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30. August 2008, 11:57 Uhr

"Endlich zum normalen Leben zurückkehren"

Der größte internationale Event in Chinas Geschichte ist vorbei, die olympische Flamme erloschen. Während sich viele erst einmal ausruhen, debattieren Wissenschaftler und Journalisten: Was muss sich ändern in diesem Land? Von Adrian Geiges, Peking

Die Abschlussfeier der Olympischen Spiele im Stadion in Peking© Kay Nietfeld/EPA/DPA

Die chinesische Presse überschlägt sich mit begeisterten Kommentaren über die Spiele. Vor allem die Bemerkung von Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, es seien "außergewöhnliche Spiele" gewesen, wird als Ritterschlag interpretiert: Die besten olympischen Spiele, die es je gegeben hat.

Darum war es von vornherein gegangen: China, einst von den Kolonialmächten als "der kranke Mann von Asien" verhöhnt, erlangt wieder Gesicht. Das Entwicklungsland baute bessere Stadien und organisierte perfekter als Griechen oder Australier. Doch junge Intellektuelle debattieren in Blogs und privaten Runden, ob es nicht Zeit sei, diesen historischen Minderwertigkeitskomplex zu überwinden: "Warum fühlen wir uns erst bestätigt, wenn Ausländer uns loben, und geraten in Wut, wenn sie uns kritisieren?", fragt eine Pekinger Journalistin.

An schnelle Veränderungen zu mehr Pressefreiheit glaubt keiner

Gedruckt wird so etwas nur selten. Und an schnelle Veränderungen zu mehr Pressefreiheit glaubt keiner. Auch nicht Hung Huang, Herausgeberin von Szenezeitschriften wie"iLook" und "TimeOut": "Olympia hat unseren Führern sehr viel Gesicht gegeben", sagt sie. "Sie werden eine Weile darauf herumreiten." Hung ist bekannt dafür, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie ist allerdings auch nicht die durchschnittliche Chinesin von nebenan: Ihre Mutter war Maos Englisch-Dolmetscherin, ihr Stiefvater Außenminister. Sie selbst gehörte in den 1970er Jahren zu den "kleinen Rotgardisten in den USA", als Teenager von Mao dorthin geschickt, um Sprache und Gewohnheiten des "Klassenfeinds" zu studieren. Seither vergleicht sie die beiden Welten und sagt jetzt etwa: "Wir haben keine Kultur, die Pro-Veränderung ist. Es liegt in Chinas Natur, dass wir herausgefordert werden müssen, um etwas zu verändern. Zu den Wirtschaftsreformen etwa kam es, weil wir verzweifelt arm waren."

Shen Dingli, Professor für internationale Beziehungen an der renommierten Shanghaier Fudan-Universität, ist optimistisch für die langfristige Entwicklung. "Die Olympischen Spiele sind ein guter Start für uns darüber nachzudenken wo China stark ist - und wo schwach", sagt er. "Mit seinem steigenden Wohlstand erreicht China ein Stadium, in dem es mehr Transparenz, gute Führung und Verantwortlichkeit braucht." Das mit den Spielen gewachsene nationale Selbstbewusstsein werde helfen, "China zu einem normaleren Land zu machen".

Prämie von 35.000 Euro bekommen

Viele freuen sich, dass die Spiele vorbei sind. Die Parteiführung, weil alles gut über die Bühne gegangen ist und größere Zwischenfälle ausblieben. Aber auch die einfachen Pekinger. "Olympia hat Spaß gemacht, aber jetzt möchte ich einfach zu meinem alten Leben zurückkehren", sagt der Rentner Zhang Yiwen. Li Hongguo, ein kleiner Beamter, der in den letzten Wochen als Nachbarschaftswächter auf der Straße patrouillierte, meint: "Endlich kann ich ausruhen und muss nicht mehr am Wochenende arbeiten." Der Nachtklub Obiwan hat sogar einen Werbespruch daraus gemacht: "Gott sei Dank, es ist vorbei", lautet er. "Jetzt können wir alle endlich zum normalen Pekinger Leben zurückkehren (was auch immer das sein mag!)"

