15. September 2012, 19:32 Uhr

Minister Friedrich will Ausstrahlung von Mohammed-Video verhindern

Die rechtsextreme Partei "Pro Deutschland" will das islamfeindliche Schmähvideo in voller Länge in Berlin zeigen. Innenminister Friedrich warnt, die Gruppierung gösse "grob fahrlässig Öl ins Feuer".

Google, Youtube, Mohammed-Video, Schmäh-Film, Proteste,

Der Film sorgt für Aufruhr in der arabischen Welt: eine Szene aus "Die Unschuld der Muslime"©

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat angekündigt, "mit allen rechtlich zulässigen Mitteln" gegen die geplante Vorführung des islamfeindlichen Films "Die Unschuld der Muslime" in Deutschland vorzugehen. Gegenüber dem "Spiegel" kritisierte Friedrich die Veröffentlichung eines Werbetrailers für den Film auf der Website der rechten Gruppierung "Pro Deutschland". Derartige Organisationen wollten die Islamisten in Deutschland provozieren und gössen damit "grob fahrlässig Öl ins Feuer", sagte der Innenminister.

"Pro Deutschland"-Chef Manfred Rouhs beharrte gegenüber dem "Spiegel" darauf, er wolle den umstrittenen Film in voller Länge in Berlin zeigen. Dabei gehe es der Gruppierung "um die Kunst- und Meinungsfreiheit".

Seit Dienstag gibt es in zahlreichen muslimischen Ländern gewalttätige Proteste gegen den islamfeindlichen Film. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi am Dienstag starben der US-Botschafter und drei Mitarbeiter sowie mehrere libysche Sicherheitsleute. Am Freitag wurden bei Protesten in Ägypten, Tunesien, dem Libanon und dem Sudan sowie weiteren Ländern mehrere Menschen getötet. Auch die deutsche Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt Khartum wurde angegriffen und angezündet.

kbe/AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Angriffe auf Botschaften Google lehnt Sperrung des Mohammed-Videos ab

Die Wut über das Schmähvideo ist in den arabischen Ländern zu einem grenzenlosen Hass auf die westliche Welt angewachsen. Trotz Drohungen der al Kaida hält Google an dem Film fest.

Proteste gegen Mohammed-Schmähvideo Entspannung in Ägypten - Krawalle in Sydney

Ein Trailer zu einem anti-islamischen Schmähfilm hat in Ländern der arabischen Welt gewaltsame Proteste ausgelöst. Während in Ägypten langsam Ruhe einkehrt, flammt die Gewalt in Sydney auf.

Angriffe auf westliche Botschaften FBI verhört mutmaßlichen Hassvideo-Regisseur

Er provozierte die Wut der Islamisten: US-Beamte vernehmen den mutmaßlichen Drahtzieher des Mohammed-Films. Laut Medienberichten hat er möglicherweise gegen Bewährungsauflagen verstoßen.

Angriffe auf Botschaften Internationale Gemeinschaft verurteilt Gewaltserie

Der Zorn über das islamfeindliche Hetz-Video ist grenzenlos und richtet sich vor allem gegen westliche Botschaften. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Attacken, sie seien "nicht zu rechtfertigen".

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?