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Wie der Staat Millionen mit Drogen verdient

Die Legalisierung von Cannabis ist das Ende des Abendlandes - unkten jedenfalls die Gegner der Freigabe im US-Bundessstaat Colorado. Nun, ein halbes Jahr später, herrscht dort eitel Sonnenschein.

Von Niels Kruse

  Weed willkommen - zumindest in Colorado. Und vielleicht demnächst auch in anderen US-Bundesstaaten.

Weed willkommen - zumindest in Colorado. Und vielleicht demnächst auch in anderen US-Bundesstaaten.

Aller Bedenkenträgerei zum Trotz erweist sich die Freigabe von Marihuana für den US-Bundessstaat Colorado eher als Segen denn als Fluch. Ein halbes Jahr nach der Legalisierung der Droge boomt die Wirtschaft, die Kriminalität geht zurück. Genauer: In den ersten fünf Monaten hat der Staat 12,6 Millionen Dollar, knapp 9,3 Millionen Euro an Steuern durch den Handel und Verkauf von Haschisch eingenommen. Nicht viel, angesichts des Jahresbudgets in Höhe von 29 Milliarden Dollar – aber eine mehr als willkommene Zusatzgeldquelle.

Die US-Seite Mic.com zitiert den Gouverneur des Staates, John Hickenlooper, der für die kommenden zwölf Monate mit einem Marihuana Gesamtumsatz von einer Milliarde Dollar rechnet - davon würden 134 Millionen Dollar an Steuern übrigbleiben. Die Freigabe von Haschisch ist zudem offenbar ein Jobmotor. Laut Mic.com verdienen rund 10.000 Menschen ihren Lebensunterhalt in der Grasindustrie.

Nach Angaben von Mic.com standen bislang 50 Prozent aller Verbrechen in Colorado mit Marihuana in Verbindung. Im Raum Denver ist die Mordrate seit der Legalisierung um fast 53 Prozent gesunken, landesweit sind Raubüberfälle und Gewalttaten um 4,8 Prozent zurückgegangen. Das entspreche einer Ersparnis für den Staat von zwölf bis 40 Millionen Dollar im Jahr.

Die positive Bilanz könnte auch zu einem Umdenken in Washington führen. Laut des Nachrichtendienstes Bloomberg spielt die nationale Drogenbehörde DEA mit dem Gedanken, Marihuana von der Liste der gefährlichsten Drogen zu streichen. Eine Ansicht, die Barack Obama und die US-Bevölkerung schon länger teilen: "Ich denke nicht, dass Haschisch gefährlicher als Alkohol ist", sagte der US-Präsident Anfang des Jahres. Und 58 Prozent aller Amerikaner sind für die Freigabe des Stoffs in geringen Mengen für Erwachsene. Damit sind die USA liberaler gesinnt als die Deutschen: Hier lehnt die Mehrheit eine weitere Legalisierung ab, wie eine stern-Umfrage im Januar ergeben hat. Schade. Offenbar verpassen wir gerade eine Chance, gleich zwei Probleme abzumildern: Staatsschulden und Arbeitslosigkeit.

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