Jeder Goldmedaillengewinner hat eine Prämie von umgerechnet etwa 35.000 Euro bekommen, eine Menge Geld in China. Doch selbst die staatlichen Medien schreiben jetzt, dass endlich mehr Mittel in den Breitensport gesteckt werden müssen. Die "Pekinger Nachrichten" bezweifeln, ob man China bereits als Sport-Superpower bezeichnen kann: "Die wirkliche Frage ist, ob nach dem Durchbruch bei den Goldmedaillen die ganze Gesellschaft gesund und glücklich wird." Eine Untersuchung von Chinas Generalverwaltung für Sport hat ergeben: In China gibt es nur knapp sieben Sportanlagen auf 10.000 Bürger, während es etwa in Japan 200 sind. Die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua fordert: "China muss den Goldmedaillenrausch jetzt in einen Sportrausch verwandeln."

Eine andere Frage wird sein, wie es mit Umweltschutz weitergeht und ob Peking wieder im Smog versinken wird. Es ist zu früh sie zu beantworten. Denn die Fahrverbote für täglich abwechselnd die Autos mit geraden beziehungsweise ungeraden Nummern gelten weiter bis zum 20. September - bis nach den Paralympischen Spiele.

Von Adrian Geiges, Peking
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
Merkong (01.09.2008, 16:32 Uhr)
Der Westen soll die Reform Chinas unterstützen, aber China nicht dämonisieren
Interview mit Prof. Dr. Thomas Heberer, Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik Ostasiens an der Universität Duisburg-Essen
Nach den Unruhen in Lhasa hat der berühmte deutsche China-Experte Thomas Heberer in einer deutschen Zeitung geschrieben, dass die negativen Berichte mancher westlichen Medien einer hysterische Dämonisierung von China glichen. Am traurigsten sei, dass die großen Erfolge, die China in den letzten 30 Jahren durch die Reform- und Öffnungspolitik erzielt hat, außer acht gelassen werden. In einem Interview von der Agentur Xinhua hat er die Ursachen dieser Erscheinung analysiert und sagte, der Westen solle die Reform Chinas unterstützen und China nicht dämonisieren.
Prof. Heberer, der zurzeit als Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik Ostasiens an der Universität Duisburg-Essen tätig ist, sagte, die Dämonisierung von China in Deutschland wurde von mehreren verschiedenen ungünstigen Faktoren verursacht, einschließlich der Verschlechterung des Chinabilds in den lokalen Medien seit Ende der 1990er Jahre, der Sorge vieler Leute, dass zahlreiche deutsche Unternehmen ins Ausland, insbesondere nach China abwandern könnten, und der Sorge, dass deutsche Produkte nachgemacht würden. "Diese Sorgen, die ein Teil der deutschen Bevölkerung hat, wird zwar durch negative Medienberichte verstärkt, aber die deutsche Regierung hat auch nichts getan, um die öffentliche Meinung in die entgegengesetzte Richtung zu leiten", sagte er.
Die meisten Deutschen und auch Europäer haben fast keine Ahnung von China und Tibet. Es sei schwer, korrekte Informationen im Internet zu erfahren, weil sich dort alle Meinungen befinden. Viele Deutsche sagen, dass sie bei Informationen über China nicht zwischen Wahrem und Falschem unterscheiden könnten. Eigentlich wissen sie wenig über China. So kann von einer objektiven Beurteilung keine Rede sein. Daher vertrauen sie den Berichten der lokalen Medien. Diese berichten aber immer über die Themen, welche ihnen den größten Nutzen bringen, führte er aus.
