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19. März 2008, 17:43 Uhr

"Neues Kapitel des Heldentums"

Selbst wenn US-Präsident George W. Bush Selbstzweifel hegen sollte, zeigen tut er sie nicht. Seine Rede zum fünften Jahrestag des Irakkriegs strotzte vor Selbstsicherheit: Der Krieg habe den US-Streitkräften ein "neues Kapitel des Heldentums" beschert.

US-Präsident Bush bei seiner Rede im Pentagon: Er verteidigt den Krieg im Irak als notwendig und gerecht© Brendan Smialowski/EPA

Fünf Jahre nach Beginn der Invasion im Irak hat US-Präsident George W. Bush einen Wendepunkt im Krieg verkündet. Bush erklärte in einer Rede im Pentagon, die Aufstockung der Truppen im vergangenen Jahr habe die Tür für einen wichtigen strategischen Sieg im Kampf gegen den Terrorismus geöffnet. Der Krieg hat bislang fast 4.000 US-Soldaten das Leben und die Steuerzahler rund 500 Milliarden Dollar gekostet. "Wir werden Augenzeuge des ersten großen arabischen Aufstands gegen Osama bin Laden, seine grauenvolle Ideologie und sein Terrornetzwerk", sagte Bush vor Pentagon-Vertretern, Soldaten und Diplomaten in Washington. Er bezog sich damit offensichtlich auf die Zusammenarbeit mit lokalen sunnitischen Milizen gegen die Al Kaida im Irak.

Bush verteidigt Krieg als notwendig und gerecht

Der Präsident verteidigte den Krieg als notwendig und gerecht. Er räumte jedoch ein, dass der Krieg länger und härter und teurer sei als erwartet. Einen vorzeitigen Abzug der US-Truppen aus dem Land lehnte er ab. Ein solcher Schritt würde nur die Rolle des Irans in der Region stärken und dem Terrorismus neuen Auftrieb geben. Die "hart erkämpften Ziele" dürften aber nicht gefährdet werden. Nach Mitteleuropäischer Zeit ist der Jahrestag des Einmarsches am Donnerstag. "Die Erfolge, die wir im Irak sehen, sind unbestreitbar, und dennoch fordern einige in Washington immer noch den Rückzug", sagte Bush. "Die Kriegskritiker können nicht länger glaubwürdig argumentieren, dass wir im Irak verlieren. Deshalb sagen sie jetzt, die Kriegskosten seien zu hoch." Diese Ausgaben seien aber notwendig, um einen "strategischen Sieg unserer Feinde im Irak" zu verhindern.

Der Entschluss, den damaligen Diktator Saddam Hussein zu stürzen, sei trotz hoher Verluste an Menschenleben und großer Kosten "die richtige Entscheidung" gewesen. "Die Welt ist besser dran, und die USA sind sicherer geworden", sagte Bush. Dank des Krieges seien im Irak die Folterkammern geschlossen und die Menschen von einer brutalen Tyrannei befreit worden. Auch müssten die Nachbarn des Irak keine Kriege und Angriffe mit chemischen Waffen mehr fürchten.

Zurzeit 158.000 US-Soldaten im Irak

Die Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten, Hillary Clinton, hat erklärt, sie würde 60 Tage nach ihrem Einzug ins Weiße Haus mit dem Abzug von US-Truppen beginnen. Ihr innerparteilicher Rivale Barack Obama erklärte, der Krieg habe die USA verwundbarer gemacht und die Feinde des Landes ermutigt. Obama hat wiederholt darauf hingewiesen, dass er von Anfang an den Irak-Krieg ablehnte. Der wahrscheinliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Senator John McCain, ist ein Befürworter der von Bush durchgesetzten US-Truppenverstärkungen. Den danach registrierten Rückgang von Anschlägen bezeichnet er als Wendepunkt im Irak-Krieg.

