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1. Dezember 2008, 13:11 Uhr

Jagd nach dem Don aus Mumbai

Er ist einer der führenden Gangster Indiens und soll an den Terroranschlägen in Mumbai beteiligt gewesen sein. Er ist in Pakistan untergetaucht und wird mit Al-Kaida in Verbindung gebracht: Dawood Ibrahim. Das Portät eines Verbrechers, der zu einer politischen Zeitbombe geworden ist. Von Christian Parth

Dawood Ibrahim, Mafiapate, Mumbai, Terroranschläge, Bombay

Dawood Ibrahim: Er soll laut Spekulationen in Indien einer der Drahtzieher der Terroranschläge in Mumbai gewesen sein© Credit:AP

Es ist das Glück der Inder, einen der Terroristen lebendig gefasst zu haben. Ajmal Anim sitzt seit dem Wochenende in Haft und soll detailliert darüber berichten, wer hinter den jüngsten Anschlägen von Mumbai steckt, bei denen fast 200 Menschen ums Leben gekommen sind, darunter auch vier Deutsche. Seine Schilderungen kaprizieren sich dabei auf einen Mann, den die Inder schon lange auf dem Radar haben: Dawood Ibrahim, genannt der Don.

Dawood Ibrahim ist einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Und für die Inder dürfte schon jetzt feststehen, dass ihr in Pakistan untergetauchter Landsmann für die blutigen Jagden auf westliche Touristen in den Nobelhotels von Mumbai verantwortlich zeichnet. Der soeben inhaftierte Anim ist laut Medienberichten Mitglied der Terrorgruppe Lashkar-e-Tayyiba, und die hat sich bereits im März dieses Jahres mit Ibrahims berüchtigter Gang "D-Company" zusammen geschlossen. Gemeinsam sollen sie die Terrororganisation Al-Kaida unterstützen.

Dawoods Männer organisierten Überfahrt der Attentäter

So soll es auch dieses Mal gelaufen sein. Indischen Medienberichten zufolge hat Ajmal Amin ausgesagt, dass Dawoods Männer die Überfahrt der zwölf Attentäter in einem Boot vom Hafen des pakistanischen Karachi nach Mumbai organisiert haben sollen. Die Geheimdienste hatten davon offenbar sogar Wind bekommen, eine Warnung an die Küstenwache geschickt und gefordert, insbesondere nach einem pakistanischen Fischerboot Ausschau zu halten. Doch die Terroristen sind ihrer Enttarnung zuvor gekommen: Sie kaperten den indischen Trawler "MV Kuber", töteten die Besatzung und drangen so unerkannt in die Gewässer vor der Küste Mumbais ein. Die Ergreifung Dawood Ibrahims dürfte für die künftigen Beziehungen der beiden Atommächte, die sich seit Jahren in der Provinz Kashmir bekriegen, gerade jetzt von immenser Bedeutung sein. Die Inder bezichtigen ihren Nachbarn schon lange, Terrorakte gegen Indien vorzubereiten. Und sie vermuten ebenfalls seit geraumer Zeit, dass der pakistanische Geheimdienst ISI mit Ibrahim kollaboriert. Nicht umsonst hat die indische Regierung am Wochenende den Chef des ISI nach Neu Delhi zitiert.

"Gefährlichste Mann der Welt"

Auch die Amerikaner machen schon lange Jagd auf Dawood Ibrahim. Und seit nach dem Rücktritt von Präsident Pervez Musharraf in Pakistan der politische Ausnahmezustand herrscht, versuchen nun die USA das Grenzgebiet zu Afghanistan militärisch aufzumischen, um führende Köpfe von Al-Kaida zu erwischen. Dawood gehört selbst zwar nicht unmittelbar der Terrororganisation an, aber laut Informationen aus Indien und den USA nutzt Osama bin Laden die Infrastruktur des muslimischen Mafiapaten, der von Pakistan aus seine Geschäfte delegiert.

In einem 2004 erschienenen Buch nennt Autor Gilbert King den Don gar den "gefährlichsten Mann der Welt". Nach den Anschlägen von Mumbai dürfte der Mann mit dem Leberfleck über dem linken Auge auch in Europa seinen Bekanntheitsgrad gesteigert haben. Vor allem US-amerikanische Behörden würde seine Verhaftung zu Freudentänzen animieren.