Seit langem hat Heberer die Entwicklung und Veränderung Chinas aufmerksam verfolgt. "Zum ersten Mal habe ich im Jahr 1975 China besucht. Zwischen 1977 und 1981 habe ich als Experte bei der Beijing Rundschau in China gelebt und gearbeitet. Nach 1981 habe ich jedes Jahr in verschiedenen Regionen in China langfristige Untersuchung und Forschung geführt. Deswegen kann ich die riesige Veränderung Chinas tief fühlen", sagte er. Seit der Durchführung der Reform- und Öffnungspolitik habe sich China rasch aufwärts entwickelt. "Die intensive Umwandlung von der verknöcherten Planwirtschaft zur Marktwirtschaft und die seit Ende der 1970er Jahre immer stärker werdende Pluralisierung haben China offener und freier werden lassen."
Natürlich habe die Umwandlung von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft unvermeidlich auch viele Probleme mit sich gebracht, beispielsweise den wachsenden Einkommensunterschied zwischen Stadt und Land, zwischen verschiedenen Schichten und verschiedenen Regionen. Die Entwicklung des Rechtssystems entspreche nicht der raschen Umwandlung der Marktwirtschaft. Mancher Funktionäre seien korrupt und die regionalen Regierungen führen wegen der lokalen Interessen die Politik der Zentralregierung nicht effektiv durch. "Aber all dies sind vorübergehende Erscheinungen und werden in einer späterer Phase der Reform allmählich gelöst", sagte er weiter.
Heberer betonte: "China ist so groß, dass nicht alle Probleme gleichzeitig gelöst werden können. Die gesellschaftliche Stabilität und die wirtschaftliche Entwicklung sind der jetzige Schwerpunkt, außerdem auch die nachhaltige Entwicklung. Dieser Reformprozess Chinas benötigt Zeit und Geduld. Es sei erwiesen, dass sich die chinesischen Spitzenpolitiker gut darauf verstehen, Erfahrungen und Lehren zu ziehen sowie Fehler zu korrigieren. Deutschland und auch Europa sollen ständig die effektive Reform Chinas unterstützen."
Es sei unentbehrlich, den direkte Personalaustausch zwischen China und dem Westen auszubauen. "Beide Seiten brauchen mehr Informationen voneinander über die gesellschaftliche Entwicklung. Man muss erfahren, was der andere denkt. In Deutschland müssen wir Gelehrte uns bemühen, die lokalen Journalisten mehr an den Veranstaltungen zum Informationsaustausch über China teilnehmen zu lassen, damit sie ihre Vorurteile über China abbauen können", führte er weiter aus.
Merkong (01.09.2008, 16:19 Uhr)
Teil III
Dalai Lama (mongolischer Name), deutsche Übersetzung „Ozean des Wissens”
sein weltlicher Name: (Tenzin Gyatso, 14. Dalai-Lama)
Das tiefe Mittelalter im heutigen, 21sten Jahrhundert, weltlicher Religionsfürsten, wie auch der Vatikan oder Islam, die allesamt nach profaner Macht streben. In Tibet herrscht, wie übrigens in ganz China, Religionsfreiheit, es gibt u.a. Christen und Muslime, die jedoch von Tibetern (Mönchen) durch die Straßen getrieben, massakriert wurden. Bilder, die im Westen nicht gezeigt werden (westliche Zensur). Was von westlichen Medien nicht erwähnt wird: Der Dalai Lama war ursprünglich politisches Mitglied des chinesischen Nationalkongresses in Peking, also sehr wohl ein politischer Mensch, der lange Zeit die chinesische Linie mitgetragen hat. Genauso unbekannt ist in unserer westlichen Welt, dass es vor nicht all zu langer Zeit Szenarien gab, wo sich Tibeter gegenseitig bekämpften und töteten. Viele Tibeter sind heute in hohen politischen Ämtern existent, sind korrupt gegen ihre eigenen Landsleute, wie sie anderen Korruption vorwerfen. Dies alles wird in deutschen Medien verschwiegen und nicht gezeigt.

