Startseite

Deutsche Soldaten schulen kurdische Kämpfer

Die Bundesregierung hat beschlossen den Kampf gegen die IS mit Waffen, Munition und Militärgerät zu unterstützen. Nun entsendet sie auch Soldaten, um die hiesigen Kämpfer in die Bedienung einzuweisen.

  Nach den militärischen Hilfsgütern, werden jetzt auch Soldaten in den Irak geschickt

Nach den militärischen Hilfsgütern, werden jetzt auch Soldaten in den Irak geschickt

Die Bundesregierung schickt zur Unterstützung des Kampfes gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) weitere Soldaten in den Irak: Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, sollen 40 Fallschirmjäger kurdische Kämpfer in Waffensysteme einweisen. Bis zu 30 Kurden könnten zur Ausbildung nach Deutschland kommen. Derweil wird weiter debattiert, ob und wie sich Deutschland am Kampf gegen die IS beteiligen sollte.

Die IS-Kämpfer haben in den vergangenen Wochen Provinzen im Nordirak und in Syrien unter ihre Kontrolle gebracht. Die radikalen Sunniten gehen mit großer Brutalität gegen Andersgläubige vor. Die Bundesregierung hatte Ende August nach kontroverser Debatte beschlossen, die kurdischen Peschmerga-Kämpfer mit Waffen und Munition im Kampf gegen den IS zu unterstützen. Sechs Soldaten wurden bereits nach Erbil im irakischen Kurdengebiet entsandt.

Kleine Teams zur temporären Schulung

Nun sollen weitere folgen: Kleine Teams von etwa sechs Soldaten sollten temporär bei der Einweisung in die Bedienung von Panzerfäusten und Maschinengewehren vor Ort helfen, teilte das Verteidigungsministerium am Samstag mit. Die Einweisung sollen im Kern 40 Fallschirmjäger aus dem Saarland übernehmen. Sobald eine Waffenlieferung im Irak eintreffe, werde "zeitnah" mit den eintägigen Einweisungen begonnen. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers sind die ersten Flüge zur Lieferung von Waffen um den 24. September geplant.

Etwa 30 Kurden sollen zudem im bayerischen Hammelburg und in Garlstedt bei Bremen in der Bedienung der Panzerabwehrrakete Milan und von Feldküchen geschult werden.

Debatte um Engagement hält an

Derweil hielt die Debatte darüber an, wie weit das Engagement Deutschlands im Kampf gegen den IS gehen sollte. Die Linkspartei warnte davor, die Bundeswehr-Fallschirmjäger ohne Bundestagsmandat in den Irak zu schicken. Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse den Bundestag fragen, sonst schicke sie die Männer "in eine juristische Grauzone", warnte Parteichef Bernd Riexinger im.

Merkel will nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" mit den zuständigen Ministern über die deutsche Beteiligung am Kampf gegen die IS und mögliche Beiträge zur Stabilisierung der Lage im Irak und in Syrien beraten. Dabei solle es um politische und humanitäre Hilfe gehen. Eine Beteiligung an US-Luftangriffen gegen die Dschihadisten-Miliz hat die Regierung ausgeschlossen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer trat am Wochenende Forderungen aus der CDU nach deutscher Unterstützung für Luftangriffe auf die IS entgegen. Das komme für ihn "in der heutigen Situation nicht in Frage." Es sei weder notwendig noch richtig, wenn die Bundesrepublik aktiv mit kämpfenden Soldaten in der Luft oder am Boden eingreife, sagte auch der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold.

Bundesjustizminister Heiko Maas stellte derweil Ausstiegshilfen für geläuterte deutsche IS-Kämpfer in Aussicht. Der Staat müsse ihnen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft ebnen, sagte Maas. Laut Bundesamt für Verfassungsschutz sind seit 2012 mehr als 400 kampfbereite deutsche Islamisten nach Syrien ausgereist. Die Bundesregierung hatte ein Betätigungsverbot gegen den IS in Deutschland verhängt.

yps/AFP/AFP
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools