26. Oktober 2012, 11:40 Uhr

Wen Jiabao und seine Familie horten Milliarden

Seine Mutter war Lehrerin, sein Vater hat Schweine gehütet. Heute ist Wen Jiabao einer der reichsten Machthaber der Welt. Die "New York Times" nennt Zahlen, China reagiert prompt. Mit einer Blockade.

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"Ein Talent für aggressive Geschäftsabschlüsse": Die Familie Wen Jiabaos hat ein stattliches Vermögen angehäuft©

Die Familie und Verwandte von Chinas Regierungschef Wen Jiabao sollen über ein Vermögen von umgerechnet etwa 2,1 Milliarden Euro verfügen. Dies berichtete die "New York Times" im Internet. "Viele Verwandte von Wen Jiabao, unter anderem sein Sohn, seine Tochter, sein jüngerer Bruder und sein Schwager sind während seiner Amtszeit sehr, sehr reich geworden", hieß es. Die Summe habe sich aus einer Analyse von Unternehmensdaten und offiziellen Angaben ergeben, schrieb die Zeitung.

Einige Familienmitglieder hätten demnach "ein Talent für aggressive Geschäftsabschlüsse", so die "NYT" weiter. Etwa 80 Prozent des Vermögens werde von entfernteren Verwandten und nicht von Wen Jiabaos Frau oder seinen Kindern kontrolliert. Damit sei dieser Teil des Vermögens nicht von Offenlegungsregeln der kommunistischen Partei betroffen, hieß es. Wen Jiabao selbst gab sich während seiner Regierungszeit immer volksnah und bescheiden.

Regelmäßig Unmut in China

Die Enthüllungen kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt für die regierende Partei. Auf einem nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteikongress am 8. November soll ein seit langem vorbereiteter Generationswechsel in der Parteiführung besiegelt werden.

Berichte über superreiche Parteifunktionäre sorgen in China regelmäßig für Unmut. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag berichtete, wurde der entmachtete Spitzenpolitiker Bo Xilai seines Parlamentssitzes enthoben. Aus der kommunistischen Partei war er bereits ausgeschlossen worden. Dem 63-Jährigen werden unter anderem Amtsmissbrauch und Bestechung vorgeworfen.

Auch die "New York Times" bekam die Reaktion aus China umgehend zu spüren. Die chinesischen Behörden blockierten den Zugang zur Website der Tageszeitung.

ins/DPA
 
 
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