Der Dalai-Lama ist nicht nur ein religiöses, sondern geistliches und politisches Oberhaupt des gewaltbereiten tibetanischen Buddhismus. Der Dalai-Lama gilt als Inkarnation des Bodhisattva Avalokiteshvara und zugleich als Reinkarnation seines jeweiligen Vorgängers. Es heißt, dass die Seele des Dalai-Lama nach seinem Tod in den Körper eines männlichen Neugeborenen eingeht, der dann aufgrund bestimmter körperlicher Merkmale als neue Inkarnation identifiziert und zum neuen Dalai-Lama erklärt wird. Eine elitäre, verschworene Bruderschaft bestimmt das neue, religiöse und politische Oberhaupt, um ihre politische Einflussnahme bei der tiefreligiösen, tibetanischen Bevölkerung zu sichern, also den Religionsstaat zu festigen und zu manifestieren. Der Dalai Lama wurde mittels weltweitem, hohen Spendenaufkommens, mit Unterstützung westlicher Staatsoberhäupter (voran Deutschland/ Bundeskanzlerin Angela Merkel (der deutsche Elefant im Porzellanladen), zum Millionär, mit fürstlicher Residenz in Indien, mit eigener PR- und Presseabteilung, Bediensteten und Leibwächtern, mit uneinsehbaren Bankkonten weltweit. "Oh welch ein Gott, der da verehrt wird". Der Dalai Lama versucht durch Anerkennung westlicher Politiker und Show-Stars a la Hollywood seinen Status gegenüber China zu verfestigen, politische Manifestation und Einflussnahme in der Weltgemeinschaft zu verankern. Er ist sich nicht zu schade, sich für Werbespots (Computer Apple), die ihm viel Geld einbringen, herzugeben. Der Dalai Lama ist kein Gott, er ist Nutznießer gläubiger Bevölkerungsschichten, wie alle Regenten von Religionsgemeinschaften, ob christlich, ob muslimisch, ob sonst wer.
Dem tibetanischen Buddhismus sagt man im Westen nach, friedfertig und spirituell zu sein - wenn aber buddhistische Mönche in Tibet zur Gewalt greifen, in Tibet und Nepal Chinesen und Andersgläubige (Katholiken und Moslems etc.) durch die Strassen jagen und massakrieren, Häuser und Autos Andersgläubiger anzünden, Verwüstungen anrichten, was in deutschen, von Hysterie geprägten Medien nicht gezeigt wird, widersprechen sie ihrer eigenen Religion, und machen sich unglaubwürdig. Bernhard Ganter (Schriftsteller)


Offener Brief von Bernhard Ganter an das Chinesische Generalkonsulat in München/Germany

