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4. März 2009, 15:58 Uhr

Unerbittlicher Jäger mit Vision

Luis Moreno-Ocampo hat seit Jahren eine große Vision: Niemand soll straffrei bleiben können, der sich wegen Kriegsverbrechen schuldig macht - auch kein Staatsoberhaupt. Nun hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag auf seinen Antrag hin Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar al Baschir erlassen.

Luis Moreno-Ocampo, Staatsanwalt, Internationale Strafgerichtshof, Den Haag

Schreckt vor niemandem zurück: Staatsanwalt Luis Moreno-Ocampo© Peter Dejong/AP

Niemand, auch kein Staatschef, der sich wegen Kriegsverbrechen schuldig macht, soll straffrei bleiben. Von diesem Grundsatz ließ Luis Moreno-Ocampo sich auch bei seinen Ermittlungen zum Konflikt in der westsudanesischen Krisenregion Darfur leiten. Dabei schreckte er vor niemandem zurück: Im Sommer 2008 stellte Moreno-Ocampo - durchaus zum Erstaunen vieler Regierungen - Antrag auf Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir.

Damit wurde Moreno-Ocampo weltbekannt. Seine Gegner warfen ihm das Gehabe eines Show-Masters vor. Menschenrechtsorganisationen lobten hingegen, der Staatsanwalt sei prinzipienfest und habe allein das Recht im Blick. Wie man mit Leuten umgehen sollte, die Macht missbrauchen, hat der Argentinier in seiner Heimat gelernt - als Assistent des legendären Staatsanwalts Julio Cesar Strassera, der 1985 die Generäle der Militärjunta vor Gericht brachte. Moreno-Ocampo wurde in der Rolle des unerbittlichen Jägers zum Liebling der argentinischen Medien. Von 1987 bis 1992 war er Generalstaatsanwalt und verfolgte korrupte Politiker ebenso wie Wirtschaftsbosse.

Dann verließ er den Staatsdienst, trat in TV-Shows auf und vermittelte seine Erfahrungen als Professor für Rechtswissenschaft der Universität Buenos Aires. Als Anwalt verteidigte er unter anderem den Fußballstar Diego Maradona. Schließlich suchten die Gründerstaaten des Internationalen Strafgerichtshofes einen Chefankläger. Da schien der Argentinier genau der richtige Mann zu sein. Moreno-Ocampo wurde ohne Gegenstimme von mehr als 70 Staatenvertretern gewählt und am 16. Juni 2003 vereidigt.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Julian2225 (04.03.2009, 23:07 Uhr)
hauptsache profiliert....
...wie man sieht ging dieser Schuss nach hinten los und Hilforganisationen werden ausgewiesen was natuerlich die Zivilbevoelkerung deutlich zu spueren bekommen wird. Aber DAS interessiert den Herrn eh nicht, obwohl das eigentlich auch von einem Idioten vorausschaubar wahr! Die paar Toten mehr oder weniger...wenn der Mann jemand anklagen soll, soll er doch bitte GANZ oben anfangen und das bedeutet einen BUSH als Kriegsverbrecher anzuklagen! Ansonsten ist er bloss ein Dummschwaetzer mit Profilierungssucht!
Dirk_37 (04.03.2009, 18:10 Uhr)
Milosevic??
Sorry, den eheren Gedanken in allen Ehren, aber gerade der Fall des Serbenführers hat gezeigt, daß der Wille allein doch keine Berge versetzt. Abgesehen davon dürften mehrere Dutzend Leute auf die Anklagebank, nicht nur (aber auch) Mr. Bush und seine Genossen! Die Welt ist voll von Diktaturen und Unmenschlichkeit, insofern verdient Herr Moreno wirklich Respekt,mfG Dirk
Gisella (04.03.2009, 18:03 Uhr)
Na, dann mal los
Herr Moreno...Wieviele können oder wollen Sie denn vors Gericht bringen??? Trauen sie sich ran an Bush und Konsorten????? Ich zweifele das an-und dann alle ab -Gitmo ist bald leer.
JuergenHartl (04.03.2009, 17:26 Uhr)
Respekt
Herr Moreno-Ocampo verdient allen Respekt. Nur, wann werden die Mächtigen dieser Welt angeklagt?
Ich denke da an die Führung Russlands, oder die US Administration unter President Bush!
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