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China stationiert Raketen im Südchinesischen Meer

Während Barack Obama in Kalifornien mit Pekings Nachbarn über eine Lösung der Spannungen spricht, schaffen die Chinesen Fakten: Ein neues Luftabwehrsystem soll im Südchinesischen Meer für Abschreckung sorgen.

China stationiert Raketen auf Insel

China lässt Inseln aufschütten - auch um sie als Militärstützpunkte zu verwenden

China hat im Streit um Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer Boden-Luft-Raketen auf einer Insel in der Region stationiert. Das bestätigte am Mittwoch ein Sprecher des taiwanesischen Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Auch das US-Verteidigungsministerium bestätigte die Verlagerung der Raketen, wie der US-Sender Fox News berichtete. Demnach zeigen Satellitenbilder zwei Raketenbatterien, die auf Woody Island aufgestellt wurden. Bei den Raketen handelt sich um ein System zur Verteidigung gegen Luftangriffe, das eine Reichweite von rund 200 Kilometern hat.

Woody Island gehört zur Paracel-Inselgruppe, die seit über 40 Jahren unter Kontrolle Chinas steht, aber auch von Taiwan und Vietnam beansprucht wird. Die Stationierung der Raketen wurde bekannt, während US-Präsident Barack Obama mehrere südostasiatische Staaten zu einer Konferenz in Kalifornien empfing, um über Möglichkeiten zur Entspannung des Konfliktes in der Region zu sprechen. "Wir werden weiterhin unseren Verbündeten und Partnern dabei helfen, ihre Marine-Fähigkeiten zu verstärken", sagte Obama am Dienstag nach dem Ende des Asean-Gipfels in Rancho Mirage. Konflikte müssten friedlich und nach internationalem Recht beigelegt werden, sagte er mit Blick auf den Territorialkonflikt mit China.

Große Öl- und Gasvorkommen in der Region vermutet

Das Südchinesische Meer liegt zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs wird dort abgewickelt. In der Region werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. China beansprucht jedoch 90 Prozent des 3,5 Millionen Quadratmeter großen Gebietes, darunter Inseln und Riffe, die teils mehr als 800 Kilometer von der chinesischen, aber nur etwa 220 Kilometer von der philippinischen Küste entfernt liegen.

Vietnam hatte in der Vergangenheit mehrfach gegen chinesische Ölbohrungen vor seiner Küste protestiert, die Philippinen protestieren gegen chinesische Landaufschüttungen sowie den Bau von Leuchttürmen und einer Landbahn auf einigen der Riffe.

Zuletzt hatte sich auch die USA verstärkt in den Konflikt eingeschaltet. Erst im Januar war ein US-Kriegsschiff in die von China beanspruchten Gewässer um die Paracel-Inseln eingedrungen. Im Oktober hatte sich  der US-Zerstörer "Lassen" einer von China beanspruchten Insel der weiter südlichen gelegen Spratly-Inselgruppe auf weniger als zwölf Seemeilen genähert. Washington rechtfertigte dies mit der Verteidigung der Freiheit der Navigation; das Gebiet sei internationales Gewässer. 

Im Dezember flog ein strategischer Bomber des Typs B52 über eine der von Peking beanspruchten Inseln. Die Aktion sei eine "ernsthafte militärische Provokation", protestierte Peking damals. Washington sprach später von einer "unbeabsichtigten Aktion".

amt/DPA
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