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2. September 2008, 16:01 Uhr

Jung zu Truppenbesuch in Afghanistan

Überraschend hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung Bundeswehreinheiten und afghanische Würdenträger in Afghanistan besucht. Jungs Visite dient auch dem Ziel, keinen Anlass für eine Blutrache an deutschen Soldaten entstehen zu lassen.

Verteidigungsminister Jung hat überraschend die Truppen in Kundus besucht© Martin Oeser/DDP

Bei seinem Überraschungsbesuch in Kundus hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung vor afghanischen Würdenträgern den Tod dreier Zivilisten an einem Kontrollpunkt der Bundeswehr bedauert. Jung sprach am Dienstag von einem tragischen Zwischenfall. Die Bundeswehr setze trotz der angespannten Sicherheitslage alles daran, Opfer unter den Zivilisten zu vermeiden, sagte der Minister.

Der Gouverneur der Provinz Kundus, Engineer Mohammad Omar, dankte Jung für das Engagement der Deutschen und bat ihn um eine Fortsetzung des Militäreinsatzes. "Wir brauchen diese Hilfe. Sie ist Garant für Stabilität, und wir dürfen uns nicht durch Terroristen einschüchtern lassen", sagte der Gouverneur nach einem Treffen mit Jung im deutschen Feldlager.

Lasse man die Extremisten gewähren, greife die Gefahr am Ende auch auf Deutschland über. Er wisse, dass die Soldaten die Frau und zwei Kinder an der Kontrollstelle nicht mit Absicht getötet hätten, erklärte Omar. Die Staatsanwaltschaft Potsdam teilte am Dienstag mit, es seien Ermittlungen gegen einen Bundeswehr-Soldaten eingeleitet worden. Ihm werde Totschlag vorgeworfen.

Versuch der Aussöhnung

Die Aussöhnung mit den Angehörigen der Opfer ist für die Bundeswehr wichtig, um in dem archaischen Land keinen Anlass für eine Blutrache entstehen zu lassen. In Bundeswehrkreisen in Kundus hieß es, es liefen Gespräche über eine finanzielle Entschädigung, eine Zahlung habe jedoch noch nicht stattgefunden. Es gebe lediglich Signale, dass eine solche Entschädigung als Wiedergutmachung akzeptiert werden könne.

Omar drückte dem Minister weiter sein großes Bedauern aus über den Tod eines Bundeswehr-Soldaten, der vor knapp einer Woche bei einem Anschlag nahe Kundus getötet worden war. Mit einer Trauerfeier in Zweibrücken hatten Kameraden und Angehörige am Montag von dem 29-Jährigen Abschied genommen.

"Das ging einem durch Mark und Bein

Im deutschen Feldlager in Kundus war deshalb die Stimmung auch am Dienstag weiter gedrückt. "Letzte Woche ging einem das durch Mark und Bein, wir waren sehr niedergeschlagen", sagte ein 29-jähriger Oberfeldwebel, der gerade von einer Patrouille zur Suche nach weiteren Sprengfallen ins Lager zurückgekehrt war. Das Lager sei klein, praktisch jeder kenne jeden. Er fahre jetzt immer mit gemischten Gefühlen hinaus. Vor einer Woche habe es nur 500 Meter vor seiner eigenen Patrouille eine Explosion gegeben. "Ein kleiner Anteil Angst ist immer mit dabei. Aber wer keine Angst hat, wird unvorsichtig", sagte er. Ein anderer Soldat findet härtere Worte: "Das ist wirklich schon Krieg", sagt er einfach.

Die Zahl der Anschläge im Norden hatte sich in den vergangenen Wochen stark erhöht. Allein die Bundeswehr war seit Jahresbeginn Ziel von fast 30 Attentaten. Der Löwenanteil davon entfiel auf die Unruheregion Kundus, die als Rückzugsgebiet radikal-islamischer Taliban gilt. Kurz vor dem Bundestagsentscheid über die Verlängerung des Einsatzes am Hindukusch wollen die Extremisten mit ihrer Kampagne offenbar die öffentliche Meinung in Deutschland beeinflussen.

