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28. Juni 2011, 11:05 Uhr

Merkel empfängt Wen mit militärischen Ehren

Angela Merkel hat Chinas Staatschef Wen Jiabao im Kanzleramt mit militärischen Ehren empfangen. Er markiert den offiziellen Beginn der ersten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen.

Mit militärischen Ehren hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstagvormittag den chinesischen Regierungschef Wen Jiabao vor dem Kanzleramt in Berlin empfangen. Wen begrüßte dabei auch mehrere deutsche Regierungsmitglieder, unter ihnen Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Im Anschluss sollten die ersten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen abgehalten werden. Zu den zahlreichen Themen der Beratungen gehören nach Angaben aus Regierungskreisen Chinas Rolle in der Euro-Krise, der Klimaschutz und die unruhige Lage in Syrien und Libyen. Zudem sollen Wirtschaftsabkommen im Volumen von mehreren Milliarden Euro unterzeichnet werden.

Wen war am Montagabend mit einer 300-köpfigen Delegation in Berlin eingetroffen. In der Liebermann-Villa am Berliner Wannsee gab Merkel dann für ihn ein Abendessen. Dabei ging es nach Angaben aus Regierungskreisen unter anderem um die wirtschaftliche Lage in China, Deutschland und Europa. Es habe zudem einen "intensiven Meinungsaustausch über die gesellschaftliche Entwicklung in China" gegeben. Die Bundesregierung hatte angekündigt, auch die Lage der Menschenrechte in China solle bei den Begegnungen thematisiert werden.

Bei einer Rede vor Wirtschaftsvertretern forderte Wen vor dem Empfang am Kanzleramt eine respektvollen Umgang der Europäer mit China. "Nur durch gegenseitigen Respekt können beide Seiten über die Differenzen der Ideologie, des politischen Systems und des Entwicklungsmodells hinweg eine gleichberechtigte Partnerschaft entwickeln", sagte er laut dem veröffentlichten deutschen Redetext. China respektiere das von den EU-Bürgern gewählte politische Modell. "Im Gegenzug erwarten wir auch von der EU, Chinas Souveränität und territoriale Integrität sowie selbständige Wahl des chinesischen Volks zu respektieren."

AFP
 
 
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