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Donald Trump hat (k)ein Problem mit seinem IQ

Weil ihn sein eigener Außenminister einen Schwachkopf genannt haben soll, fordert Donald Trump ihn zum Intelligenzduell heraus. Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident öffentlich seinen angeblich hohen IQ preist.

Donald Trump und Rex Tillerson

Donald Trump (l.) und sein oberster Diplomat Rex Tillerson

Mensa warnt: "Ein IQ-Test sagt natürlich nicht alles aus. Denken Sie etwa an Einstein. Der würde wohl nicht besonders gut abschneiden, weil er unkonventionell denkt und vermutlich Dutzende Antworten zu jeder Frage hätte." Frank Lawlis, Direktor beim Hochbegabten-Netzwerks Mensa sendet vorsorglich beruhigende Worte an Donald Trump, sollte sein Intelligenztest doch nicht so ausfallen, wie es sich der US-Präsident wünscht. Dennoch: das Angebot von Mensa, den Verstand des Weißen-Haus-Chefs zu testen, steht.

Nannte Tillerson Trump einen "Schwachkopf"?

Nun müsste Trump nur noch zugreifen, wozu er, glaubt man seinen Äußerungen im Magazin "Forbes", auch Willens wäre. In einem Interview mit den US-Blatt ging der US-Präsident auf Berichte über den angeblichen Wutanfall des Außenministers Rex Tillerson ein. Der hatte seinen Vorgesetzten im Sommer angeblich einen "Moron", also einen Deppen oder Schwachkopf, genannt. Zu "Forbes" sagte Trump, dies sei eine "Falschnachricht". Aber auch: Sollte Tillerson ihn tatsächlich einen "Deppen" genannt haben, "müssen wir, schätze ich, unsere IQ-Tests vergleichen. Und ich kann Ihnen sagen, wer gewinnen wird."

Wie ernst diese Aussage meinte ist unklar. Seine Sprecherin nannte sie "einen Scherz". Und auch im Büro des Außenministers hieß es beschwichtigend: "Ich denke, es ist dem Präsidenten erlaubt, einen Witz zu machen." Es sei für Tillerson "mehr als O.K.", dass Trump Humor habe. Der US-Fernsehsender NBC News hatte unter Berufung auf "hochrangige Regierungsmitarbeiter" berichtet, Tillerson habe den Präsidenten bei einem Treffen im Pentagon am 20. Juli beschimpft. Danach soll Vizepräsident Mike Pence den Minister bedrängt haben, im Amt zu bleiben.

Donald Trump fiel Tillerson in den Rücken

bestritt kurz nach Veröffentlichung des Berichts jegliche Rücktrittsgedanken. Er habe "nie erwogen, diesen Posten zu verlassen", sagte der frühere Chef des Öl-Konzerns Exxon Mobil. Der Außenminister dementierte allerdings nicht, Trump einen "Deppen" genannt zu haben - was der Präsident als Affront gewertet haben dürfte. Das Verhältnis der beiden gilt als angespannt. Beim Streit um das nordkoreanische Atomprogramm etwa fiel ihm der Präsident zuletzt in den Rücken. Tillerson hatte direkte Gespräche mit der Diktatur angekündigt, doch Trump sagte daraufhin öffentlich, dass er von einem Dialog nichts halte.

Die Posse über Trumps IQ-Test-Herausforderung jedenfalls beschäftigte viele Menschen fast mehr als die Probleme der USA mit Nordkorea und dem Iran. Die BBC etwa versuchte die Frage zu beantworten, ob man in der Lage sei, die Intelligenz des US-Präsidenten festzustellen und zitierte dazu den bereits erwähnten Frank Lawlis von Mensa. Der frühere Präsident von Mexiko, Vicente Fox, der sich mit Trump öfters öffentlich zofft, schreibt auf Twitter: "Mach keinen Intelligenztest. Beantworte nur dies: Du kennst doch den Namen von Nordkoreas Führer, oder? Ist es Un oder ist es Il?" Der Witz zielt auf Trumps jüngste Äußerungen über die Kim-Dynastie ab. Mehrfach hatte das US-Staatsoberhaupt suggeriert, der aktuelle Machthaber Kim Jong Un sei bereits seit Jahrzehnten im Amt.

19 Mal seinen IQ gepriesen

Es ist auch nicht das erste Mal, dass Donald Trump seinen preist. Alleine auf Twitter erwähnte er seine Intelligenz in den vergangenen fünf Jahren 19 Mal - gerne suchte er etwa den IQ-Vergleich mit Barack Obama oder schmähte Autoren der "Washington Post" für ihre Dummheit.

Eine Auswahl an Donald-Trump-IQ-Tweets:



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