Sehr geehrter Herr Generalkonsul der Volksrepublik China, Herr Yang Huiqun, sehr geehrter Herr Konsul, Jianjun Wang,
es haben sich gestern einige Journalisten von Chinesischen Medien (Chinesische Presseagentur XINHUA) bei mir gemeldet, und mich per Telefon interviewt.
Das ist mir wichtig, weil ich damit ausdrücken will, dass es in Deutschland auch andere Stimmen gibt als die in den deutschen Medien verbreiteten, einseitigen, feindlichen Darstellungen über China und Tibet. Wenn ich nun lese, dass kein führender deutscher Politiker an den Eröffnungsspielen der Olympiade in Beijing teilnehmen will, ist das für mich ein Zeichen deutscher Engstirnigkeit und Ignoranz sondergleichen gegenüber China, gegenüber dem chinesischen Volk, spiegelt jedoch das derzeitige politische Tohuwabohu in Deutschland wider. Mit dieser Ignoranz gewinnt man keine Freunde in der Welt, nicht in China, nicht anderswo. Ich hoffe sehr, dass die Chinesen, die chinesische Regierung, die Menschen in Ihrem Land, diese deutsche, ja beleidigende Missachtung, nicht auf das ganze deutsche Volk überträgt. Ich entschuldige mich. Es gibt auch in Deutschland unabhängige freie Stimmen, die meine Einschätzung ähnlich sehen wie ich. Leider werden diese Stimmen von den deutschen Medien ignoriert. Kritik am deutschen Verhalten findet da nicht statt. Die deutschen Medien verhalten sich genau so, wie sie das Verhalten der chinesischen Medien kommentieren. Gerade in den letzten Tagen bekomme ich viele zustimmende Briefe von Deutschen, wie auch von europäischen Nachbarn, die diese Website gelesen haben und mich bestärken. Ich bin immer bemüht, für China in Deutschland zu werben, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Ich wünsche der chinesischen Nation von Herzen viele, viele goldene Medaillen zur Olympiade.
Anmerkung: Dass unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht zu den Eröffnungsspielen kommen wird, ist ihre eigene Dummheit und Engstirnigkeit. Aber sie vertritt schon lange nicht mehr die Interessen der Deutschen und ist daher in der deutschen Gesellschaft, der Mehrheit des deutschen Volkes, schon lange nicht mehr akzeptabel - sie ist nur noch eine Karikatur. So wie sie China ignoriert, genauso ignoriert sie die deutsche Bevölkerung. Was sie von China lernen könnte? Angela Merkel könnte Toleranz lernen - denn die Chinesen sind viel toleranter als unsere Regierung, als unsere Medien in Deutschland.
Mit großem Respekt und inniger Freundschaft für Ihr Land
Ihr Bernhard Ganter
Merkong (01.09.2008, 16:16 Uhr)
Teil II
Derzeit reden ja viele selbsternannte Experten über China, ohne das Land, seine Kultur, die Menschen wirklich zu kennen, verstehen zu wollen. Westliche Politik, besonders die amerikanische, ist dem Irrglauben verfallen, unser abendländisches Politikverständnis in die uns fremden Länder wie Missionare der vergangenen Jahrhunderte, in alle Welt tragen zu müssen. Unter dem Motto: Willst Du nicht mein Freund sein, dann schlage ich dir den Schädel ein. Das hat bisher weder in Afghanistan, noch im Irak oder sonst wo funktioniert.
Der von vielen geforderte Olympia Boykott ist eine Farce – warum fordert man nicht einen Wirtschaftsboykott? Weil die deutsche Industrie dann große wirtschaftliche Einbußen, große wirtschaftliche Verluste hätte, darum! Das ist deutsche (westliche) Doppelzüngigkeit. Die Völkergemeinschaft hat nur eine Chance – die Chance, nicht hysterisch, sondern besonnen und mit Respekt miteinander umzugehen. Unerträglich ist auch die derzeitige Berichterstattung politikabhängiger, westlicher Medien, mit ihren oft aufheizenden, Hass schürenden Berichten, einseitigen Darstellungen, China betreffend. Da werden Feindbilder aufgebaut. Die Weltgemeinschaft braucht aber keine Feindbilder, sie braucht Freunde, keine pro westlichen journalistischen Kriege, sondern miteinander Reden, Reden, Reden, ist daher die Maxime der Stunde. Mein Wunsch ist die deutsch-chinesische Freundschaft - wir sollten die Chance begreifen, die daraus erwächst.
Man darf nicht glauben dass im Westen (gerade in Deutschland) alles in Ordnung ist. In meinem Land gibt es derzeit viele wütende Tränen gegen deutsche Pressefreiheit, Bevormundung und Ausbeutung gegenüber nichtprivilegierter Bevölkerungsschichten. Auch das hat mit Menschenrechte zu tun. Das westliche Kapitaldiktat der Interessen- oder Gruppendemokratie, Lobbyistendemokratie, das westliche System, entwickelt sich zum flächendeckenden Überwachungs- und Feudalstaat, hin zur Kapitaldiktatur, hin zur Oligarchie. Gerade Deutschland, sollte deshalb mit Kritik gegenüber China sehr zurückhaltend sein.

