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1. Juni 2010, 08:00 Uhr

Al Kaidas Nummer drei offenbar tot

Er war Gründungsmitglied von al Kaida und soll drei der Attentäter vom 11. September finanziert haben: Mustafa Abu al Jasid. Nun ist der 54-jährige offenbar bei einem Drohnenangriff in Pakistan getötet worden. Die USA sprechen von einem "großen Sieg".

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Schatzmeister von al Kaida und ihr Verbindungsmann zu den Taliban: Mustafa Abu al Jasid© Intelcenter/DPA

Einer der führenden Köpfe des Terrornetzwerks al Kaida ist offenbar tot. Die US-Regierung glaube, dass Mustafa Abu al Jasid innerhalb der vergangenen zwei Wochen bei einem Angriff mit einer Drohne im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan ums Leben gekommen sei, sagte ein Regierungsbeamter in Washington. Al Kaida bestätigte im Internet den Tod ihres Anführers.

Al Jasid galt nach Osama bin Laden und Aiman al Sawahiri als die Nummer drei von al Kaida. Das Gründungsmitglied der Terrororganisation war auch unter den Namen Scheich Said und Abu Sajed al Masri bekannt. Der aus Ägypten stammende 54-Jährige war Experten zufolge der Schatzmeister der Extremisten und ihr Verbindungsmann zu den Taliban in Afghanistan.

Die Internetbotschaft von al Kaida wurde von dem auf islamistische Websites spezialisierten US-Unternehmen Site weiterverbreitet. Einzelheiten über den Tod Jasids enthält sie nicht, im Text ist lediglich von seinem "Märtyrertum" die Rede. Site berichtete zugleich von Al-Kaida-Mitteilungen an islamistische Foren, in denen es hieß, Jasids Frau, drei seiner Töchter, eine Enkeltochter sowie andere Männer, Frauen und Kinder seien ebenfalls getötet worden. "Sein Tod wird auf den Ungläubigen wie ein Fluch lasten. Die Antwort naht", heiße es darin.

"Im Sinne der Terrorbekämpfung wäre das ein großer Sieg"

Jasid stand auf der Liste der Personen und Organisationen, deren Guthaben nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York vom US-Finanzministerium eingefroren wurden. Die US-Bundespolizei FBI geht davon aus, dass er drei der Attentäter vom 11. September durch Geldtransfers über Dubai finanzierte. Der Terrorist war in zahlreichen Al-Kaida-Videos zu sehen, seine letzte öffentliche Stellungnahme stammt laut Site vom 4. Mai.

Jasid sei wahrscheinlich in den pakistanischen Stammesregionen getötet worden, erklärte der US-Regierungsvertreter. "Im Sinne der Terrorismusbekämpfung wäre das ein großer Sieg." Der 54-Jährige habe eine direkte Verbindung zu den beiden Führungspersönlichkeiten der Untergrundorganisation, Osama bin Laden und Aiman el Sawahiri, gehabt. "Er war die Schlüsselfigur in al Kaidas Kommando und Kontrolle."

"Dies ist einer der schwersten Schläge gegen al Kaida in den vergangenen Jahren", sagt Ben Venzke von dem auf Cyber-Islamismus spezialisierten US-Unternehmen IntelCenter. Dagegen geht die in London ansässige Forschungseinrichtung Islamic Observatory davon aus, dass die Einsatzmodalitäten von al Kaida sich nicht ändern. "Jasid war bekannt für seine Integrität und seine Fähigkeiten im Management, aber er hat nie militärische Verantwortung im harten Kern von al Kaida übernommen", sagte der Direktor des Instituts, Jasser el Sirri.

DPA/AFP/APN
 
 
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