreiung Syriens" Interesse an einem Posten. Er rief die Aufständischen auf, ihren Kampf fortzusetzen, und drängte die Regierungstruppen, ihre Waffen nicht gegen die eigene Bevölkerung zu richten.

kng/AFP
 
 
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