Ein Wort noch zum Dalai Lama : Der Dalai Lama ist nicht nur ein Mönch, er ist auch ein politischer Mensch mit Machtanspruch. Er, der Politiker, gehörte lange Zeit dem chinesischen Volkskongress an. Wie auch der Islam, wie auch westliche Religionsfürsten, wie der Vatikan, weltliche Machtansprüche geltend macht, so hat auch der Dalai Lama ein verborgenes, zweites - politisches - Gesicht. Im Westen vergessen? In den 50ern Jahren, die Mönchspolizei, die unter dem damaligen Dalai Lama folterte, Augen der Widersacher ausstach, Andersdenkende an den Pranger stellte, massakrierte (alles zu sehen im Archiv von "Panorama" im Zweiten Fernsehprogramm (einfach Mönchspolizei eingeben). Dafür gibt es viele Quellen. Nur lesen, informieren muss man sich, wenn man der Wahrheit näher kommen will.
Bernhard Ganter (Schriftsteller und Journalist)
Merkong (01.09.2008, 16:16 Uhr)
-Einseitige Berichterstattung über China in westlichen/ deutschen Medien
Man kann Gesetze ändern
wenn sich die Menschen ändern
positiv, wie auch negativ.
Zitat: Bernhard Ganter

von Bernhard Ganter (www.bernhard-ganter.de -Kontakt: BGanter@t-online.de)

Deutsche China Hysterie: Seit langer Zeit verfolge ich die Berichte über China, Tibet und Olympiade. Ach, was sind die Chinesen doch für böse Menschen, ach, was sind wir denn in den westlichen Ländern für gute Menschen, Deutschland immer voran. Vergessen wird Kriegstreiber Nummer 1, die USA, George W. Bush. Über 60 militärische Stützpunkte weltweit. Eine militärische Präsenz, die nur die USA inne hat. Warum? Eine Weltmacht außer Rand und Band, die glaubt, die Geschicke der Welt lenken zu müssen. Die USA hat seit Weltkriegsende 1945 weltweit über 38 Kriege und Kriegshandlungen geführt, über nationale Grenzen hinaus Foltergefängnisse errichtet, Entführungen unschuldiger Menschen durchgeführt, darunter auch Deutsche. Das gehört in das Guinness Book menschenfeindlicher Rekorde. Niemand, auch die geduckte USA abhängige deutsche Regierung nicht, ruft zum Boykott und Sanktionen gegenüber der USA auf. Warum gibt es keine weltweiten Demonstrationen gegen das Treffen Papst Benedikt und George W. Bush, letzterer ist Folterbefürworter, Todesstrafenbefürworter und Kriegstreiber gegen jegliches Völkerrecht. Wo hat Papst Benedikt Völkerrechtsverletzungen der USA angeprangert? Beispiel Guantanamo? Wo bleiben weltweite Demonstrationen gegen Menschenrechtsverletzungen in den westlichen Ländern, Europa (Deutschland), USA, Türkei, Russland , und vielen anderen Staaten? So lange dies nicht geschieht, soll Deutschland (Medien und Regierung) den aufgeregten - gegen China gewendeten - Mund halten. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit dem offiziellen Empfang des Dalai Lama wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten. Wollte sie die chinesische Nation provozieren, oder mangelte es ihr schlichtweg an Einfühlungsvermögen? Medien und Politik vertreten schon lange nicht mehr unsere demokratische Grundordnung in Deutschland. Wie wollen wir Deutschen dann anderen Völkern Nachhilfe in punkto Menschenrechte erteilen? Das ist ein jämmerlicher Versuch der an westlicher Arroganz und Hochmut nicht zu übertreffen ist.

