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Donald Trump ist auf dem besten Weg, seine Kandidatur klarzumachen

Eigentlich kann Donald Trump nicht mehr viel falsch machen. In fünf Bundesstaaten wird an diesem Dienstag gewählt und den meisten liegt er in den Umfragen vorne. Und doch haben seine Konkurrenten noch eine kleine Chance.

Donald Trump mit Ted Cruz bei Vorwahl

Donald Trump und Ted Cruz (r.), der einzige Kandidat, der ihm im Vorwahlkampf halbwegs das Wasser reichen kann

Vermutlich hätte es Donald Trump ohnehin nicht geschert. Oder, was wahrscheinlicher ist, gegen alle Beteiligten ausgekeilt, er hat ja schon mal damit begonnen: "Wer hat denn mit der Sauerei angefangen? Die Demonstranten. Und die Medien haben alles noch viel schlimmer gemacht." Das twitterte der Präsidentschaftskandidatenanwärter als Reaktion auf ein Verfahren, das beinahe gegen ihn eröffnet worden wäre. Aber eben nur beinahe. Die Polizei im North Carolina wird nicht gegen den Multimilliardär ermitteln. Die Beweise reichten nicht aus, um den Straftatbestand der Anstachelung zu Ausschreitungen zu erfüllen, hieß es der Polizei.


Will Donald Trump mehr Schläge sehen?

Hintergrund war ein gewalttätiger Vorfall bei einer seiner Kundgebungen in dem US-Bundesstaat. Bei der Veranstaltung in Fayetteville vor rund einer Woche hatte ein Unterstützer Trumps einem farbigen Studenten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die Polizei prüfte daraufhin, ob Trump oder sein Wahlkampfteam das Publikum zu Gewalt angestachelt hätten. Weil es nicht das erste Mal war, dass es zu Auseinandersetzungen bei seinen Wahlkampfauftritten war, bezichtigen ihn Mitbewerber, seine Anhänger aufzuhetzen. Wörtlich sagte er nach einem gewalttätigen Zwischenfall, das Publikum habe lediglich zurückgeschlagen und: "Davon sollten wir noch ein bisschen mehr sehen."

Dass der Immobilienmogul nun doch unbehelligt bleiben wird, dürfte ihm gefallen, denn nach diesem Dienstag könnten die Vorwahlen bei den US-Republikanern fast schon gelaufen sein. In fünf Staaten steht bei den Konservativen (und Demokraten) der nächste "Super Tuesday" an und, wenn alles so läuft, wie erwartet, am Ende der Sieger Donald Trump stehen. Oder besser: Der so-gut-wie-Sieger.

Darum geht es an diesem Super-Tuesday:

  • Die Vorwahlen der Republikaner in Florida, Ohio, Illinois, Missouri und North Carolina verlaufen nach dem Winner-takes-it-all-Prinzip: Der Sieger wird sämtliche Delegiertenstimmen bekommen und nicht wie bisher, nur anteilig. Das könnte wichtig werden. Denn bei dem Nominierungsparteitag im Sommer geht es nicht nur um die Mehrheit, sondern auch darum, wie groß der Abstand zu den weiteren Kandidaten ist.
  • Nach der Vorwahlrunde werden bei beiden Parteien mehr als die Hälfte der Delegiertenstimmen für die Nominierungsparteitage im Sommer vergeben sein.
  • Sollte Trump in den meisten Staaten gewinnen, ist er zwar immer noch nicht durch, aber seine Kandidatur wäre praktisch nicht mehr zu verhindern.
  • Besonders im Fokus sind Florida und Ohio. Florida ist der Heimatstaat von Trumps Konkurrenten Marco Rubio. Bislang gingen die Beobachter davon aus, dass der gemäßigte Kandidat dort gewinnen würde. Doch in allen Umfragen liegt Trump vorne. Gut möglich, dass Rubio nach einer Niederlage aus dem Präsidentschaftswahlkampf ausscheiden wird.
  • In Ohio wiederum ist Kandidat John Kasich Gouverneur. Verliert er auf heimischem Terrain, hat er eigentlich keine Berechtigung mehr, im Rennen zu bleiben. Allerdings sagen die Meinungsforscher einen knappen Ausgang voraus - mit knappem Vorsprung für Regierungschef Kasich.
  • Auch bei den Demokraten könnte nach diesem Dienstag die Nominierung durch sein. Allerdings nur, wenn Hillary Clinton in den großen Bundesstaaten Florida und Ohio gewinnt, wonach es aussieht. Ihr Widersacher, der linke Bernie Sanders, dürfte höchstens zwei Abstimmungen gewinnen. In Illinois und Missouri deuten sich zumindest knappe Entscheidungen an.
  • Die Ergebnisse der richtungsweisenden Vorwahlen werden in der Nacht zum Mittwoch erwartet.
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Niels Kruse mit DPA
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