Auch Jung bezeichnete die Lage in der Region als sehr angespannt. Selbstmordattentäter auf Motorrädern und Sprengfallen bedrohten die Truppen, sagte er. Die Soldaten an dem Kontrollpunkt hätten vergangene Woche den Auftrag gehabt, weitere Raketenlieferungen in die Gegend zu verhindern. Bei dem verdächtigen Wagen habe es sich um einen Toyota Corolla gehandelt, wie er häufig für Attentate eingesetzt werde. Nach Bundeswehrangaben gab es Warnungen vor einem Autobombenanschlag mit genau diesem Fabrikat.

Zugleich forderte Jung verstärkte Bemühungen beim Aufbau der Polizei, der seit Jahren nur schleppend läuft. Eine bessere Koordinierung der Zuständigkeiten und mehr Unterstützung wären wünschenswert, sagte der Minister.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Prato61 (04.09.2008, 08:38 Uhr)
Die Gelegenheit nutzen
Nutzen wir doch die Gelegenheit und verweigern diesem grenzdebilen Minister die Wiedereinreise!! Wie??
Unterziehen wir ihn einfach dem neuen Einbürgerungstest. Bei dem seinem IQ fällt der sicher durch.
Ich finde, eine einfachere und elgegantere Lösung, einen unfähigen Politiker los zu werden, erhalten wir nie wieder.
sausewindxxl (03.09.2008, 07:45 Uhr)
In Deutschland sind Soldaten nur Sicherheitskräfte!
Wie sagte der Sprecher des Verteidigungsministers: Die Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer. "Sicherheitskräfte"? Sind das keine Soldaten mehr? Unter Sicherheitskräften stelle ich mir eher einen Wachmann aus der Privatwirtschaft vor. Aber "Soldat" klingt den Politikern vermutlich schon viel zu militärisch. Wie wäre es mit: "Die Aufbauhelfer in Uniform eröffneten das Feuer!"? Fakt ist: Wir befinden uns im Krieg mit Afghanistan und da kein Afghanischer Soldat ein Nato Land angegriffen hatte oder die Regierung von Afghanistan uns den Krieg erklärt hatte war es eindeutig ein Angriffskrieg, der laut Grundgesetz unter Strafe steht. Aber man biegt sich halt sein Recht immer so, wie man es eben braucht, Herr Jung!
heiner5362 (03.09.2008, 07:18 Uhr)
selten so gelacht
"die wollten doch nur spielen "
was zum teufel haben bundesbürger mit ner knarre in der hand im ausland zu tun ???
hä???
schon mal die verfassung gelesen ???
ach ja schmiergeld der rüstungslobby heilt alle politikerwunden...
lasst doch das 3. reich wiederauferstehen da sind wir wieder wer.
wenn ich diese komödianten, die sich volksvertreter nennen sehe kommt mir das essen von vor 3 jahren wieder hoch.
und nun soll das familienelend der afghanischen familie -na wie???-
3 mal darfste raten-
mit geld gelindert werden aua aua aua.
leider ist es mir nicht vergönnt auszuwandern.
für dieses land kann man sich nur noch schämen.
und die pfeifen, die da am hindukusch rumturnen tuns nur wegen der buschprämie von 100 € pro tag.
MAHLZEIT
pitiplatsch (03.09.2008, 05:29 Uhr)
Zwischenfall
so wird die erschießung, für mich ermordung, von Kindern und einer Mutter, vom Jung genannt. Mit seiner Eiwilligung wurde eine Familie ausgelöscht die mit dem Krieg wahrscheinlich soviel zu tun haben wie ein Stückchen Holz in Sibirien. Für was und für wen, außer den Opiumanbauern, dieser Völkerrechtbedenkliche Amgriffskrieg geführt wird weiß nur der Jung seine Führerin Merkel, die CSU CDU SPD und die Grünen. Die Bürger wollen diesen Völkermord nicht, aber das juckt diese Bananenregierung nicht im geringsten. Der Alci Bush pfeift und die Führerin Merkel und der Jung hüpfen und machen alles was dieser Topterorrist will.
OnceKnown (02.09.2008, 21:05 Uhr)
@Aquarius2
Wenn bei diesen Kriegen um die Verteilung von Rohstoffen die Leute in diesen Ländern ebenfalls profitieren, dann habe ich damit keine Problem. Die meisten Menschen im Irak o. Afghanistan sterben nicht durch unsere (US-) Truppen sondern durch die wahnhaften Anschläge dieser Gotteskrieger.
.
Länder wie Russland, Irak oder Saudi-Arabien haben nunmal in der Rohstoff-Lotterie das große Los gezogen. Irgendwie ungerecht, oder?
.
Wir dürfen dadurch nicht erpressbar werden. Nun wird das irakische Öl wohl bald auch zu uns fließen; solange die Iraker dafür Geld bekommen bzw. Infrastruktur und Demokratie, dann habe ich eher kein schlechtes Gewissen.
.
"in Südamerika und in Guantanamo viele Menschen, die von Knechtschaft befreit werden wollen. Warum ist die Bundeswehr nicht dort?"
.
Gute Frage! Wieso können wir Deutschen immer nur debattieren, aber nie selbst was auf die Beine stellen. Macht nichts, wenn die Sch*iße in den Ventilator gerät, schreien wir einfach nach den Amerikanern. Sollen die das doch machen, sprich: sterben.
utospatz (02.09.2008, 20:41 Uhr)
So hatte er dann beim
Besuch der Truppen 2 Kugelsichere Westen an! Jetzt frag ich mich sodann, wenn er als Leiche nach Haus kommt,wie hoch die Pension für seine Hinterbliebenen ausfällt? Das deutsche Volk zahlt doch Alles, da es öffentlich-rechtlich verblödet, denn Alles was der Rundfunkrat bietet, für 51,03 Qurtalsmäßig dem deutschen Volke bietet, ist unterhalb der Gürtellienie!
Wie lange will eine verblödete Regierung ein 82 Millionenvolk verarschen?
Aquarius2 (02.09.2008, 20:24 Uhr)
Lieber OnceKnown
Niemand hat etwas dagegegn, geknechteten menschen zu helfen. Die krige in Afghanistan und im Irak werden aber nicht für die Menschen dort geführt. Es geht darum, den Zugang zu Öl, Gas und Pipelines für die Rohstoffkonzerne der Industrienationen zu sichern - koste es, was es wolle!
Es gibt übrigens z.B. in Südamerika und in Guantanamo viele Menschen, die von Knechtschaft befreit werden wollen. Warum ist die Bundeswehr nicht dort?
OnceKnown (02.09.2008, 19:55 Uhr)
Tja...
Sollen Menschen in anderen Ländern doch geknechtet werden und verrecken. Hauptsache ist, dass es uns Deutschen gut geht.
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Allen anderen haben Pech.
Aquarius2 (02.09.2008, 19:14 Uhr)
Schreckliche Überraschung
Niemand konnte damit rechnen, dass es beim Eintritt der Bundeswehr in einen Krieg tote Soldaten und Zivilisten auf beiden Seiten geben wird.
Unsere Jugend spielt doch schon ewig jeden Tag am Computer Krieg und es ist im Kinderzimmer fast noch nie echtes Blut geflossen.
Und die teuren Waffen unserer geschätzten Rüstungsindustrie sollten doch auch nur vorgezeigt werden. Dass wir erfolgreich in Massen Mordinstrumente produzieren, konnten unsere Hindukusch-Kriegspolitiker nicht wissen.
Alles ist ein schreckliches Missverständnis.
Vor dem Verteidigungsministerium sollte als harte Reaktion auf das alles eine Lichterkette aufgezogen werden. Dann wird alles gut.
(Bloß nicht aus Kriegen heraushalten!)
utospatz (02.09.2008, 19:08 Uhr)
Wie lange wohl soll der deutsche
Steuerzahler Idioten bezahlen?
Zahl ich nicht lieber einen neuen Lebnensraum für Orang Utans?
Oder hat Krauss-Maffei etwas davon?
So kenn ich deutsche Geschichte, dass ich vom Kontostand meiner Feinde berichte.! Mach einen Panzer mit Geschick, dann hast beim Ami vielleicht du auch Glück!
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