Über China wird sich im Westen aufgeregt, Olympiablockade und Sanktionen werden jedoch nur von einfältigen, dummen Politikern und politikabhängigen Medien gefordert. Das ist westliche, deutsche Propaganda. Die Türkei marschiert in fremdes Land ein (Irak), unterdrückt die kurdische Minderheit im Land (China ist viel toleranter gegenüber Minderheiten, es herrscht Sprach - und Religionsfreiheit in China). Die Türkei reagiert und regiert mit amerikanischem und europäischen Stillschweigen und mit militärischem Diktat gegenüber Minderheiten, (direkt und indirekt/ deutsches und westliches Kriegsgerät und andere militärische Unterstützung). Die deutsche Regierung fördert seit Jahren viele Diktatoren weltweit mit Waffenlieferungen, beispielsweise in Usbekistan, Polizeiausbildung in Lybien, deutsche U-Boote nach Pakistan und Israel - und, und, und ... Nimmt das die deutsche Bevölkerung nicht wahr? Ich vermisse westliche Demonstrationen gegen Armut und Ausbeutung, gegen Hunger in unserer globalen Welt, in der sich viele die Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können, während einige Wenige, mit staatlicher Unterstützung, immer mehr im Luxus schwelgen. Wo bleiben die Demonstrationen gegen die westliche Welt, gegen ihre Kriegshandlungen und Unterdrückung, ihres immer noch existierenden Kolonialverhaltens? Ich sehe nur militärische Stützpunkte der westlichen Union (USA und Europa), aber in keinem Land der Welt sind chinesische Soldaten stationiert. Wir in Deutschland haben also viel vor unserer eigenen, arroganten und selbstgerechten, westlichen Haustüre zu kehren.
Merkong (01.09.2008, 16:14 Uhr)
Die Meinungen mancher Deutschen vorstellen
Ich und viele Chinesen sind total enttäuscht und depressive über die Berichterstattung der deutschen Medien und Unwissens des deutschen Publikums über China. Die Schuld gilt nicht lediglich an den deutschen Medien, sondern auch an vielen Lesern, die gerne unsachliche und dämonisierte Berichte lesen und andere absichtlich aussortieren. Ich bin äußert besorgt über die chinesisch-deutsche Beziehung, wenn manche Deutsche China aus unerklärbaren Gründen hassen.
Jetzt haben wir nicht so viel Wahl als manche Berichte der Deutschen vorstellen, die jenen, die Erfahrung in China haben und die dieses Land kennenlernen wollen. Sie bilden ewig die Minderheit der deutschen Leser, aber manchmal ist es so, dass die Wahrheit nicht von einer unwissenden Mehrheit monopolisiert, sie liegt dagegen in der Hand der Minderheit.
LaoLu (31.08.2008, 14:32 Uhr)
Ja, ganzbaf,
ALLE bekamen einen Tritt in den Hintern,
DER REST bekam usw.
-
Da frug ich mich dann wie soll ich das verstehen...
ganzbaf (31.08.2008, 14:06 Uhr)
Alle bekamen...

einen Tritt in den Hintern und 2 Schalen Reis.
Der Rest bekamm eine Tritt ins Gesicht.
LaoLu (31.08.2008, 13:18 Uhr)
Im übrigen: 1,5 Mio Umgesiedelte
wird sogar stimmen.
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Jetzt wäre noch interessant zu wissen, wieviele davon zufrieden mit der angebotenen Entschädigung vom Hof gegangen sind.
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Dann gibt es die Gruppe derer, die versucht haben, mehr aus der Gelegenheit herauszuholen - schließlich war der Staat in Zugzwang.
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Und dann sind da noch die, die schwarz gebaut oder gehaust haben. Die sind dann wohl auch meist ohne Entschädigung abgewickelt worden.
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Aber auf jeden Fall keine 1,5 Mio Vertriebene...
LaoLu (31.08.2008, 13:10 Uhr)
und Dr. Marlboro hat nachgewiesen,
das Rauchen überhaupt nicht schädlich ist.
Im Gegenteil!
Es macht schön!
ganzbaf (31.08.2008, 10:19 Uhr)
"Die Olympia-Bilanz...

der Menschenrechtsorganisation Human Rights in China fällt vernichtend aus: Für den Bau der Sportstätten seien **1,5 Millionen Pekinger zwangsweise umgesiedelt** worden, für die Grünflächen hätten die Behörden Wasser aus Dürre-Regionen abgezweigt."
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;-F
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http://www.stern.de/olympia2008/politik/:Olympische-Spiele-/635981.html?q=umgesiedelt
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