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Die Verschleppung von Ehud Goldwasser und Eldad Regev hatte vor zwei Jahren den Libanonkrieg ausgelöst: Jetzt ist ihr Tod traurige Gewissheit. Die Hisbollah übergab Israel zwei Särge mit den Leichen der beiden Soldaten. Die Familien brachen in Tränen aus, als sie die Fernsehbilder sahen.
Seit mehr als zwei Jahren ist Gilad Shalit im Gazastreifen in der Hand der Hamas. Israels Armeechef Gaby Ashkenazi erklärte, man wisse, wo der Soldat festgehalten werde. Immer mehr Israelis fordern Gilads Freilassung. Sein Vater wandte sich an eine palästinensische Zeitung und Israels Protestsänger produzierte eine Befreiungsballade.
Im Austausch gegen die Leichen zweier 2006 entführter israelischer Soldaten läßt Israel heute fünf libanesische Kämpfer frei - im Libanon Anlaß für einen nationalen Feiertag. Heute kann ich hören, wo in meiner Umgebung die Hochburgen der Hisbollah liegen. Mein Viertel selbst ist ruhig, aber schon drei Straßen weiter knallen seit gestern abend unentwegt Feuerwerkskörper, und selbst am noch taghellen Himmel sehe ich die Leuchtraketen. Die Anhänger der schiitischen Hisbollah (wörtlich übersetzt heißt das Partei Gottes) feiern einen Sieg über ihren Erzfeind Israel. Nach zwei Jahren der Ungewißheit hat Israel die sterblichen Überreste der 2006 an der südlibanesischen Grenze entführten Soldaten Eldad Regev, 27, und Ehud Goldwasser, 32 ausgehändigt bekommen, in zwei schwarzen schlichten Särgen, übergeben mit Hilfe des Internationalen Roten Kreuzes. Die Entführung der beiden war im Mai 2006 Auslöser des jüngsten israelisch-libanesischen Kriegs - aber selbst wochenlanges Bombardement konnte die beiden nicht befreien. Der Preis, den Israel für die Rückgabe der Toten zahlt, ist hoch, aus Sicht vieler Israelis zu hoch: Fünf Libanesen, die in israelischen Gefängnissen saßen, sollen heute abend am Flughafen von Beirut eintreffen. Darunter der berüchtigte Samir Kuntar, der wegen mehrfachen Mordes - unter anderem an einem Israeli und seiner vierjährigen Tochter - seit 1979 in Israel im Gefängnis saß. Außerdem sollen die Leichen von knapp 200 libanesischen und palästinensischen Kämpfern übergeben werden - selbst tote Kämpfer taugen hier als Währung. Seit den frühen Morgenstunden warten Dutzende von Journalisten am Flughafen von Beirut auf den großen Moment. Abends ist dann eine Massenkundgebung in der Hisbollah-Hochburg Dahiya im Süden Beiruts geplant, bei der auch Hisbollah-Generalsekretär Scheich Nasrallah reden soll. Bis auf die Feuerwerkskörper und die Freudenschüsse ist die Stadt ruhig wie selten: Die Regierung hat den Tag kurzerhand zum Nationalfeiertag erklärt, die Straßen sind wie ausgestorben. Der Westen der Stadt wirkte allerdings wenig feierlich: Beim Spaziergang durch Hamra, das vor allem von Sunniten bewohnt wird, fühlte ich mich heute fast ein wenig an Bagdad erinnert: Überall Straßensperren, Betonbarrieren, Panzerposten und Soldaten mit großen Gewehren. Groß scheint die Sorge, der erneute Erfolg könnte die Hisbollahkämpfer übermütig werden lassen. Schon ein paar Straßen weiter aber, an der Corniche, der Uferstraße von Beirut, zeigte sich die Stadt schon wieder ganz entspannt, mit Joggern, Spaziergängern und vielen Sonnenanbetern in den Strandbädern. In den Bars unten in meiner Straße bleibt es heute abend sicher eher ruhig. Statt Tanzmusik stelle ich mich auf noch mehr Feuerwerk und Freudenfeuer aus dem Nachbarviertel ein.
Im Nahen Osten werden seit langem wieder Gefangene ausgetauscht. Zwei israelische Soldaten gegen den Terroristen Samir Kuntar. Allerdings weiß niemand, ob die Israelis noch leben. Und Gilad Shalit, dessen Entführung den Libanon-Krieg ausgelöst hatte, ist nicht einmal Teil des umstrittenen Handels.
Die von der libanesischen Hisbollah verschleppten israelischen Soldaten sind höchstwahrscheinlich nicht mehr am Leben. Dies erklärte Israels Ministerpräsident Ehud Olmert. Die Entführung der beiden Soldaten hatte vor zwei Jahren zum Libanonkrieg geführt.
Einen Tag nach Aufhebung der Luftblockade hat Israel auch die Abriegelung der libanesischen Küste beendet. Damit ist nun der Weg für einen deutschen Marineeinsatz frei. Das Bundeskabinett will nächste Woche darüber entscheiden.
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