25. Juli 2012, 11:36 Uhr

UN ziehen 150 Beobachter ab

Die syrischen Konfliktparteien sind zunehmend isoliert: Die Vereinten Nationen haben die Hälfte ihrer Beobachter aus dem Bürgerkriegsland zurückgeholt. Zuvor hatte die Türkei ihre Grenze geschlossen.

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Rollkoffer trifft auf Tarnanzug: Un-Beobachter verlassen Damaskus. Sie sollten die ausgehandelte Waffenruhe überwachen. Die Mission gilt als gescheitert©

Vor dem Hintergrund der sich ausweitenden Kämpfe in Syrien haben die Vereinten Nationen die Hälfte ihrer 300 Beobachter aus dem Land abgezogen. 150 Mitglieder der UN-Mission hätten Syrien am Dienstagabend und Mittwoch verlassen, sagten zwei der Beobachter in Damaskus der Nachrichtenagentur AFP. Sie seien am Dienstagabend und Mittwoch ausgereist "und werden nicht zurückkommen", fügte einer der Beobachter hinzu.

Der UN-Sicherheitsrat hatte das Mandat für die Beobachter vergangene Woche nach schwierigen Verhandlungen nochmals um 30 Tage verlängert. Die USA verwiesen allerdings darauf, dass die Verlängerung nur noch dazu diene, den Beobachtern einen "sicheren und geordneten Rückzug" zu ermöglichen.

Türkei schließt Grenzübergänge

Der UN-Sicherheitsrat hatte am 14. April die Entsendung von unbewaffneten Beobachtern nach Syrien beschlossen. Aufgabe der UN Supervision Mission in Syria (UNMIS) war es, die Einhaltung einer Waffenruhe zwischen den Aufständischen und den Sicherheitskräften von Präsident Baschar al-Assad zu überwachen. Die Mission konnte das Blutvergießen jedoch nicht stoppen. Mehrfach wurden die Beobachter daran gehindert, Orte zu besuchen, teils wurden sie auch selbst beschossen.

Die Türkei ordnete unterdessen die Schließung aller Grenzübergänge ins Nachbarland an. Ab Mittwoch sollen die drei noch offenen Übergänge geschlossen werden, sagte ein Mitarbeiter des Handelsministeriums. Damit wird insbesondere der Warenhandel zwischen den beiden Staaten unterbunden. Flüchtlinge aus Syrien gelangen über Schleuserrouten in die Türkei.

Kämpfe toben in Damaskus und Aleppo

Im Laufe der Kämpfe gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad haben die Aufständischen mehrere Grenzübergänge unter ihre Kontrolle gebracht. Die Regierung in Ankara forderte Assad zum Rücktritt auf. Bei dem seit 16 Monaten anhaltenden Aufstand in Syrien sind nach Schätzungen der Opposition 18.000 Menschen ums Leben gekommen, Tausende sind die Nachbarstaaten geflüchtet.

Inzwischen gehen die Kämpfe mit unverminderter Heftigkeit weiter. In mehreren Vierteln der nordsyrischen Metropole Aleppo haben sich Regierungstruppen und Rebellen am Mittwochmorgen heftige Gefechte geliefert. Umkämpft waren unter anderen das Einwohnermeldeamt und das lokale Hauptquartier der regierenden Baath-Partei, meldeten syrische Aktivisten.

In Damaskus beschossen diesen Berichten zufolge Kampfhubschrauber das südliche Viertel Al-Hadschar al-Aswad, das noch von den Aufständischen gehalten wird. Am Dienstag waren bei Kämpfen und Razzien der Regierungstruppen landesweit mehr als 160 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 119 Zivilisten. Das teilten die Syrische Menschenrechtsbeobachter in London mit.

lin/DPA/AFP/Reuters
 
 
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