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Lügner und politischer Wirrkopf - so genial entlarvt ein US-Komiker Donald Trump

Donald Trump im Weißen Haus - für viele eine Horrorvorstellung. Wie man den Milliardär mit der Föhnwelle wirksam bekämpft, hat jetzt der Komiker John Oliver gezeigt: mit einem Faktencheck und einem Hashtag.

Donald Trump

Plädiert für Kriegsverbrechen: Donald Trump während einer Rede in Radford in Virginia

Der Super Tuesday steht bevor, in zwölf US-Bundesstaaten stimmen die Wähler über die Präsidentschaftskandidaten ab. Bei den Republikanern ist Donald Trump Favorit. Sollte er gewinnen, wird er so gut wie sicher als Kandidat der Konservativen in das Präsidentschaftsrennen gehen. Für viele in den USA und auch im Rest der Welt ist das eine Horrorvorstellung.

John Oliver ist da keine Ausnahme. Der Satiriker, der die Late-Night-Show "Last Week Tonight" moderiert, hatte Trump bislang nicht zum Thema seiner Sendung gemacht, weil er ihm keine mediale Aufmerksamkeit geben wollte und seine Kampagne wohl für einen Witz hielt. Doch jetzt nahm er sich den Milliardär mit der markanten Fönwelle vor und lieferte eine geniale Show aus Komik und Aufklärung. Wer Munition für Argumente gegen Trump braucht, wird hier fündig. Oliver nahm Trump mit einem Faktencheck nach allen Regeln der Kunst auseinander.

Donald Trump ist unberechenbar und unterhaltsam

"Trump ist Amerikas Leberfleck, vor einem Jahr schien er harmlos zu sein, jetzt ist er aber so viel größer geworden, dass es nicht sehr vernünftig wäre, ihn länger zu ignorieren", sagt Oliver zu Beginn der Show. Und er gesteht: "Ich verstehe, warum ihn seine Anhänger mögen. Er ist unberechenbar und unterhaltend." Und: "Er sagt, was die Leute hören wollen."

Trump sei der Kandidat für diejenigen, die sich vom Parteien-Establishment angewidert abgewendet hätten, so Oliver weiter. Dann erzählen Trump-Anhänger in einem Film-Einspieler, warum sie den 69-jährigen Milliardär für einen vertrauenswürdigen Mann halten. Er sage die unverfälschte Wahrheit, er finanziere seine Kampagne selbst und sei deshalb unabhängig, er sei ein starker Mann und er stehe für Erfolg.


In der Folge nimmt Oliver die Argumente systematisch auseinander. Zum Beispiel überprüfte die Website PolitiFact 77 seiner Behauptungen. 68 Prozent seien demnach schlicht falsch oder so gut wie falsch.

Trump finanziert sich nicht selbst

Zur finanziellen Unabhängigkeit informiert Oliver: "Es ist wahr, dass er keine Gelder aus der Wirtschaft bekommt, aber die Schlussfolgerung, dass er persönlich 20 bis 25 Millionen Dollar gespendet hat, ist ein wenig übertrieben, weil er sich lediglich 17,5 Millionen selbst geliehen hat. Persönlich hat er nur 250.000 Dollar gegeben. Und das ist wichtig, weil er sich die geliehene Summe bis zum Parteitag selbst zurückzahlen kann - mithilfe der Kampagnen-Fonds."

Auch das Image als "tough guy" ist so eine Sache. "Für einen harten Kerl ist er unglaublich dünnhäutig", so Oliver. Als ein Magazin Ende der Achtzigerjahre sich mal über Trumps angeblich kurze Finger lustig gemacht habe, hätte der einen Brief an den Herausgeber mit einem Foto geschickt, auf dem ein Kreis zu sehen gewesen wäre. Trump hätte den Umfang seiner Hand gezeichnet und dazu geschrieben: "Sieh, nicht so kurz." In Bezug auf seinen geschäftlichen Erfolg weist Oliver daraufhin, dass Trump von seinem Vater ein Millionenerbe erhalten, viele Pleiten produziert und Geld verbrannt habe.


Oliver entlarvt den Mann mit der Bräunungscreme im Gesicht als Lügner und als widersprüchlichen Menschen mit schwankenden Ansichten: "Mal ist er gegen Abtreibung, mal dafür, gegen Waffenverbote oder dafür, mal will er syrische Flüchtlinge ins Land holen, dann sie wieder deportieren." Noch schlimmer ist, dass er in einem TV-Interview forderte, auch die Familien von IS-Terroristen auszulöschen. "Der führende republikanische Präsidentschaftskandidat plädiert für ein Kriegsverbrechen", kommentiert Oliver bissig.

Aus Trump soll Drumpf werden

Nachdem er noch misslungene Bauvorhaben und Pleiten Trumps aufgezählt hat, kommt Oliver zum Schluss. Es sei vor allem Trumps Name, sein Ruf, der so mächtig auf die Leute wirke. Deshalb müsse man den Namen von der "Person trennen, die er wirklich ist". Olivers Vorschlag: Trump solle wieder mit dem Namen bezeichnet werden, den einst sein Großvater trug, als er aus Deutschland in die USA auswanderte: Drumpf. Das sei nicht so magisch und klinge eher wie eine Taube, die gegen eine Glasscheibe fliege. In Anspielung auf den Trump-Wahlslogan "Make America Great Again" schlägt Oliver deshalb den Hashtag #makedonalddrumpfagain vor. Dieser wurde seitdem tausendfach geteilt.


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