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Trump greift Cruz wegen kanadischer Herkunft an

Donald Trump und Ted Cruz gelten als aussichtsreichste Präsidentschaftsbewerber der Republikaner. In einer TV-Debatte lieferten sie sich nun einen heftigen Schlagabtausch. Einig waren sie sich nur in ihrer Kritik an Barack Obama.

Donald Trump und Ted Cruz während der TV-Debatte

Donald Trump stellte während der Debatte auch Ted Cruz' US-Staatsbürgerschaft in Frage 

Gut zwei Wochen vor Beginn der US-Vorwahlen haben sich die republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und Ted Cruz einen heftigen Schlagabtausch geliefert. Cruz, der im ersten Vorwahlstaat Iowa mit Trump gleichauf liegt, warf dem New Yorker Milliardär bei einer Fernsehdebatte fehlende konservative Werte vor. Trump wiederum stellte in Frage, ob der in Kanada geborene Cruz überhaupt Präsident werden dürfe.

Der Immobilientycoon stehe für die um "Geld und Medien" kreisenden liberalen Großstadtwerte New Yorks, sagte Cruz am Donnerstagabend (Ortszeit) in North Charleston. Dazu zähle die Unterstützung von Abtreibung und Homoehe. Im ländlich geprägten Iowa kam der Senator in jüngsten Umfragen laut der Webseite realclearpolitics.com im Schnitt auf 26,9 Prozent, Trump erreichte 27,3 Prozent.

Donald Trump zweifelt Ted Cruz' US-Staatsbürgerschaft an

Trump nannte die Äußerungen "sehr beleidigend" für die New Yorker, die ihre Stadt nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wieder nach vorne gebracht hätten. Im Gegenzug zweifelte er an, dass Cruz die rechtlichen Voraussetzungen für die Präsidentschaft erfülle. "Über deinem Kopf schwebt ein großes Fragezeichen", sagte er. "Das kannst du der Partei nicht zumuten."

Der 45-jährige Cruz ist im kanadischen Calgary als Sohn einer US-Bürgerin und eines Kubaners zur Welt gekommen. Der Senator erklärte, dass die Gesetze in dieser Sache klar seien: "Das im Ausland geborene Kind eines US-Bürgers ist von Geburt an US-Staatsbürger." Trump entgegnete, dass mehrere Verfassungsrechtler anderer Ansicht seien. Sollte Cruz die Nominierung der Republikaner gewinnen, würden die Demokraten umgehend eine Klage anstrengen.

Trump konnte Vorsprung weiter ausbauen

Am 1. Februar macht Iowa den Auftakt bei den Vorwahlen, die sich bis in den Frühsommer hinziehen. Offiziell küren Republikaner und Demokraten ihre Kandidaten bei den Nominierungsparteitagen im Juli, die Präsidentschaftswahl findet am 8. November statt. Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten, bei seinen Demokraten gilt die frühere Außenministerin Hillary Clinton als große Favoritin.

Im republikanischen Bewerberfeld konnte Trump einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des "Wall Street Journal" und des Fernsehsenders NBC zufolge seinen Vorsprung zuletzt ausbauen. Der Milliardär liegt demnach mit 33 Prozent Zustimmung landesweit, 13 Prozentpunkte vor Cruz.

Der Senator Marco Rubio kommt auf 13 Prozent, der frühere Neurochirurg Ben Carson auf zwölf Prozent. Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush, der vor einem Jahr als Favorit galt, dümpelt mittlerweile bei fünf Prozent. An der TV-Debatte am Donnerstagabend nahmen auch die Gouverneure von Ohio und New Jersey, John Kasich und Chris Christie, teil.

Bush kritisierte Trump erneut für die "verwirrte" Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime in die USA. Außerdem warnte er davor, dass der politische Seitenensteiger einen Handelskrieg mit China anzetteln würde. "Das wäre verheerend für unsere Wirtschaft", sagte der Ex-Gouverneur. "Wir brauchen jemanden mit einer ruhigen Hand als Präsidenten der Vereinigten Staaten."

Gemeinsame Kritik an Obamas Iran-Politik

Einig waren sich die republikanischen Präsidentschaftsbewerber in ihrer Kritik am Umgang Obamas mit dem Iran nach der vorübergehenden Festsetzung von zehn US-Marinesoldaten. "Wenn ich als Präsident gewählt werde, wird kein Soldat und keine Soldatin von keiner Nation (...) auf die Knie gezwungen", donnerte Cruz. Diese Länder würden "die ganze Macht und den ganzen Zorn" der USA zu spüren bekommen.

Das iranische Militär hatte am Dienstag zwei US-Patrouillenboote aufgebracht, die in iranische Hoheitsgewässer geraten waren. Die Marinesoldaten wurden am Mittwoch nach einer Entschuldigung wieder freigelassen. Rubio warnte derweil mit Blick auf das Atomabkommen mit Teheran, dass Clinton für die gleiche Außenpolitik wie Obama stehe, bei der "Deals mit unseren Feinden wie dem Iran" gemacht würden.

mod/AFP
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