12. August 2012, 14:23 Uhr

Israel will Bürger per SMS warnen

Das israelische Militär will künftig mit automatischen SMS-Nachrichten aufs Handy vor Raketeneinschlägen warnen. Die Tests hätten am Sonntag begonnen.

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Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sagt, es habe deutliche Verbesserungen bei den Kapazitäten zum Schutz der Zivilbevölkerung gegeben©

Die israelische Armee will die Zivilbevölkerung künftig per Kurznachrichten auf Handys vor drohenden Raketenangriffen warnen. Sie startete am Sonntag einen mehrtägigen Test eines neuen Systems. Israelische Medien interpretierten diesen Schritt als eine weitere Vorbereitung für eine mögliche Eskalation im Atomstreit mit dem Iran.

Am Sonntag erhielten die Bewohner verschiedener Regionen Israels, darunter die Städte Jerusalem, Tel-Aviv und Haifa, eine SMS-Nachricht in hebräischer, arabischer, englischer und russischer Sprache. "Die Führung der passiven Verteidigung, Test des mobilen Alarmsystems", hieß es in der Testbotschaft des israelischen Militärs. Vier Tage lang soll das Handy-Warnsystem erprobt werden, bevor am Donnerstag ein landesweiter Test folgen solle, erklärte die Armee.

Laut Medienberichten wird das System zum jetzigen Zeitpunkt eingerichtet, um vor Gegenattacken nach einem möglichen Angriff Israels auf iranische Atomanlagen zu warnen. Befürchtet wird demnach Raketenbeschuss durch den Iran oder durch die radikalislamische Hisbollah-Miliz im Libanon.

Zivilbevölkerung nicht ausreichend geschützt

Die Tageszeitung "Jediot Ahronot" kritisierte, dass Israel für einen Krieg "nicht bereit" sei und etwa die Hälfte der Einwohner des Landes beispielsweise nicht über Atemschutzmasken verfügten. Auch würden begonnene Sicherungsmaßnahmen an Israels Krankenhäusern noch rund drei Jahre dauern.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach am Sonntag bei der wöchentlichen Kabinettssitzung hingegen von "bedeutenden Verbesserungen" bei den Kapazitäten zum Schutz der Zivilbevölkerung. Dabei verwies er unter anderem auf die Raketenabwehrsysteme "Iron Dome" und "Hetz". Mit Blick auf den Iran warnte er: "Ich wiederhole, der Iran darf die Atombombe nicht bekommen."

Die USA und andere westliche Staaten beschuldigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich Atomwaffen zu entwickeln. Mit immer schärferen Sanktionen versucht der Westen, Teheran zum Verzicht auf seine Urananreicherung zu zwingen. Der Iran weist die Anschuldigungen zurück und besteht auf seinem Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie.

DPA/AFP
 
 
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