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14. April 2007, 11:47 Uhr

Kreml-Kritiker Kasparow festgenommen

Bei einer nicht genehmigten Oppositionskundgebung in Moskau hat die Polizei den früheren Schachweltmeister Garri Kasparow festgenommen. Die Demonstration hat sich derweil ins Zentrum der russischen Hauptstadt verlagert.

Wurde beim Marsch der Dissidenten festgenommen: Garri Kasparow© Alexander Zemlianichenko/AP

Der russische Schachweltmeister und Oppositionsaktivist Garri Kasparow ist in Moskau festgenommen worden, weil er an einer verbotenen Demonstration gegen die Regierung teilnehmen wollte. Die Sicherheitskräfte hätten Kasparow in Gewahrsam genommen, als er mit der U-Bahn zum Protestmarsch fahren wollte, sagte seine Sprecherin. Die Polizei nahm in Moskau am Samstag mehrere Dutzend weitere Menschen fest, darunter drei Reuters-Mitarbeiter, die über die geplanten Proteste berichten wollten.

Im Zentrum der Hauptstadt waren hunderte Polizisten im Einsatz, viele trugen Helme und kugelsichere Westen. Am Straßenrand standen zahlreiche gepanzerte Einsatzwagen. Die Polizei kontrollierte zudem Passanten. Später zogen zogen mehrere tausend Menschen mit Fahnen der Oppositionsparteien in Richtung Turgenjew-Platz, wo die Abschlusskundgebung geplant war. "Wir wollen ein anderes Russland" und "Russland ohne Putin", riefen die Demonstranten. Am Straßenrand sei unterwegs keine Polizei zu sehen, berichteten Augenzeugen.

Von den Behörden verboten

Die Verwaltung der Hauptstadt hatte die Demonstration vom Bündnis "Anderes Russland" verboten. Auch eine für Sonntag in St. Petersburg geplante Demonstration ist von den örtlichen Behörden untersagt worden. Beobachter fürchteten, dass es bei den Märschen wie in der jüngsten Vergangenheit zu Ausschreitungen kommen könnte.

Bereits am Freitag nahm die Polizei nach Angaben Gegnern der Regierung dutzende Oppositionsanhänger fest, als sie Flugblätter verteilten oder sich auf den Weg nach Moskau machen wollten. Der Kreml bezeichnet die Regierungskritiker als Extremisten, die die politische Stabilität in Russland gefährden wollten. Putin stellt sich bei der Präsidentenwahl 2008 nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Abstimmung. Es wird aber erwartet, dass er seinen Favoriten für die Position rechtzeitig in Stellung bringt.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Raknarak (16.04.2007, 10:01 Uhr)
Na Frau Merkel
Wird man hierzu auch mal etwas von Ihnen hören? Oder ist Ihre sozialistische Vergangenheit noch zu sehr der Bestandteil Ihres Lebens?
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