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Ist Donald Trump gar nicht der Fiesling, der er vorgibt zu sein?

Alles nur Show, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. So in etwa rechtfertigt Donald Trump nun seine rhetorischen Rohheiten. Ob Provokation oder ernst gemeint - seine Ausfälle verrohen den US-Wahlkampf wie nie.

Donald Trump mäßigend

Alles halb so wild? Abseits der Öffentlichkeit tut Trump so, als dienten seine Verbal-Keulen nur der Show

Vor vielen Jahren soll Donald Trump einmal gefragt worden sein, ob er sich vorstellen könne, für das Amt des US-Präsidenten zu kandidieren. Ja, antwortete der, aber nur für die Republikaner, denn deren Wählern könne man einfach alles erzählen. Sprich: Die Wähler der Konservativen sind leicht zu beeindruckendes Stimmvieh. Oder anders gesagt: Sind seine Verbalausfälle und Beleidigungen der letzten Monate nur Show? Meint es Trump gar nicht so?

"Ich haue einen raus und die Leute flippen aus"

Zufälligerweise genau an dem Tag, an dem die ersten Vorwahlen beginnen, es also ernst wird, lässt die "New York Times" durchsickern, dass der rabiate Populist seine Hasstiraden nur dazu nutze, um Aufmerksamkeit zu erregen. Das Blatt zitiert ihn mit den Worten: "Wissen sie, wenn es etwas langweilig wird, wenn ich sehe, dass einige Leute dabei sind zu gehen, dann haue ich so etwas raus wie: 'Wir werden eine Mauer errichten' - schon flippen die Leute aus." 

Mit seinen Provokationen, die oft genug üble Diffamierungen sind ("Sie sind Kriminelle und Vergewaltiger" - über Mexikaner. "Überall aus ihr kam Blut heraus" - über die TV-Moderatorin Megyn Kelly) hat es Donald Trump an die Umfragespitzen geschafft, wo er sich erstaunlicherweise schon seit Monaten hält. Jeder andere Kandidat in früheren Wahlkämpfen hätte angesichts solcher Entgleisungen schon längt jede Ambition auf das höchste Amt im Staat fahren lassen müssen. Nicht so Trump, dessen brutale Rhetorik den rechten Rand immer weiter anpeitscht - und so den gesamten Wahlkampfsound auf bislang unbekannte Weise verrohen lässt.

Jetzt bekommt Trump Ärger mit den Christen

Kurz vor der ersten Vorwahl in Iowa droht Donald Trump dennoch Gefahr - aus dem Lager der Christen. Denn den tiefgläubigen Menschen in dem Agrarstaat ist Donald Trump nicht christlich genug - und sein größter Konkurrent Ted Cruz ist nicht nur Sohn eines Predigers, sondern auch öffentlichkeitswirksam bibelfest. Keine 24 Stunden vor dem Caucus genannten Wahlverfahren veröffentlichte eine Gruppe konservativer Frauen, die sich für das Verbot der Abtreibung einsetzt, einen Anti-Trump-Aufruf: "Wählt einen anderen Kandidaten", heißt es darin. Denn Trump stehe nicht klar genug hinter christlichen Werten wie Ehe, Familie und Schutz des ungeborenen Lebens. Tatsächlich hatte sich Trump vor Jahren noch für das Recht auf Abtreibung eingesetzt, war aber mit Blick auf seine Wahlchancen bei den Konservativen vor kurzem ins gegnerische Lager gewechselt.

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