Ecuador hat Wikileaks-Gründer Julian Assange, gegen den ein EU-weiter Haftbefehl vorliegt, "diplomatisches Asyl" gewährt, wie es heißt. Dennoch sitzt der Australier weiter in London fest.
Julian Assange bekommt Asyl - doch der Wikileaks-Gründer sitzt weiter in London fest. Ecuador, in dessen Botschaft er seit acht Wochen ausharrt, will den 41-Jährigen aufnehmen. Assange solle vor Verfolgungsrisiken vor allem in den USA geschützt werden, sagte Außenminister Ricardo Patiño in Quito. Großbritannien werde Assange aber kein freies Geleit gewähren, kündigte das Außenministerium in London an. Das Land sei verpflichtet, den in Schweden wegen Sexualdelikten mit EU-weitem Haftbefehl gesuchten Assange nach Skandinavien auszuliefern.
Die Briten drohten am Donnerstagmorgen sogar, sie könnten auf der Grundlage eines Gesetzes von 1987 auch in die Botschaft Ecuadors eindringen und Assange dort festnehmen. Am Nachmittag ruderte das Foreign and Commonwealth Office dann aber zurück. Man hoffe auf eine Verhandlungslösung, um seinen Verpflichtungen aus dem Auslieferungsgesetz nachzukommen.
Vor der Botschaft Ecuadors in London wird schon seit geraumer Zeit demonstriert. Für seine Unterstützer ist die Strafverfolgung Assanges ein Angriff auf die Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter. "Tötet nicht den Überbringer der Nachricht", fordern sie auf diesem Plakat, was gleichzeitig impliziert: Hört, was er zu sagen hat!