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Donald Trump verliert in Iowa gegen Ted Cruz

Die erste Vorwahl im US-Präsidentschaftswahlkampf offenbart: Donald Trump kann doch nicht übers Wasser gehen. Er verliert gegen Ted Cruz. Bei den Demokraten kann sich Hillary Clinton hauchdünn gegen Bernie Sanders durchsetzen.

US-Milliardär Donald Trump verliert in Iowa gegen Senator Ted Cruz

US-Milliardär Donald Trump (l.) musste sich in Iowa gegen den erzkonservativen Senator Ted Cruz geschlagen geben

Der Immobilienmilliardär Donald Trump hat einen wichtigen Stimmungstest seiner Republikaner für die Präsidentenwahl im Herbst verloren. Bei der Urwahl im Bundesstaat Iowa konnte er sich am Montagabend nicht gegen den erzkonservativen Senator Ted Cruz durchsetzen. Dem Sender MSNBC zufolge kam Trump auf 24 Prozent und Cruz auf 28 Prozent der Stimmen. Bei den Demokraten lagen die frühere Außenministerin Hillary Clinton und der linke Senator Bernie Sanders Kopf an Kopf.

Donald Trump setzt nun auf New Hampshire

Nach seinem zweiten Platz will Trump nun alle Kräfte auf die nächsten Vorwahlen in New Hampshire und South Carolina richten. "Wir werden uns diese Nominierung für die Präsidentschaft holen", rief er seinen Anhängern in Des Moines zu. "Und wir werden Hillary oder Bernie Sanders oder wen auch immer sie da aufstellen, locker schlagen", sagte Trump in der Nacht zum Dienstag. 

"Wir sind Zweiter geworden, und ich möchte euch etwas sagen: Ich fühle mich einfach geehrt, sehr geehrt", erklärte Trump vor Anhängern. Der wegen seiner populistischen und teils fremdenfeindlichen Äußerungen umstrittene Geschäftsmann gratulierte Cruz "und allen unglaublichen Kandidaten".

Rubio feierte sein Abschneiden vor Anhängern wie einen Sieg. "Ich bin euch so dankbar, Iowa", sagte. "Ihr habt an mich geglaubt, als andere nicht geglaubt haben, dass diese Nacht möglich sein würde."
Die anderen republikanischen Bewerber waren abgeschlagen. Der frühere Neurochirurg Ben Carson holte den Teilergebnisse zufolge etwas mehr als neun Prozent. Der Senator Rand Paul lag bei 4,5 Prozent vor Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush, der auf weniger als drei Prozent kam.

Äußerst knapper Sieg für Hillary Clinton

Die Gouverneure von Ohio und New Jersey, John Kasich und Chris Christie, blieben ebenso unter zwei Prozent wie die Ex-Managerin Carly Fiorina, der Ex-Senator Rick Santorum und der Ex-Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee. Huckabee kündigte noch am Abend an, seinen Wahlkampf auszusetzen.
Bei den Demokraten führte Clinton nach Auszählung von 91 Prozent der Stimmbezirke denkbar knapp vor Sanders. Die frühere Außenministerin und First Lady lag bei 49,8 Prozent, der linksgerichtete Senator bei 49,5 Prozent. Der dritte demokratische Präsidentschaftsbewerber Martin O'Malley holte weniger als ein Prozent.

Während die ersten Ergebnisse in Iowa eintrafen, verlautete aus dem Umfeld von O'Malleys Wahlkampfteam, dass der frühere Gouverneur von Maryland seine Kampagne aussetzen werde. Der 53-Jährige hatte sich wie Sanders um den linken Flügel der Demokraten bemüht.

Barack Obama darf nicht mehr antreten

Nach Iowa finden am 9. Februar die zweiten Vorwahlen in New Hampshire statt. Die letzten der 50 Bundesstaaten halten ihre Vorwahlen im Juni ab, einen Monat später nominieren beide Parteien dann offiziell ihre Kandidaten. Am 8. November findet die Präsidentenwahl statt, zu der Amtsinhaber Barack Obama nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf.

Die Bedeutung des Urnengangs in Iowa, an dem sich gewöhnlich nur mehrere hunderttausend Wähler beteiligen, ist vor allem symbolisch: Die Stimmen aus dem dünn besiedelten Bundesstaat fallen bei der landesweiten Kandidatenkür kaum ins Gewicht. Allerdings können die Sieger beider Parteien für sich in Anspruch nehmen, den ersten wirklichen Test an der Wahlurne gewonnen zu haben.

jek/Reuters/DPA
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