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4. Februar 2008, 08:02 Uhr

SPD-Politiker fordert Einsatz im Süden

Die Diskussion über die Entsendung eines Kampfverbandes der Bundeswehr nach Afghanistan reißt nicht ab: SPD-Politiker Hans-Ulrich Klose fordert Solidarität mit der Nato und den Einsatz der Bundeswehr im ganzen Land. Verteidigungsminister Franz Josef Jung lehnt eine Entsendung deutscher Truppen in den umkämpften Süden ab.

Noch werden Bundeswehrsoldaten nur im Norden Afghanistans eingesetzt© Syed Jan Sabawoon/EPA/DPA

Die Debatte um eine Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan geht kontrovers weiter. Nach Meinung des SPD-Politikers Hans-Ulrich Klose müssen Kampfeinsätze der Bundeswehr in ganz Afghanistan möglich sein. Klose, der stellvertretender Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag ist, sagte der "Bild"-Zeitung: "Deutschland sollte die Quick Reaction Force übernehmen und sie stark genug machen, dass sie im Notfall in ganz Afghanistan eingesetzt werden kann - auch im Süden. Es kann durchaus Situationen geben, in denen es unvermeidbar ist, zu kämpfen." Die NATO sei eine Allianz, die auf Solidarität aufbaue, so Klose weiter: "Das bedeutet: Jeder trägt das gleiche Risiko."

Die Forderung von NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer nach einer Ausweitung des Bundeswehreinsatzes auf den Süden Afghanistans stößt in der Union weiterhin auf Ablehnung. "Um eine Überdehnung und Überforderung der Bundeswehr auszuschließen, muss der Einsatz auf den Norden begrenzt bleiben", sagte der Vize-Fraktionsvorsitzende Andreas Schockenhoff (CDU) der "Berliner Zeitung" (Montag-Ausgabe). Zwar müsse sich die NATO stärker in Afghanistan engagieren. "Das gilt nicht nur für den Süden, sondern auch für den Norden", betonte der CDU-Politiker.

"Deutschland drückt sich in Afghanistan"

Gleichzeitig sagte er Unterstützung für die Entsendung eines Kampfverbandes zu: "Die Bundeswehr ist bereit, sich im Norden stärker zu engagieren." Sie sei dort auf Kampfeinsätze vorbereitet.

Die FDP-Verteidigungspolitikerin Birgit Homburger warf in der "Berliner Zeitung" de Hoop Scheffer vor, die Debatte anzuheizen. Eine Ausdehnung des Bundeswehrmandats auf den Süden lehnte auch sie ab. "Ich erwarte, dass die Bundesregierung auf der NATO-Tagung die Forderung selbstbewusst zurückweist." Homburger verwies darauf, dass die Bundeswehr den ISAF-Einsatz über den Norden hinaus bereits mit Tornados und mit Lufttransporten unterstützt. Homburger bezeichnete Hinweise auf Ausrüstungsmängel der Bundeswehr in Afghanistan als ernst zu nehmen. "Ich erwarte, dass (Verteidigungsminister Josef) Jung im Verteidigungsausschuss klare Antworten gibt", sagte sie der Zeitung.

Die "Bild"-Zeitung zitierte einen ehemaligen General des deutschen Heeres, der anonym bleiben will. Er sagte nach Angaben des Blattes: "Wir konsumieren hier Sicherheit, die uns die Amerikaner mit Ihrem Machtanspruch garantieren. Mir wird schlecht, wenn ich sehe, wie Deutschland sich in Afghanistan drückt!"

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 22)
 
Digitalus (05.02.2008, 02:23 Uhr)
Worum geht es Klose?
Unter den Eindruck des Schreckens vom 11.09. und der emotionalisierten Öffentlichkeit, stimmte Rot/Grün mit breiter Unterstützung von Schwarz und Gelb den Krieg zu. Sie erlagen willig dem Drängen der USA und Schröder sprach angesichts der rauchenden Trümmer von Ground Zero von "uneingeschränkter Solidarität".
Offizielles Ziel war es, Osama Bin Laden und seine Mitkämpfer zu vernichten.
"Tod oder lebendig" höhnte Bush vor den Kameras und rief den "Krieg gegen den Terror" aus.
Die NATO unter Führung der USA fiel mit einer milliardenschweren Kriegsmaschinerie in Afghanistan ein.
Nach sechs Jahren Krieg, hohen Verlusten in der Zivilbevölkerung und großen Zerstörungen, wanken die NATO-Truppen und geraten immer mehr unter Druck.
Osama Bin Laden lässt währenddessen regelmäßig Videobotschaften veröffentlichen.
Die Strategie, Terror mit Krieg zu bekämpfen ist so effektiv wie Feuer mit Benzin löschen zu wollen.
Heute geht es nur noch um Gesichtswahrung jener Politiker und Parteien, die sich damals vor dem Karren Bushs spannen ließen.
Klose ist einer von denen, die trotz einer völlig gescheiterten Strategie krampfhaft am Krieg als Mittel der Politik festhalten. Koste es was es wolle.
Die Sowjetunion brauchte 10Jahre um einzusehen das man auf Dauer keinem Land sein System aufzwingen kann. Unter Gorbatschow zogen die Russen endlich ab.
Es bleibt abzuwarten wie lange der Westen für diese Einsicht braucht.
Sechs Jahre sind bereits verstrichen.
Benkku (04.02.2008, 23:09 Uhr)
Umfallgefahr.
Das Gejaule in den öffentlich Rechtlichen wirkt von wegen einem gewissen Druck der Amerikaner schon recht bedrohlich.
andre1971germany (04.02.2008, 20:15 Uhr)
Was ist blos aus unserem Land geworden??
Als ich damals Ende der 80ziger Jahre meinen Wehrdienst bei der Bundeswehr als Heimatverteidigungsarmee antrat, galt man als "rechts". Ich stand aber dazu das man sein Land verteidigen muss!
Heutzutage würde ich in dieser Armee keinen Wehrdienst mehr ableisten wollen. Denn diese "am-deutschen-Wesen-soll-die-Welt-genesen" Politik hatten wir schon einmal, und "genesen" ist damals keiner!
Wieso hat keiner der Politiker den Arsch in der Hose um einzusehen, das das Experiment Afghanistan gescheitert ist und holt unsere Jungs zurück???
kralli19 (04.02.2008, 17:31 Uhr)
Verweigerer
Ich finde es wichtig sein Land, d.h. für mich das Fleckchen, wo meine Familie, freunde und ich leben sowie das System, mit dem ich zufrieden bin, verteidigen zu können. Dazu gehört auch die Bundeswehr und der Umgang mit der Waffe. Nur....
Mein Land wird eben NICHT am Hindukusch verteidigt, eher im Gegenteil: in dem Moment, wo ich versuche ein fremdes Land mit meiner Facon zu "befrieden" bringe ich mein eigenes Land laut meiner obigen Definition erst in Gefahr.
Ich stehe immer noch auf dem Standpunkt, alle Politiker, die damals den Wehrdienst verweigert haben aus Gewissensgründen, nun aber dem Kampeinsatz deutscher Soldaten zustimmen, sollten rückwirkend ihren KDV-Status aberkannt bekommen, eingezogen werden und direkt selbst nach Afghanistan geschickt werden.
Meine Kinder werden jedenfalls, sofern es in meinen Kräften steht, nicht dafür geopfert, damit irgendein Politiker irgendwo Hände schütteln kann und gut dasteht.
ganzbaf (04.02.2008, 15:09 Uhr)
Na, wenn der Klose unbedingt seinen Einsatz dort fordert...
...dann immer nur AB mit dem Sprücheklopfer!
Schnallt ihm ein Sturmgewehr um den Hals, dann kann er "HURRA" brüllennd die feindlichen Schützengräben stürmen.
.
Meinen Segen hat er !... ;-Ü
unheilig (04.02.2008, 13:16 Uhr)
türlich
herr klose sie wollen das deutschland mitmacht,na dann mein vorschlag,uniform an und ab gehts.aber soviel arsch in der hose haben sie ja wohl nicht.es ist doch einfacher soldaten in den krieg zu schicken und selbst in ein warmen büro zu sitzen und grosse töne spucken!!!!!!!!!!!!!
Benkku (04.02.2008, 12:37 Uhr)
Mit anderen Worten:
Klose ist ein Verräter.
Eichholz123 (04.02.2008, 12:04 Uhr)
Die USA + Komplizen als Vormund der Menschheit?
Die USA + Komplizen als Vormund der Menschheit?
---
Afghanistan ist von Pakistan, dem Iran, Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan umgeben.
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Dem Versuch einer vorübergehenden ideologischen Fehlorientierung
wäre eh keine Zukunft beschieden, da man kein Volk von der globalen Weiterentwicklung ausschließen kann.
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Kampfeswillen zur Erreichung der nationalen Souveränität ist keine verwerfliche Geisteshaltung.
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Das Ansinnen der USA + Komplizen sich als Vormund der Menschheit zu betrachten, ist global zu bekämpfen.
Eichholz123 (04.02.2008, 10:08 Uhr)
Am Militär-Unwesen soll die Welt genesen?
Am Militär-Unwesen soll die Welt genesen?
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Ist es zu verantworten, dass wir junge, qualifizierte Mitbürger,
von denen wir eh zu wenig haben,
die als Werktätige in Werkstätten und Werkhallen
unseren sinkenden Lebensstandard wieder anheben könnten,
für diese “Polit-Gangster“ um Bush und in der “NATO“ in den Krieg zu schicken?
---
Im Ernstfall würden derartige politische Kräfte ein Fall für die Generalbundesanwältin und für das Bundesverfassungsgericht !!
Malt (04.02.2008, 10:02 Uhr)
Der ehemalige..
...Offizier des "deutschen Heeres", dem laut BILD schlecht wird, weil wir uns "drücken" ist offensichtlich ein ebenso kampferprobter wie mutiger Soldat *lach*... im Ernst: Wenn ich so ein Gewäsch lese bestätigt mir das nur wieder meine Meinung über die sog. Stammtischoffiziere aus der Zeit des kalten Krieges, die selbst Deutschland nie in Uniform verlassen haben... aber groß die Fresse aufreissen. Und da wird mir schlecht!
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