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Bitterböser Streit um Piers Morgan

Seit der CNN-Moderator offen schärfere Waffengesetze in den USA fordert, wird er zur Hassfigur vieler Pumpgun-Liebhaber. Seine Fans starteten eine Gegenoffensive.

Von Thomas Schmoll

  Überlegt, seine Show künftig von Jamaika aus zu moderieren: CNN-Moderator Piers Morgan

Überlegt, seine Show künftig von Jamaika aus zu moderieren: CNN-Moderator Piers Morgan

  • Thomas Schmoll

Als bekannt wurde, dass ihn die Waffenlobby der USA aus dem Land schmeißen will, fragte Piers Morgan über Twitter: „Wenn ich aus Amerika abgeschoben werde, weil ich weniger Morde durch Schusswaffen will – gibt es dann andere Länder, die mich aufnehmen wollen?" Seither erhielt der Brite aus fast allen Kontinenten Angebote für mögliche Exilorte. Aus Australien. Aus Afrika. "Sierra Leone, wir werden Sie ernähren, gutes Wetter & geben Ihnen einen Fernseher zum Premier-League-Schauen." Asien meldete sich: "Malysia braucht Sie hier, Sir!" Aus einer früheren britischen Kolonie wurde eine Offerte getwittert: "Komm nach Indien. Dein Kricket-Team hat uns das Leben schon schwer genug gemacht. Du kannst nicht viel falsch machen." Europa ist auch dabei. "Sie könnten nach Frankreich kommen. Aber ich bin nicht sicher, ob wir bereit sind für Sie. Wir haben kein Kricket", schreibt ein Follower. Ein anderer: "Komm nach Finnland. Wir trinken Bier und kämpfen mit Eisbären." Die Frage, ob schon eine Einladung aus Deutschland vorliegt, verneinte Morgan. Dafür traf ein Rat aus dem Nachbarland der USA ein. "Sie sollten nach Kanada kommen. Wir haben Grillen und Bieber." Ein Wortspiel. Das englische Wort "Cricket" bedeutet auch "Grille". Morgan antwortete: "Nicht die Art von Kricket."

Aber es gibt auch diejenigen, die es verdammt ernst meinen und den Journalisten loswerden wollen. Steve Finley ist so einer. Als künftigen Aufenthaltsort für den TV-Mann schlägt der Air-Force-Veteran den Nordpol vor. "Würden Sie das Iglu beisteuern?", fragt Morgan und erhält eine bissige Antwort "Ja - und einen Polarbären." Alex Jones beschreibt sich als Kämpfer "für Freiheit und Unabhängigkeit von ausländischen Bankstern", sprich: Börsenspekulanten ohne jede Moral. Er denkt, dass die Medien in der von Morgan angeschobenen Debatte um schärfere Regeln für Waffenbesitz absichtlich verschweigen, dass frühere Schulmassaker von "Waffenbesitzern gestoppt" worden seien. Dass immer mehr Menschen die Petition unterzeichnen, in der die Ausweisung des Briten verlangt wird, betrachtet Jones als Ausdruck sinkender Popularität des Moderators. Inzwischen sind es mehr als 80.000. Ab 25.000 Unterstützer muss sich die Regierung in Washington mit einer Bürgerinitiative befassen. Amerika hat über 300 Millionen Einwohner. Der britische Kolumnist Tony Parsons sagt: "Tausende Amerikaner wollen Piers Morgan abschieben für seine Aussage, Amerika hat zu viele Gewehre. Und Millionen Amerikaner sind an seiner Seite."

Statement soll Zusatzartikel der US-Verfassung verletzen

Alex Jones findet, das US-Recht lasse gar nichts anderes zu, als den CNN-Mann nach Hause zu schicken. "Mach nur, du Trottel", twitterte Piers Morgan. Und an alle: "Fröhliche Weihnachten. Auch denen, die mich abschieben wollen." Der Journalist ist bekannt für klare Worte, Ironie, Sarkasmus und Arroganz. In einer Sendung nach dem Schulmassaker von Newport beschimpfte er einen Lobbyisten der Waffenhersteller als "unvorstellbar dummen Mann". Und: "Sie haben überhaupt kein schlüssiges Argument, Sie scheren sich einen Dreck um die Zahl der Waffenmorde in Amerika." Auf diesem Zitat gründet sich das Ersuchen, Morgan "sofort" abzuschieben. Die Unterstützer der Petition, die von einem Kurt N. aus Austin in Texas initiiert wurde, betrachten das Statement als Verletzung des zweiten Zusatzartikels der US-Verfassung von 1791, in der den US-Bürgern das Recht auf Besitz und Tragen von Waffen garantiert wird. Der Brite hält dagegen: "Das sinnlose Morden muss ein Ende haben."

Seit Piers Morgan in seiner Sendung ausgerastet ist, streitet Amerika über den Briten. Der Konflikt rüttelt an den Grundfesten und am Selbstverständnis der größten Volkswirtschaft der Welt. Die einen vergöttern den Briten als Vorkämpfer für eine friedlichere USA, die anderen hassen ihn als Wegbereiter in Richtung Untergang. Der Zoff hat bitterböse Formen angenommen, trägt aber auch groteske Züge. Vordergründig wirkt es inzwischen so, dass sich die Debatte vor allem um Piers Morgen dreht, ob er bleiben kann oder in seine Heimat zurück muss. Natürlich wird Barack Obama den Journalisten nicht abschieben lassen. Morgan unterstützt das Anliegen des US-Präsidenten, die Gesetze zu verschärfen. Dabei geht es längst nicht um ein weitgehend vollständiges Verbot von Waffen in Privatbesitz nach europäischem Vorbild, sondern um Einschränkungen, ohne dass nach Meinung der Befürworter die Verfassung geändert werden müsste. Der CNN-Talkmaster twitterte: "Raff dich auf, Amerika. GENUG. Verbiete Sturmgewehre & große Magazine und setze lückenlose Überprüfungen aller Waffenkäufe durch."

Meinungsfreiheit gegen Waffenrecht

Der Streit tangiert auch ein weiteres Grundrecht: das auf Meinungsfreiheit. Auch hier fliegen die Fetzen. Ironischerweise wollten ihn seine Gegner "wegen eines Angriffs auf den zweiten Zusatzartikel der Verfassung abschieben". Piers Morgan fragte: "Ist meine Meinung nicht vom ersten Zusatzartikel gedeckt?" James Taranto, Kolumnist beim "Wall Street Journal", hält dagegen: "Ihre Meinung ist geschützt, ihr Aufenthalt in den Vereinigten Staaten nicht." Taranto beruft sich auf ein Urteil des obersten Verfassungsgerichts der USA von 1972. Damals wurde der in Frankfurt/Main geborene, marxistische Ökonom und Journalist Ernest Mandel wegen "arnachistischer Umtriebe" ausgewiesen. Das allerdings war in der Zeit des Kalten Krieges. In Blogs und Foren geht es mitunter einen Zahn schärfer zu in der Debatte um Morgan. Da werden Kommunisten und Waffenhasser davor gewarnt, dass bei stärkerer Kontrolle ein "furchtbarer Alptraum losgetreten" werde, da die zig Millionen Waffen in dem Land in falsche Hände gerieten.

