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Hochmut und Penisvergleich: Trump blamiert sich bei TV-Debatte

Donald Trumps Hochmut und Arroganz sind seine Gegner und Rivalen längst gewohnt. In der jüngsten TV-Debatte unterbot Trump sein Niveau sogar noch. Die Kandidaten gingen aufeinander los.

Donald Trump hat sich einmal mehr unbeliebt gemacht

Donald Trump hat sich einmal mehr unbeliebt gemacht

Bei einer neuen Fernsehrunde der republikanischen Präsidentschaftsbewerber ist es am Donnerstagabend in den USA erneut hoch hergegangen: Der rechtspopulistische Milliardär Donald Trump, der das Bewerberfeld klar anführt, wurde von seinen Rivalen in der Runde des Senders Fox News in Detroit hart attackiert. Vorrangig ging es dabei um seine Geschäftsaktivitäten. Trump selbst schockierte bei der Debatte mit einer obszönen Anspielung.

Senator Marco Rubio stürzte sich sofort auf den Werdegang von Trump als Geschäftsmann. Mit Verweis auf die Pleiten mancher seiner Casinos und fehlgeschlagene Unternehmungen des Trump-Imperiums versuchte Rubio, das Image von Trump als erfolgreicher Geschäftsmann kaputt zu machen: "Sie haben in ihrem Leben nie jemanden angestellt", antwortete Trump. "Ich habe Zehntausenden Menschen eine Stelle gegeben."

"Dieser kleine Junge verbreitet Lügen über mich"

"Dieser kleine Junge verbreitet ständig Lügen über mich", sagte Trump über Rubio und nannte ihn mehrfach "kleiner Marco". "Wir werden die Partei Lincolns und Reagans nicht an jemanden aushändigen, der keine konservativen Werte teilt", gab Rubio zurück. Er gilt als jener Bewerber, der am ehesten die Linie des Partei-Establishments vertritt. "Donald Trump hat die Korruption in Washington jahrelang unterstützt", sagte der erzkonservative Kandidat Ted Cruz über Trump. "Herumzubrüllen und zu fluchen, macht einen noch nicht zu einem starken Mann."

Der erzkonservative Senator Ted Cruz erinnerte daran, dass Trump zehn Schecks für verschiedene Kampagnen der Demokratin Hillary Clinton in der Vergangenheit ausgestellt habe. "Das war wegen der Geschäfte", rechtfertigte sich Trump. Schwierigkeiten bekam Trump auch bei seiner als besonders hart bekannten Haltung zur Einwanderung. Angeblich soll Trump der Zeitung "New York Times" im Hintergrundgespräch gesagt haben, dass er bei der Frage der illegalen Einwanderer flexibel wäre, obwohl er öffentlich verkündet hatte, sie ausweisen zu wollen. 

Trotz Drucks von allen Seiten weigerte sich Trump mehrfach, der Zeitung zu erlauben, die Aufnahmen zu veröffentlichen. "Ich habe einen sehr soliden Kern", sagte Trump dazu. "Aber ich habe noch nie gesehen, dass jemand ohne eine gewisse Flexibilität erfolgreich ist."

Trump macht Anspielungen auf seinen Penis

Die harten gegenseitigen Attacken und Angriffe der verblieben vier republikanischen Präsidentschaftsbewerber bei der TV-Debatte - neben Trump, Cruz und Rubio noch der Gouverneur John Kasich - erinnerten an den Schlagabtausch von Mitte Februar. Diesmal schaffte es Trump, das Niveau aber noch einmal zu unterbieten: durch eine obszöne Anspielung auf seine eigenen Genitalien. Trump bezog sich auf einen Vorwurf von Rubio, wonach er kleine Hände habe. Dazu sagte er: "Wenn sie klein sind, dann muss auch etwas anderes klein sein. Ich garantiere Ihnen, da gibt es kein Problem." Offensichtlich bestürzt über das Niveau der Debatte, hob Kasich erneut hervor, dass er der Vernünftigste der Kandidaten sei.


Die TV-Debatte war der Abschluss eines bewegten Tages für die Republikaner. Nachdem der von der Parteiführung lange nicht ernst genommene Milliardär nach Vorwahlen in 15 der 50 Bundesstaaten bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag klar vorne liegt, hatte der einflussreiche Republikaner Mitt Romney am Donnerstag eindringlich vor Trump gewarnt. Der Milliardär habe "weder das Temperament noch das Urteilsvermögen" für das Präsidentenamt, sagte Romney. Er warf Trump auch charakterliche Schwächen vor und mokierte sich über gescheiterte unternehmerische Projekte des Geschäftsmanns: Trumps wirtschaftspolitische Ideen würden das Land in eine "lange Rezession" stürzen, warnte Romney.


jen/AFP
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