Seit Beginn des Irak-Kriegs kamen mehrere hunderttausend Iraker und mindestens 3.990 Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben. Fast 30.000 GIs wurden verletzt. Zurzeit befinden sich 158.000 US-Soldaten im Land. Diese Zahl soll bis Sommer auf 140.000 verringert werden. Mit Protesten im ganzen Land wollten Kriegsgegner lautstark ihre Stimme gegen eine Fortdauer des Militäreinsatzes erheben. Die Polizei in der US-Hauptstadt nahm 13 Demonstranten fest, die den Eingang zum Finanzamt blockierten. Die Teilnehmer der Protestaktion erklärten, sie hätten das Gebäude ausgewählt, weil das Amt die Steuern eintreibe, mit denen der Krieg finanziert werde.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Oetker333 (20.03.2008, 20:11 Uhr)
Anklage gegen Bush!
Bush ist nach den Richtlinien der UNO ein Kriegsverbrecher! Imgegensatz zu ihm war Milosevic ein Amateur!
Alexander0815 (19.03.2008, 23:00 Uhr)
Mit Heldentum ...
... hat man schon immer den sinnlosen Tod dummer Soldaten bezeichnet, die nichts besseres zu tun hatten als ihr Leben auf Kommando zu opfern. Aber auf der anderen Seite, wer in der amerikanischen Armee (allerdings ist es eigentlich egal in welcher) als Soldat dient, der verdient nicht anderes. Sonst hätte man ja auch einen richtigen und vernünftigen Beruf erlernen können.
Georges13437 (19.03.2008, 22:20 Uhr)
Der erste Kriegsverbrecher des neuen Jahrtausend
Beschämend mit solch einem Täter und seiner Clique den Himmel dieser Erde teilen zu müssen. Im Herbst wird er den Bogen überspannen, wenn er den Krieg gegen den Iran mit einer stinkenden Lüge, beginnen wird. Danach wird er wegen der nationalen Sicherheit die Wahl in den USA aussetzen. Die lassen sich das Heft nicht aus der Hand nehmen.
Denkt alle an meine Worte.
MfG Georges P.
JosefG (19.03.2008, 19:35 Uhr)
Lame Monkey
Hat niemand dem Idiot-in-Chief gesagt, dass Al Kaida schon vor einem halben Jahr nach Pakistan rübergemacht hat? Um die Taliban zu trainieren, sich etwas in die pakistanische Innepolitik einzumischen (Exekution von Frau Bhutto) und überhaupt etwas näher an die Atombombe ranzukommen. Oder wie Bin Laden sagen würde: Zentrifugieren ist was für Ungläubige.
Nursery (19.03.2008, 19:29 Uhr)
Geschichtsträchtiger Mann
Ich denke er wird in die Geschichte eingehen.Völliges Strategisches Versagen Finanzielles Fiasko, Verheerendes Außenbild der USA.Und es läßt sich ohne Ende weiterbilden die Kette der Verhängnissvollen Bush Jahre.Wir werden die Spuren noch lange sehen und spüren.Am meisten habe ich mitleid mit dem Irakischen Volk .Befreit vom Tyranen Sadams und danach die Geisel der US Politik.Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Schnaafpaaf (19.03.2008, 19:16 Uhr)
Warum wird dieser größte Kriegsverbrecher cher
seit Ende des "Kalten Kriegs" nicht endlich vor ein Kriegsverbrechertribunal gestellt? Er und seine Schergen Cheney, Rumsfeld, Wolfowitz, C.Rice, der Brite Blair und viele andere gehören abgeurteilt!
Known (19.03.2008, 19:03 Uhr)
Gehirnwäsche
Diese tägliche Berichterstattung über diesen Massenmörder nervt unheimlich. Wir wissen alle über die Lügen im Vorfeld des Krieges. Dennoch wird ihm immer noch ein Forum gegeben um sich zu rechtfertigen. Wäre Bush ein Chinese oder Russe, würde man ihn in der Luft zerreißen. Kein Journalist der Mainstreampresse hat noch Cojones.
ganzbaf (19.03.2008, 18:43 Uhr)
Psychopath
mit schlecht möbliertem Oberstübchen.
chrgue (19.03.2008, 18:24 Uhr)
Psychopath
Wenn seine Äußerungen korrekt wiedergegeben sein sollten, dann - es tut mir leid - wird das mächstigste Land der Welt wohl tatsächlich von einem Psychopathen geführt
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