Auch aus der Waffenlobby kommen martialische Töne. Der Chef der Nationalen Waffenvereinigung, David Keene, meinte im TV-Sender CBS: "Ich sage nicht, dass jeder in psychischer Behandlung ein potenzieller Killer ist. Ich sage nicht, dass jeder, der Videos guckt, ein potenzieller Killer ist. Das stimmt nicht. Aber genauso wenig stimmt, dass jeder, der eine Waffe besitzt, ein potenzieller Killer ist." Auf der Internetseite der US-Regierung für Bürgerinitiativen sind Lobbyisten und Waffennarren schwer aktiv. Die Anti-Morgan-Eingabe ist nicht die einzige, die viele tausend Unterstützer hat. Daran ist gut abzulesen, wie sehr die Hersteller und Besitzer von Gewehren, Revolvern und Pistolen aller Art in Aufruhr sind. In Petitionen werden alle Bemühungen für Verbote privaten Besitzes von Sturmgewehren und Pumpguns abgelehnt, der strikte Schutz von Waffeneigentum unter dem zweiten Zusatzartikel sowie die Schaffung "waffenfreier Zonen für Politiker" gefordert, die für "waffenfreie Zonen in Schulen" und scharfe Gesetze seien. Die Waffenlobby macht sich zudem stark für ein Schutzprogramm an Schulen, an denen "gut trainierte, bewaffnete Wächter unsere Kinder schützen". Der Vizepräsident des Lobbyverbandes, Wayne LaPierre, meinte: "Das einzige, was einen bösen Menschen mit einer Waffe aufhält, ist ein guter Mensch mit einer Waffe."

Briten sammeln Gründe gegen Ausweisung

Inzwischen hat sich auch die Gegenbewegung formiert. Eine Petition hat das Ziel, Piers Morgan in den USA zu behalten. "Es gibt zwei sehr gute Gründe für das Anliegen. Erstens, der erste Verfassungszusatz. Zweitens und wichtiger: Niemand im Vereinigten Königreich will ihn zurück. Aktuell besteht ein dritter Grund. Es wird urkomisch sein zu sehen, wie viele Amerikaner zornig reagieren." Der Antrag hat bislang mehr als 3000 Unterstützer gesammelt. Ein weiterer hebt auch auf den ersten Zusatzartikel zur Meinungsfreiheit ab, ist aber wesentlich ernster formuliert. Im Netz tobt ein aberwitziger Streit um die "Rücknahme" Morgans. Unter dem Hashtag "dontsendpiersback" (schicktpiersnichtzurück) schreiben Briten, warum Morgan besser in den USA bleiben solle. Jeremy Clarkson, ein populärer Kollege des CNN-Mannes, erklärte: "Amerikaner, es benötigte 40 Jahre, Piers Morgan loszuwerden. Bitte schicken Sie ihn nicht zurück." Ein anderer User twittere, der Landsmann sei nicht willkommen, es sei denn, er erscheine "in einem orangefarbenen Overall und Fußfesseln". In den USA müssen Gefängnisinsassen organgene Overalls tragen, damit sie im Falle einer Flucht leicht zu erkennen sind.

Auf dem internationalen überparteilischen Portal für Petitionen change.org wandte sich "Hackergate" an die britische Regierung, eine Rückkehr Morgans nicht zuzulassen. "Wir sind ihn einmal los und warum sollten wir ihn wieder ertragen. Die Amerikaner wollten ihn, nun sollten sie ihn auch beherbergen." Hinter den Absagen an Morgan in Großbritannien steckt nicht nur Spaß. Einige seiner Landsleute glauben, dass er in den Abhörskandal der britischen Presse stärker vestrickt gewesen sei, als er es einräume. Von 1989 bis 1994 war Morgan bei der "Sun", danach kurzzeitig Chefredakteur der "News of the World" und zwischen 1995 und 2004 Chefredakteur des "Daily Mirror". Er habe als Chef beider Blätter keine Lauschangriffe auf Prominente angeordnet oder davon gewusst. Eine Kommission schenkte seinen Angaben Vertrauen. Einer der Zweifler ist der Journalist Steven Nott, der in den Skandal verwickelt war. Die britische Presse bezeichnet ihn als Whistleblower in der Sache. Nott betreibt die Internetseite von "Hackergate". Er nennt Morgan "arrogant und unhöflich". So habe der Kollege den Schauspieler Hugh Grant einen "langweiligen kleinen Mann" genannt, sagte Nott dem konservativen US-Newsportal "Daily Caller". Dabei sei Morgan der "langweilige kleine Mann". Für den Fall, dass die Amerikaner ihn tatsächlich rausschmeißen und die Briten ihn nicht mehr aufnehmen, hat Piers Morgan schon eine Idee. "Ich denke daran, meine CNN-Show von Jamaika aus zu moderieren."

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