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24. August 2007, 09:35 Uhr

China steckt Blogger in Irrenanstalt

Kritik an seinem Regime sieht Peking nicht gerne: Weil der kritische Blogger He Weihua gegen gestiegene Schweinefleischpreise protestiert und den Zusammenbruch der Kommunistische Partei wegen Korruption vorhergesagt hat, wurde er von den Behörden in die Psychiatrie eingewiesen.

Ein Internetcafé in Xining in Nordwesten Chinas: Texte online zu stellen kann in dem asiatischen Land sehr gefährlich sein© Simon Zo/Reuters

Der chinesische Internet-Dissident und Blogger, He Weihua, ist in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen worden. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" protestierte gegen die Maßnahme, die nach Angaben von Verwandten in der Provinz Hunan wegen seiner regimekritischen Beiträge in Internet-Foren erfolgte.

"Es kann nicht hingenommen werden, dass die chinesischen Behörden solche Methoden benutzen, um Bürger zum Schweigen zu bringen, die lediglich friedlich ihre Ansichten geäußert haben", hieß es in einer Mitteilung der Organisation. Offenbar hätten die Behörden die Praxis nicht aufgegeben, jene, die Machtmissbrauch enthüllten und sich über Zensur hinwegsetzten, zur Strafe zwangsweise in Anstalten einzuweisen.

He kämpft für Menschenrechte

He Weihua sei vorgeladen und Anfang des Monats festgenommen worden, nachdem er in einem Internetartikel im Juli nicht nur den Anstieg der Schweinefleischpreise in China kritisiert, sondern auch den Zusammenbruch der Kommunistischen Partei wegen Korruption vorhergesagt hatte.

Ein Verwandter berichtete, He Weihua leide keineswegs unter Geisteskrankheit. Er habe eine große Zahl von Artikeln über Menschenrechte für die in China von der Zensur gesperrte regimekritische Website Boxun geschrieben.

Internetzensur und mangelnde Pressefreiheit

Schon im Dezember 2004 war He Weihua in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden, wie "Reporter ohne Grenzen" berichtete. 2006 sei er beinahe von einem Motorrad überrollt worden, dessen Fahrer ihn aufgefordert habe, seine Menschenrechtsaktivitäten einzustellen.

Internetzensur und mangelnde Pressefreiheit in China gehören auch zu den Themen von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch am Montag und Dienstag in Peking. Neben den offiziellen Gesprächen ist ein Treffen mit Journalisten geplant.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
amapola (25.08.2007, 14:07 Uhr)
Die Welt steht auf dem Kopf
Wo es doch wesentlich einfacher wäre, die Handvoll Politik-Idioten jeden Landes ins Irrenhaus zu stecken, beginnt man in Chinesien, Leute, die die Klappe aufmachen einzusperren - das könnte unter Umständen Millionen sein. Dann müssten neue Anstalten gebaut werden - wer soll das bezahlen. Und vor allem: wer hält dann das Land mit seiner Arbeit noch am Leben, wenn die Bürger weggesperrt sind? Wen sollen dann die Politik-Idioten regieren, wenn alle hinter Schloss und Riegel sind?
Na, ja - sie sind halt Idioten und wissen es nicht besser. Aber irgendwann sollte es ihnen irgendwer einmal sagen... oder?
leichtschwer (25.08.2007, 13:55 Uhr)
Interessant, in der Irrenanstalt in die
Irrenanstalt. Ein selten gesehener Vorgang: In einem Land, das von lauter Irren regiert wird, wird jemand in die Irrenanstalt gesteckt. Danke, Frau Merkel und Andere, daß sie diesem Land ständig neue Rückenstützen gewähren, obwohl dort die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Aber wie sagte Franz Josef Strauß schon: Jedem Deutschen sollen die Hände abfallen, der noch einmal ein Gewehr in die Hand nimmt.
Ich ergänze: Jedem soll der Arsch abfallen, der riesige Geschäfte mit China macht. Und ??
Tja, die gesamte deutsche Wirtschaftselite ohne Hosenboden...
kravo (24.08.2007, 13:33 Uhr)
..aber Hauptsache Olympia findet statt.
Da schlägt der Kommerz die Menschenrechte mal wieder. Man stelle sich vor, ein kommunistisches Regime richtet eine Olympiade aus, und keiner nimmt teil. Wäre doch jammerschade für die ganzen Werbeeinnahmen. Was interessiert also ein Menschenrechtler, der in eine Anstalt eingewiesen wird für etwas, was hierzulande in der Bildzeitung steht.
kralli19 (24.08.2007, 12:12 Uhr)
Wartet´s ab....
...das wird hier auch noch so weit kommen, wenn diese Politiker in Deutschland so weiter machen, genau dafür soll der Bundestrojaner und die Vorratsdatenspeicherung eingeführt werden. Dann war der Umgang mit Kritikern, wie er in der SPD unter Schröder praktiziert wurde, noch harmlos.....
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