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Syrien vom Internet abgeschnitten

Hat Syriens Präsident die Leitungen gekappt? In dem umkämpften Land ist seit dem Mittag Internet- und Telefonverkehr zusammengebrochen. Beobachter glauben, dass die Rebellen geschwächt werden sollen.

  Keine Verbindung: In weiten Teilen Syriens sind Internet und Telefon ausgefallen.

Keine Verbindung: In weiten Teilen Syriens sind Internet und Telefon ausgefallen.

In Syrien gibt es offenbar keinen Zugang zum Internet mehr. Das Land sei praktisch vom Netz abgekoppelt, teilten zwei auf die Beobachtung des weltweiten Internetverkehrs spezialisierte US-Unternehmen am Donnerstag mit. Dies könnte bedeuten, dass die Regierung von Syriens Staatschef Baschar al Assad im Kampf gegen die Rebellen die Kommunikationsverbindungen gekappt hat. Zuvor hatten Oppositionsanhänger in Syrien bereits erklärt, dass Internet- und Handyverbindungen in weiten Teilen des Landes nicht mehr funktionierten. Auch Festnetztelefone seien kaum erreichbar.

Nach Angaben der US-Technologiefirma Akamai stoppte der Internetverkehr in Syrien um 11.27 MEZ. Das Unternehmen Renesys erklärte, das arabische Land sei "effektiv ohne Internet". Alle 84 IP-Adressblöcke Syriens seien nicht mehr erreichbar. Auch der Dienst der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana wurde gegen Mittag unterbrochen.

Ein Oppositionsanhänger aus der umkämpften Gegend von Ghuta nahe der Hauptstadt Damaskus sagte, dass nur noch Satellitenverbindungen funktionieren würden. Andere Oppositionelle teilten mit, dass in weiten Teilen von Damaskus das Internet und andere Kommunikationswege gekappt worden seien. Auch in den Provinzen Homs und Hama im Zentrum des Landes sowie in den südlichen Regionen Daraa und Suweida seien Mobilfunknetze und Festnetze ausgefallen.

Rebellen sperren Flughafenverbindung

Derweil haben Rebellen die Verbindungen zum Flughafen von Damaskus gekappt. Die Straße zu dem wenige Kilometer außerhalb der Hauptstadt liegenden Airport wurde am Donnerstag wegen der Kämpfe gesperrt, die Fluglinien Emirates und EgyptAir strichen Flüge in die Metropole. Menschenrechtler warfen unterdessen den Rebellen vor, auch Jugendliche in den Kämpfen einzusetzen.

Nach Angaben von Aufständischen waren die Kämpfe an der Flughafenstraße in diesem Gebiet heftiger als je zuvor. Der Sprecher des Militärrates der Rebellen in Damaskus, Nabil al Amir, sagte: "Es gibt keine Zusammenstöße direkt am Flughafen. Die Kämpfe finden in drei bis vier Kilometern Entfernung statt." Seinen Angaben nach haben die Milizen viele Seitenstraßen unter ihre Kontrolle gebracht.

Ein hochrangiger Mitarbeiter der Europäischen Union erklärte, Präsident Assad bereite offenbar eine entscheidende Schlacht in der Umgebung von Damaskus vor. Allerdings seien dies noch nicht Anzeichen für einen baldigen Sturz der Regierung Assad. In den vergangenen zwei Wochen haben Rebellen mehrere Armeestellungen überrannt und damit den Machtverlust von Assad in den nördlichen und östlichen trotz der Luftangriffe auf die Aufständischen offenbart.

mlr/AFP/Reuters/Reuters

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