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KOMMENTARE (10 von 12)
 
speedbirdsky (02.12.2008, 09:38 Uhr)
auf der suche
nach dem bekannten unbekannten,viel erfolg,lg manfred
Watschdog39 (02.12.2008, 07:50 Uhr)
Immer wenn was
passiert wird eine Person wie ein Hase aus dem Zylinder gezogen.
Wer kannte schon Osama ben Laden vor dem 9.11. ???
Wer kennt den Dawood Ibrahim ???
Ein neues Feindbild, das wir in nächster Zeit vorgeführt bekommen.
Um den Frieden zu wahren kann es nur ein Inder gewesen sein, der das Ganze inszeniert hat.
Und der "heilige" Journalismus berichtet die "WAHRHEIT" , so wie sie sollen und dürfen.
DerExperte (02.12.2008, 06:13 Uhr)
@ Christian Parth
Woher hast du in so kurzer zeit diese detail informationen?????????
Schulse (02.12.2008, 04:27 Uhr)
!!!
Super Artikel! Liest sich wien Politkrimi! Riecht alles schon sehr nach Escobar...
Von diesem Herren wird man wahrscheinlich auch bei uns noch häufiger hören.
keinheiliger (02.12.2008, 03:25 Uhr)
@manesse
Verehrter manesse, einen wichtigen Satz in diesem Artikel haben sie leider total uebersehen. Forist shine hat ihn bereits erwaehnt, er lautet:
“Frueher haben uns die Hindus beleidigt und sich lustig ueber uns gemacht, jetzt aber haben sie Angst vor uns.“ Mit diesem Satz ist ueber Indiens soziale Situation fast alles gesagt.
Er passt aber offensichtlich nicht in ihr Weltbild, was man unschwer an ihrer Behauptung erkennen kann, das “Saddam“, der ehemalige Dikator Iraks ist offensichtlich gemeint, bei den Muslims kollektive Verzueckungen ausgeloest haben soll. Sie meinen offensichtlich damit, das er bei allen Muslimen ueber alle Massen beliebt gewesen sei.
Diese Annahme sollten sie unbedingt noch mal ueberschlafen.
Uebrigens, Jassir Arafat hat einmal den Friedensnobelpreis erhalten, auch wenn das ebenfalls nicht in ihr Weltbild passt. MfG
tagora-sagittara (02.12.2008, 00:13 Uhr)
@manesse
dafür müsste es jetzt nur noch diese Terroristen geben,... weil das nicht der Fall ist,... ist das ganze nur eine traurige Lachnummer!!
.
Merke: "Es gibt keine Terroristen,... es gibt nur Potentate die selbige erfinden um ihre eigene UN`gerechtigkeit zu relativieren!!
manesse (01.12.2008, 23:47 Uhr)
Es bleibt dabei
Ich kann mich noch gut erinnern, wie man in Kairo oder in Palästina durch die Gassen gerannt ist, um für die Menschenschinder Saddam Hussein oder Arafat herumzujohlen. Außerdem lesen man den obigen Artikel genau: Es sind "die Muslime" zu Mumbai gemeint, nicht eine Minderheit, die dort diesen Don als Helden verehren. Ich halte die Verehrung eines Terroristen für ordinär und abgeschmackt, und außerdem für ein Phänomen, das in jüngerer Zeit insbesondere unter Muslimen anzutreffen ist. Auch ist mir noch der massenhafte Jubel unter Muslimen wegen des Anschlags vom 11. September 2001 in Erinnerung. Die Verherrlichung von Terroristen ist in unseren zivilisierten Zeiten in anderen religiösen Gruppen viel weniger üblich. Das schlechte Image des gegenwärtigen Islam resultiert daraus zurecht.
weber671 (01.12.2008, 23:31 Uhr)
@ horst.pachulke
Na, das ist ja mal wieder ein richtiger Brüller von Ihnen.
"Der Mann war Verfechter eines säkulären Staates."
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Der Mann war ein Verfechter seiner Macht. Und ob er dafür die Religion oder die Menschen unterdrücken musste, war im schlichtweg egal.
Das ist ja ungefähr, als würden sie sagen "Saddam war Verfechter der Menschenrechte", weil er es sich besonder gut gehen ließ.
shine (01.12.2008, 23:18 Uhr)
Typisch Manese
Beim zitieren eines einzelnen (!) Muslemen wird nur das für ihn wichitge zitiert. Es ist aber auch folgendes gefallen: "Früher haben uns die Hindus beleidigt und sich lustig gemacht", sagen sie noch heute. "Jetzt aber haben sie Angst vor uns."
Da ist es doch kein Wunder, wenn sich ein so behandelter Mensch den "Don" als "Held" bezeichnet. Dieses Etiket aber gleich auf alle Muslime anzuwenden zeigt nur die "Gesinnung" von Manese...
horst.pachulke (01.12.2008, 23:11 Uhr)
@ manesse:
Saddam Hussein löste bei den Muslimen also "Verzückung" aus. Ich lach' mich tot.

Der Mann war Verfechter eines säkulären Staates. Die radikalen Moslems haben ihn gehasst. Was meinen Sie, was die sich freuen, dass der weg ist. Einzig wer jetzt da ist freut im Irak keinen.
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