HOME

Donald Trump tweetet (und löscht) Bild von Zug, der symbolisch CNN überfährt

Erst zögerte Donald Trump, explizit rechtsextreme Gewalt zu verurteilen, nur um wenig später ein geschmackloses Bild zu twittern: Darauf "überfährt" ein Zug CNN. Der Post wurde zwar gelöscht, doch er war nicht der einzige, der für Unmut sorgt.

Donald Trump

Donald Trump - der Präsident, der seinen Umgang mit Twitter nicht immer unter Kontrolle hat

Auch nach sieben Monaten im Amt ist es immer noch , der sich selbst am meisten im Weg steht. Neuestes Beispiel: Zwei weitergeleitete Nachrichten auf seine Lieblingskanal Twitter. Am Dienstag, nur wenige Tage nach den Krawallen in Charlottesville, bei denen eine Frau durch einen wohl absichtlichen Autounfall ums Leben gekommen war, retweetete der US-Präsident ein Bild, auf dem ein Zug eine Person überfährt, auf dessen Kopf das Logo des Nachrichtensenders CNN montiert ist. Das dieses Motiv womöglich geschmacklos ist, scheint Trump dann selbst aufgefallen zu sein. Mittlerweile wurde der Post gelöscht.

Donald Trump verbreitet Verschwörungstheorie

Nur einen Tag vorher hatte der Chef des Weißen Hauses, der selbst nur wenigen Menschen auf folgt, den Beitrag eines Neonazi-Verschwörungstheoretikers weitergeleitet. Der Mann beklagt darin, warum sich die Medien nicht über die vielen Morde in Chicago aufregen würden. Die Metropole leidet unter der höchsten Mordrate seit 20 Jahren. Der Retweet ist weiterhin in der Timeline des US-Präsidenten zu sehen.



Beide Tweet haben gemeinsam, dass sie Trump-kritische Nachrichtensender wie CNN als "Fake-News" schmähen - als Medien, die absichtlich Falschmeldungen in die Welt setzten. Sowohl die Newsstation aus Atlanta als auch andere Sender und Zeitungen wie die "New York Times" geht der US-Präsident seit langem scharf an und kritisiert ihre Berichterstattung als "unfair" und "voreingenommen". Noch kurz nach den blutigen Protesten zwischen Rechtsextremen und Gegendemonstranten in Charlottesville griff er die angeblich falsch berichtenden Medien an. Sie bemängelten, dass sich Donald Trump in seinem Statement nicht klar genug von Neonazis und anderen rechten Gruppen abgegrenzt hatte. Wieder einmal müsse er registrieren, dass die "Fake News Medien nie zufrieden sein werden. Wahrlich üble Leute", schrieb er auf Twitter.

Firmenchefs verlassen Trump-Beratergremium


Erst nach überwältigender Kritik an seinen Äußerungen zu  verurteilte der US-Präsident explizit auch rechtsextreme Organisationen wie etwa den berüchtigten Ku-Klux-Klan. Als Reaktion auf die späte Einsicht Trumps haben drei hochrangige Wirtschaftsführer ein Beratergremium des US-Präsidenten verlassen: die Chefs des Pharmaunternehmens Merck & Co, des Chipproduzenten Intel sowie des Sportartikelherstellers Under Armour. Der US-Präsident wollte diese Personalien nicht auf sich sitzen lassen und schrieb auf Twitter, er könne jeden mit mehreren anderen Kandidaten ersetzen, die Abtrünnigen seien "Wichtigtuer".


Eher peinlich für den Präsidenten war der Retweet-Patzer am Morgen. Er teilte die Nachricht eines Mannes, der ihn als "Faschist" bezeichnete - was ihm erst nach 20 Minuten aufging und er sie dann löschte. Mike Holden hatte einen Tweet des konservativen US-Sonders Fox News kommentiert, in dem es darum ging, ob Trump einen umstrittenen Sheriff begnadigen könnte. "Er ist ein Faschist, also nicht ungewöhnlich", schrieb Holden mit Verweis auf Trump. Holden schrieb später, er werde sich nun bei Twitter abmelden: "Diesen Tweet werde ich niemals toppen", erklärte er und fügte seinem Twitter-Profil die Anmerkung hinzu: "Offiziell unterstützt vom Präsidenten der Vereinigten Staaten. Ich wünschte, das wäre eine gute Sache."


nik

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren