Startseite

Republikaner-Aufstand gegen Donald Trump

Die Republikaner haben Angst vor ihrem eigenen Präsidentschaftsanwärter. Donald Trump werde "Amerika weniger sicher machen und unser Ansehen in der Welt vermindern", heißt es in einem Brandbrief etlicher konservativer US-Politiker.

Donald Trump gilt als aussichtsreichster Bewerber für die Kandidatur der Republikaner

Donald Trump gilt als aussichtsreichster Bewerber für die Kandidatur der Republikaner

Mindestens 70 US-Außenpolitiker der Republikaner haben sich in einem gemeinsamen Brandbrief gegen eine Präsidentschaftskandidatur des Milliardärs Donald Trump ausgesprochen. "Herr Trumps Äußerungen lassen uns zu dem Schluss gelangen, dass er als Präsident die Autorität seines Amtes nutzen würde, um auf eine Weise zu handeln, die Amerika weniger sichermachen und die unser Ansehen in der Welt vermindern würde", heißt es in dem im Internet veröffentlichten Schreiben. Zudem stelle Trumps Auffassung, wie ein Präsident gegen Widersacher vorgehen dürfe, eine "deutliche Bedrohung der Bürgerrechte in den USA" dar. Die Unterzeichner, zu denen Ex-Weltbank-Chef Robert Zoellick oder Ex-Heimatschutzminister Michael Chertoff zählen, hielten fest, als "treue Republikaner" sei es ihre Aufgabe, "die Wahl von jemanden zu verhindern, der so völlig unpassend für das Amt ist". Trump wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück.

Die Initiatoren veröffentlichten den Brief nach Trumps Siegeszug bei den Vorwahlen am Dienstag, mit dem er seine Rolle als Favorit auf die Kandidatur der Republikaner für die Präsidentenwahl festigte. Während der 69-Jährige mit seinen konfrontativen Auftritten und populistischen Äußerungen bei vielen an der Parteibasis gut ankommt, befürchtet insbesondere die Führung der Republikaner, dass mit ihm die landesweite Abstimmung im November gegen die Demokraten nicht zu gewinnen ist, weil seine Ansichten nicht mehrheitsfähig sind. Das republikanische Establishment versucht deshalb fieberhaft, Trumps Durchmarsch bei den Vorwahlen doch noch aufzuhalten.

"Ich arbeite eher für Kim Jong-un als für Trump"

Der Brief erteilt einer ganzen Reihe von Trumps außenpolitischen Vorschlägen eine Absage, etwa auf Kosten Mexikos eine Mauer entlang der Grenze zu den USA zu bauen. Auch Trumps anti-muslimischen Kommentare werden zurückgewiesen. Max Boot, einer der Unterzeichner und außenpolitischer Berater des 2012 gescheiterten Kandidaten Mitt Romney, sagte, er würde eher für Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un arbeiten als für Trump. "Ich glaube, Donald Trump ist objektiv gefährlicher als Kim Jong Un und weniger stabil."

Überwiegend wurde der auf dem Politikblog War on the Rocks veröffentlichte Brief von Vertretern des moderaten als auch des neokonservativen Parteiflügels unterschrieben, die für eine starke internationale Rolle der USA eintreten und von denen viele während der Präsidentschaft von George W. Bush zwischen 2001 und 2009 wichtige Ämter innehatten. Nicht dabei waren Parteigrößen wie die Ex-Außenminister Condoleezza Rice und Colin Powell. Ob sie gefragt wurden, sich zu engagieren, war nicht klar.  

Romney: "Seine Versprechen so wertlos wie Abschluss an Trump-University"

Derweil rief der Republikaner-Kandidat des Jahres 2012, Mitt Romney, am Donnerstag dazu auf, keinesfalls Trump für die Kandidatur zu nominieren. Der Immobilien-Milliardär aus New York sei "ein Trugbild", sagte Romney laut einer in Auszügen vorab veröffentlichten Rede an der Universität von Utah.

"Seine Versprechen sind so wertlos wie ein Abschluss an der Trump University", sagte er mit Blick auf die Vorwürfe, Trump habe an seiner "Universität" bis zu 5000 Studenten betrogen. "Seine Innenpolitik würde in die Rezession führen. Und seine Außenpolitik würde Amerika und die Welt unsicherer machen", sagte Romney und fügte hinzu: "Er hat weder die Veranlagung noch das Urteilsvermögen, um Präsident sein zu können."

fin/Reuters/DPA
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools